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Newsletter Departement des Innern (DDI)
Nr. 8 - 2. Hälfte April 2020

Liebe Leserinnen und Leser

Alain Berset bezeichnet den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie als einen Marathon. Als passionierte Läuferin finde ich das einen treffenden Vergleich, zumal ich bereits die Strecke eines Halbmarathons als sehr ambitioniert erachte. Die Massnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung des Virus verlangen uns allen viel ab. Und je länger das Rennen, desto anstrengender werden die einzelnen Schritte.

Aber ein Langstreckenlauf testet nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Willenskraft. Bis jetzt hat sich die Solothurner Bevölkerung als gut trainierte und willensstarke Gruppe im Marathon gegen das Virus erwiesen. Dank der Einhaltung der Massnahmen konnte die Kurve abgeflacht und damit eine Überlastung des Gesundheitswesens bisher verhindert werden.

Aber auch wenn der Bundesrat mit der schrittweisen Lockerung seinen Fahrplan für ein Ende des Lockdowns vorgelegt hat, ist der Marathon noch nicht vorbei. Wer zu früh das Tempo anzieht, verrennt sich und wird die Strecke vielleicht am Ende doch nicht meistern. Je länger der Lauf umso mehr ist Willenskraft gefordert: Distanz halten und das Einhalten der hygienischen Massnahmen sind weiterhin oberstes Gebot.

Unter dem Titel "Zäme uf Distanz" hat der Kanton Solothurn deshalb eine Sensibilisierungskampagne lanciert, die nochmals zu einem solidarischen Miteinander mit räumlicher Distanz aufruft.

Solidarische Grüsse und bleiben Sie gesund

Susanne Schaffner, Regierungsrätin

Themen

Alle aktuellen Informationen

Alle aktuellen Informationen aus allen Departementen finden Sie zusammengefasst auf >corona.so.ch.

Neue social-distancing-Kampagne des Kantons Solothurn: Zäme uf Distanz!

Distanz halten ist und bleibt eine zentrale Massnahme im Umgang mit dem Coronavirus. Unter dem Titel "Zäme uf Distanz" lanciert der Kanton Solothurn deshalb – ergänzend zum BAG - eine Sensibilisierungskampagne. Mit Luftballon und Kaktus als Motive sollen die Plakate ans Abstandhalten erinnern.

Dank dem grossen Engagement der Solothurner Gemeinden, welche die Plakate auf ihren eigenen Plakatwänden aufhängen, entstehen so neben Design und Druck keine Zusatzkosten.

In den Sozialen Medien wird die Kampagne durch eine Serie von Video-Statements ausgewählter Solothurner Kulturschaffender sowie Sportlerinnen und Sportler begleitet. Den Start der im "Home Office" erstellten Clips macht >Schriftsteller Pedro Lenz.

>Das Plakat der Kampagne

>Zum Youtube-Kanal der Kampagne

Weitere Überbrückungshilfe für Kitas und Horte

Kindertagesstätten dürfen seit 17. März nur ein Notangebot mit kleinen Kindergruppen betreiben. Um das Tempo der Ausbreitung von COVID-19 zu verlangsamen müssen Hygienevorschriften eingehalten und kleinere Gruppengrössen geführt werden. Ein solches Notangebot kann nicht kostendeckend betrieben werden.

Mit der am 21.04.2020 beschlossenen Notverordnung will der Regierungsrat die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 für Kindertagesstätten abfedern. Die einmalige Überbrückungshilfe ergänzt die bereits geleistete Soforthilfe. Damit die Trägerschaften von Kindertagesstätten die Überbrückungshilfe erhalten, müssen sie ein Gesuch stellen und gewisse Voraussetzungen erfüllen.

Die Kosten für die einmalige Überbrückungshilfe belaufen sich auf maximal 500'000 Franken.

