Wird der Newsletter nicht korrekt angezeigt? Lesen Sie ihn auf unserer Webseite .
Newsletter Departement des Innern (DDI)
Nr. 2 - September 2019

Liebe Leserinnen und Leser

Das neue kantonale Gesundheitsgesetz ist ein wichtiges Thema im September-Newsletter. Vieles im Gesundheitswesen wird bekanntlich auf Bundesebene bestimmt. Aber auch wir als Kanton stehen in der Verantwortung. Zum Beispiel, wenn es darum geht, die Patientensicherheit und das Recht auf Information und Einsicht in die Krankengeschichte zu gewährleisten, oder sicher zu stellen, dass Patientinnen und Patienten von medizinischen Fachpersonen behandelt werden, die über die nötigen Fähigkeiten und Ausbildungen verfügen.

Für heisse Köpfe sorgt zurzeit die Tabakwerbung. Auf Bundesebene hart diskutiert, sind wir im Kanton Solothurn bereits weiter: Ein Werbeverbot für Tabakwaren besteht bei uns seit langem. Mit der Revision wurde nun auch das Mindestalter für die Abgabe von Tabakwaren auf 18 Jahre angehoben. Dies war im Kantonsrat der einzig umstrittene Punkt des neuen Gesundheitsgesetzes. Die Debatte über die Gefährlichkeit der E-Zigaretten steht erst am Anfang. Die Diskussion, ob Einschränkungen auf kantonaler Ebene erwünscht sind, muss erst noch geführt werden.

Leider ist es nicht gelungen mit der Gesetzesrevision auch die Grundzüge der schulärztlichen Dienste zu vereinheitlichen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Gemeinden ihre Reglemente so rasch wie möglich anpassen werden, weil auch ihnen ein guter schulärztlicher Dienst in den Gemeinden wichtig ist. Dies gerade im Hinblick auf wichtige Impfungen, bei denen wir möglichst alle Kinder erfassen möchten.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Susanne Schaffner, Regierungsrätin

Themen

Neues Gesundheitsgesetz in Kraft

Am 1. September 2019 ist die Totalrevision der kantonalen Gesundheitsgesetzgebung in Kraft getreten. Die Änderungen umfassen schwergewichtig das Bewilligungswesen für Personen und Einrichtungen mit einer Tätigkeit im Bereich des Gesundheitswesens. Zudem ist das Mindestalter für die Abgabe von Tabakprodukten von 16 Jahren auf 18 Jahre angehoben worden.

>Mehr

Infoblätter der Fachstelle Prävention & Gesundheitsförderung zu >Nikotinprodukten sowie zum >Verkauf und Werbeverbot betreffend Tabakwaren und Alkohol.

Sicher und gut fremdbetreuen lassen

Erwerbstätigen Eltern steht im Kanton Solothurn ein vielfältiges familien- und schulergänzendes Betreuungsangebot zur Verfügung. Neben den rund 1'500 Betreuungsplätzen in Kitas und Horten gibt es 70 Tagesfamilien. Sie alle haben nachzuweisen, dass sie den Kindern eine gute und sichere Betreuung bieten.

>Mehr

Impfen in der Apotheke

Impfungen gehören zu den erfolgreichsten Errungenschaften der modernen Medizin. Um so wichtiger ist ein niederschwelliger Zugang. Eine Möglichkeit ist das Impfen in Apotheken für Erwachsene, welches mit der neuen >Heilmittel- und Betäubungsmittelverordnung auf eine klare rechtliche Grundlage gestellt wurde. Impfen dürfen sich alle nicht-schwangeren Personen über 16 Jahren ohne impfspezifisches Gesundheitsrisiko.

>Mehr

>Liste aller Impfapotheken

Sommerferienprogramm zum Deutsch lernen: Eine Erfolgsgeschichte!

Das Amt für soziale Sicherheit (ASO) bietet zusammen mit der Volkshochschule Solothurn seit letztem Jahr ein Sommerferienprogramm in Solothurn und Olten an. Auch dieses Jahr waren die vielseitigen Angebote wieder gut besucht.

>Mehr

Wie kann ich mich gegen Betrüger schützen?

Ob via Social Media, per E-Mail, am Telefon oder direkt an der Haustüre - betrogen wird immer häufiger und auf verschiedenste Art und Weise. Aus diesem Grund hat sich die Kantonspolizei Solothurn entschieden, das Thema "Betrug" nochmals in den Mittelpunkt ihres Messeauftritts an der HESO zu stellen.

Informieren Sie sich am Stand der Kapo (Rythalle, Stand Nr. 103). Die HESO dauert noch bis am Sonntag, 29.09.2019.

>Mehr

Veranstaltungen

29.09.2019: >"Für mehr Lust am Trinken: Wasser mit Pep", Stand vom Wallierhof und dem Amt für soziale Sicherheit an der HESO in Solothurn von 11:00 bis 18:00 Uhr.

29./30./31.10.2019: >Impfaktion Saisonale Grippe 2019 für das Staatspersonal und Lehrpersonen, in Solothurn und Breitenbach.

