In der mehrjährigen «Grossen Schweizer Littering-Studie» geht das Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering IGSU gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW der Frage nach, welche Massnahen am besten gegen Littering wirken. Im Sommer 2025 wurde mit «Picknick- und Freizeitzonen» das erste von insgesamt drei Settings unter die Lupe genommen: Während zehn Wochen wurden auf 26 öffentlichen Plätzen in neun Städten und Gemeinden der Deutsch- und Westschweiz verschiedene Anti-Littering-Massnahmen getestet. Die Ergebnisse dieses ersten Feldexperiments wecken Hoffnung: Die eingesetzten Massnahmen reduzierten das Littering in Picknick- und Freizeitzonen um rund einen Drittel. Dieser positive Effekt hielt auch nach dem Abbau der Massnahmen an.
Situationsspezifische Massnahmen wirken besonders gut
Die Anti-Littering-Massnahmen wurden in situationsspezifische Massnahmen und Sensibilisierungsmassnahmen unterschieden. Situationsspezifische Massnahmen wie Recyclingstationen, witzige Sprüche auf Abfallkübeln oder auffällige Pfeile, die auf Abfallkübel hinweisen, beeinflussen das Verhalten der Menschen im Moment der Entsorgungsentscheidung. Sensibilisierungsmassnahmen wie informative Plakate oder persönliche Sensibilisierungsgespräche stärken hingegen das Problembewusstsein der Menschen ganz allgemein und beeinflussen deren Einstellung langfristig.
Die ersten Feldexperimente machen deutlich: Die grösste Wirkung zeigten situationsspezifische Massnahmen. Besonders effektiv waren auffällige Pfeile neben Abfallkübeln oder Abfallkübel mit witzigen Sprüchen, Recyclingstationen mit der Möglichkeit, PET, Alu oder Restmüll zu trennen, und Abfallkübel mit Gamification-Elementen. Bei Letzteren konnten Menschen ihren Abfall einwerfen und gleichzeitig für ihren Favoriten stimmen: «Welches Tier magst du lieber?», steht beispielsweise auf einem Plakat, während der Abfall entweder bei «Hund» oder «Katze» eingeworfen werden kann. Diese Massnahmen führten zu einer Littering-Reduktion um 31 bis 38 Prozent.
Kombination der zwei Massnahmentypen besonders erfolgversprechend
Auch Sensibilisierungsmassnahmen wirkten zuverlässig, jedoch etwas weniger stark als situationsspezifische Massnahmen: Die Plakate und der Einsatz von persönlichen Sensibilisierungsgesprächen, die im Rahmen der Feldexperimente von den IGSU-Botschafter-Teams durchgeführt wurden, senkten das Littering um 26 bis 32 Prozent. Am wirksamsten war jedoch eine Kombination aus beiden Massnahmentypen: Der gleichzeitige Einsatz von persönlichen Sensibilisierungsgesprächen und Abfallkübeln mit witzigen Sprüchen führte zu einer Littering-Reduktion von 49 Prozent. Das lässt darauf schliessen, dass sich die Wirkung bei einer Kombination der beiden Massnahmentypen verstärkt.
“Zeige Grösse” - Litteringkampagne des Kantons Solothurn
Auch die in den Jahren 24/25 durchgeführte Kampagne des Kantons Solothurn basierte auf einem Mix von Massnahmentypen. Noch stehen im Amt für Umwelt Plakate und Kleber für Abfallkübel zur Verfügung, die sich auch 2026 für einen Einsatz in Gemeinden eignen. Die Materialien werden den Gemeinden gratis zur Verfügung gestellt.