>Weitere Informationen

Sozialhilfe im Kanton Solothurn – noch keine Corona-Krise

Aufgrund der Corona-Pandemie droht eine Zunahme der Anmeldungen für die Sozialhilfe. Die Sozialregionen und das Amt für soziale Sicherheit haben deshalb Mitte März ein Schnellverfahren zu Abklärung und Abwicklung von sogenannten Corona-Notbevorschussungen eingeführt. Dadurch erhalten Personen, die aufgrund der Ausnahmesituation im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in einer finanziellen Notlage sind, einen Vorschuss, um zum Beispiel Lebensmittel zu kaufen.

Für die Corona-Notbevorschussung muss eine klare finanzielle Bedürftigkeit vorliegen. Gleichzeitig darf kein Anspruch auf vorgelagerte Sozialversicherungen oder sonstige finanzielle Hilfeleistungen bestehen.

Eine aktuelle Umfrage bei den Sozialregionen zeigt:

  • seit dem 26. März 2020 haben die Sozialregionen lediglich zwei Corona-Notbevorschussungen ausgezahlt.
  • Die regulären Sozialhilfe-Eintritte nehmen nur leicht zu.
  • Häufiger fallen Personen, die sich gerade erst von der Sozialhilfe ablösen konnten, wieder zurück in die Sozialhilfe. Dies aufgrund eines Jobverlusts.
  • Häufiger generieren Personen, die vor der Pandemie ein kleines Einkommen zusätzlich zur Sozialhilfe verdient haben, wieder höhere Sozialhilfekosten. Auch dies ist durch Jobverluste erklärbar.

Zeckensaison beginnt - Die wichtigsten Empfehlungen zur Prävention

Viele nutzen die schönen Frühlingstage für kurze Waldspaziergänge oder längere Laufrunden. Aber mit den frühlingshaften Temperaturen werden Zecken wieder aktiver. Die >Zeckenaktivitätskarten des Kantons Solothurn zeigen, dass die kleinen Spinnentierchen ein flächendeckendes Gesundheitsrisiko sind.

Zeckenstichen kann jedoch relativ einfach vorgebeugt werden. Die wichtigsten Empfehlungen:

  • Lange und gut schliessende Kleidung und Schuhwerk tragen
  • Zeckenschutzmittel verwenden
  • Nach Waldgängen Körper nach Zecken absuchen; Zecken so schnell wie möglich entfernen
  • Bei bestehendem Expositionsrisiko Impfung zur Vorbeugung von FSME

>Flyer zur Prävention von Zeckenstichen

>Informationsseite "Zecken" des Kantonsärtzlichen Dienst

Refresherkurs für diplomierte Pflegefachpersonen

Zur Bekämpfung der Corona-Krise hat der Kanton Solothurn Mitte März einen Reservepool für Gesundheitsfachpersonen ins Leben gerufen. Für diesen Pool haben sich zahlreiche diplomierte Pflegefachpersonen gemeldet, die bereits längere Zeit nicht mehr auf ihrem gelernten Beruf arbeiten.

Diesen Pflegefachpersonen bietet der Kanton Solothurn jetzt mit einem fünftägigen Refresherkurs die Möglichkeit, sich für einen Wiedereinstieg in den Pflegeberuf und für einen eventuellen Einsatz bei einer zweiten Corona-Welle fit zu machen.

Der Fokus des Kurses liegt auf der Akutpflege und stellt pflegerische Handlungen in den Vordergrund wie Notfallsituationen, Respirationsprobleme, Isolation/Hygiene oder Umgang mit Angst und Krise. Eine erste Kursdurchführung ist, bei genügend Anmeldungen, für Mitte Mai geplant. Angedacht ist, den Kurs später zum umfassenden Wiedereinsteigerkurs auszubauen und so dem Personalmangel in der Pflege auch nachhaltig entgegenwirken zu können.

Zivilschutz: Grösster Einsatz seit Jahrzehnten

Der Zivilschutz leistet im Kanton Solothurn derzeit seinen grössten Einsatz seit Jahrzehnten. Wegen COVID-19 standen bisher täglich zwischen 50 und 220 Angehörige des Zivilschutzes im Dienst. Bis heute wurden rund 2'300 Diensttage geleistet. Unter anderem unterstützt der Zivilschutz die Spitäler in Solothurn, Olten und Dornach bei ihren Eingangskontrollen.