30.10. - 08.11.2019: >11. Aktionstage Psychische Gesundheit im Kanton Solothurn.

07.11.2019: >Einführung Dickdarmkrebs-Früherkennungsprogramm, in Olten ab 11:00 Uhr.

"Dialogue en Route" - Religiöse Vielfalt im Kanton Solothurn erkunden

Als Verena in Solothurn eintraf, war die Schlacht längst vorbei. Die Soldaten der thebäischen Legion, in welche sie als junges Mädchen eingetreten war, sind Opfer einer römischen Christenverfolgung geworden. Von der einst stolzen Legion sind nur noch ihre sterblichen Überreste übrig. Verena hilft bei der Bergung und lebt fortan in einer Höhle, von wo aus sie Kranke und Todgeweihte pflegt. Sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck; aus Verena von Theben wird bald die Heilige Verena.

So in etwa lautet die Erzählung rund um die Frau, die der rund 2 Kilometer langen Schlucht zwischen Solothurn und Rüttenen den Namen leiht. Eine Klasse der Kantonsschule Solothurn steht kurz nach Mittag vor einem Restaurant, direkt am Eingang der Schlucht. Es ist der Startpunkt eines interreligiösen Postenwegs, der heute das erste Mal begangen wird. Hohe Baumkronen und steile Felswände schaffen an dem Spätsommertag eine eindrückliche Szenerie, das Plätschern des Verenabachs sorgt für ein wenig Hintergrundmusik.

Mit dabei ist auch Julia Vitelli. Momentan noch als Praktikantin im Amt für soziale Sicherheit angestellt, übernimmt sie ab November ihre neue Arbeit als Fachexpertin für Religionsfragen und interreligiösen Dialog in der Fachstelle Integration. "Vom Postenweg habe ich bereits am ersten Tag meines Praktikums gehört", sagt die Theologin. Als Vorbereitung für ihre neue Stelle begleitet sie deshalb heute die Schulklasse auf der Erstbegehung.

Der Postenweg in der Verenaschlucht findet im Rahmen des Projekts "Dialogue en Route" statt, einer Initiative von IRAS COTIS, der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz. Das Projekt wurde 2017 lanciert, heute sind schweizweit bereits 21 Wegrouten realisiert. Sie sollen eindrucksvolle Kulturräume und Religionslandschaften erfahrbar machen – und so den interreligiösen Dialog fördern. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, legt aber einen besonderen Fokus auf Schulklassen. Zusätzlich zu den Wegrouten gibt es eine Vielzahl an religiösen Stätten mit unterschiedlichen Angeboten. Etwa der thai-buddhistische Tempel in Gretzenbach. Dort können Gäste zum Beispiel lernen, wie man aus Obst und Gemüse kleine Kunstwerke zaubert.

Aber zurück auf den Postenweg. Inzwischen ist die Gruppe bei der Einsiedelei Sankt Verena angekommen, am anderen Ende der Schlucht. Aus Rücksicht auf den dort beheimateten Einsiedler werden nur vier bis sechs Führungen im Jahr durchgeführt. In Dreier-Gruppen diskutieren die Schüler*innen darüber, wie der Ort auf sie wirkt. Die junge Frau, die als Guide die Klasse begleitet, moderiert die angeregte Diskussion. Anstatt Frontalunterricht stehen hier die eigenen Erfahrungen und der Dialog im Zentrum. Julia Vitelli hört interessiert zu.

Was kann ein solcher Postenweg bewirken? "Religion ist ein wichtiger Aspekt von Integration", meint Vitelli, sichtlich in ihrem Element. "Ein Dialog verändert immer Sprecherin und Zuhörer zugleich." Die interaktive, aber einfache Art der Wissensvermittlung durch einen Postenweg helfe ausserdem, dass die Schüler*innen sich für interreligiöse und interkulturelle Themen interessierten. "Manchmal müssen wir Orte für sich selber sprechen lassen."

Über die ganze Route tragen die Teilnehmer*innen einen Krug mit sich, randvoll gefüllt mit Wasser. Ein Zeichen der Entschleunigung. Aber auch ein Wink in Richtung der Heiligen Verena. In Zurzach wurde sie einst von einem neidischen Knecht beschuldigt, Wein für die Armen zu stehlen. Als der Pfarrer sie mit einem vollen Krug erwischte, verwandelte sich der Wein in Wasser. So zumindest will es die Legende. Historisch sind diese Erzählungen umstritten. Wie der Postenweg aber zeigt, faszinieren sie bis heute.

Weitere Informationen zum Projekt "Dialogue en Route" finden Sie >hier.

Kritik? Lob? Anregungen?

Der DDI-Newsletter soll informativ und lesenswert sein. Damit wir das erreichen können, sind wir auf Rückmeldungen angewiesen. Was gefällt, was weniger? Welche Themen sollen in den nächsten DDI-Newsletter - und gibt es spannende Geschichten, die einen grösseren Platz verdient hätten?

Alle Ihre Anregungen und Feedbacks können Sie an >Simon Muster (Redaktionelle Verantwortung) senden.