Des Weiteren war er beteiligt beim Aufbau der dezentralen Testzentren im Kanton Solothurn oder beim Einrichten der ehemaligen Höhenklinik Allerheiligenberg, wo Corona-Patienten aufgenommen werden könnten.

Ämterübergreifender Einsatz in der Corona-Pandemie

Noch bevor das Virus die erste Person im Kanton Solothurn infizierte, liefen die Drähte bei Gina Vögeli heiss. "Zu Beginn, als niemand wusste, womit wir es zu tun haben, wollten alle mit den Kantonsärzten sprechen", erinnert sich die stellvertretende Leiterin Administration.

Besonders nach der Beschränkung von Veranstaltungen auf 100 Personen häuften sich die Anrufe - und bei Gina Vögeli die Überstunden. Inzwischen hat sich die Situation aber beruhigt: "Dank dem 'Contact Tracing Team' und der Hotline kann ich mich heute grösstenteils wieder dem Tagesgeschäft widmen".

Wie ihr Tagegeschäft aussieht, weiss Simone Zahno eigentlich gar nicht so genau. Anfangs März wurde sie als Sachbearbeiterin in der Fachstelle Integration eingestellt, aber das Coronavirus unterbricht bereits nach zwei Wochen ihre Einarbeitungszeit. Jetzt unterstützt sie das Gesundheitsamt.

"Ich koordiniere die Verteilung der Schutzmaterialien zwischen den Gesundheitsanbietern, die sie bei uns bestellen, und dem Zivilschutz, der sie dann verteilt", erklärt Zahno. Ausserdem ist sie Teil des 'Contact Tracing Teams'.

Was ist das? "Wir halten den Kontakt mit infizierten Personen und ihren engsten Kontakten. So können wir den Überblick über die Ausbreitung behalten". Das sei jetzt umso wichtiger, da der Bundesrat die ersten Lockerungen der Massnahmen beschlossen habe. "Bis jetzt habe ich nur positive Erfahrungen gehabt. Die Leute sind hilfsbereit und gehen verantwortungsvoll mit den Quarantänemassnahmen um".

Ein Stockwerk unter Simone Zahnos Büro kann Alexander Hofer die Wirksamkeit der Massnahmen an seinem Bildschirm mitverfolgen. Auf einem Laptop tippt der 23-jährige Student ein paar Zeilen Code in eine schwarze Konsole ein. Dann drückt er die Enter-Taste und auf dem Bildschirm erscheint ein Diagramm, das die inzwischen bekannte Form einer abflachenden Kurve hat. "Das sind die Neuansteckungen mit dem Coronavirus im Kanton Solothurn", erklärt Hofer.

Hinter den ganzen Diagrammen und Modellen, welche die Grundlage im Umgang mit der Pandemie bilden, reihen sich Zahlenkolonnen und Programmierbefehle, die für Laienaugen unverständlich sind. Nicht aber für Hofer.

Normalerweise studiert er Neurologie an der Eidgenössisch Technischen Hochschule in Zürich. Jetzt hat das Corona-Virus dem universitären Betrieb einen Strich durch die Rechnung gemacht, Vorlesungen und Seminare können nur noch online besucht werden. "Eigentlich wäre ich jetzt im Labor, um an meiner Masterarbeit zu forschen".

Da sich ein Labor aber schlecht über Skype oder Zoom bedienen lässt, unterstützt Alexander Hofer nun den Kantonsärztlichen Dienst in der statistischen Aufarbeitung der Pandemie.

"Für uns ist diese Unterstützung aus den verschiedenen Bereichen des Departements des Innern ungemein wichtig", sagt Dr. Bettina Dübi, stellvertretende Kantonsärztin.

Der kantonsärztliche Dienst sei normalerweise ein eher kleiner Betrieb. Durch die Pandemie sind die beiden Kantonsärzte aber vollständig mit medizinischen Fragen und der Umsetzung von epidemiologischen Massnahmen ausgelastet. "Daher sind wir froh, dass wir alle nicht medizinischen Aufgaben ausserhalb vom kantonsärztlichen Dienst und dem Gesundheitsamt verteilen können. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft ist spürbar gross".

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