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Newsletter Departement des Innern (DDI)
Nr. 13 - November 2020

Liebe Leserinnen und Leser

Auch wenn die schweizweite Statistik sinkende Covid-19-Fallzahlen aufweist, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Kanton Solothurn die Zahl der Covid-19-Erkrankten nicht wesentlich sinkt. Das bekommt das Personal in Alters- und Pflegeheimen, bei der Spitex und vor allem in den Spitälern tagtäglich zu spüren. Die Belastung der Gesundheitsversorger in unserem Kanton bleibt unverändert hoch.
Die sehr rasch angestiegene Zahl der Ansteckungen hat Ende Oktober auch das Contact-Tracing-Team an den Anschlag gebracht. Die Verschärfung der Massnahmen durch den Regierungsrat sowie eine erfolgreiche Reorganisation des Contact-Tracings haben die gewünschte Wirkung gezeigt: Die Aufgaben können wieder zeitgerecht bewältigt werden.

Trotzdem sollte unser Ziel bleiben, die Zahl der Ansteckungen möglichst gering zu halten. Nur wenn die Zahl der Ansteckungen massiv sinkt, können Einschränkungen gelockert und neue vermieden werden. Ich danke allen herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement.

Bleiben Sie gesund!

Mit solidarischen Grüssen

Susanne Schaffner, Regierungsrätin

Themen

Alle aktuellen Informationen

Alle aktuellen Informationen aus allen Departementen finden Sie zusammengefasst auf >corona.so.ch.

Neue Teststandorte für Antigen-Schnelltest

Mit der Einführung der Antigen-Schnelltests auf Covid-19 sind weitere Teststandorte im Kanton Solothurn dazugekommen. Insgesamt fünf Apotheken bieten den Antigen-Schnelltest auf telefonische Anmeldung an. Zudem führen mobile Einsatzteams sowie zahlreiche Arztpraxen den Schnelltest durch.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt, sich bei Symptomen testen zu lassen. Mit dem >Coronavirus-Check finden Sie am einfachsten heraus, ob Sie sich testen lassen sollen. Der Check ist anonym und berücksichtigt neben den Symptomen auch andere Faktoren wie Vorerkrankungen oder Alter.

Wann sollte ich einen Antigen-Schnelltest machen lassen?

  • Sie haben Symptome seit weniger als 4 Tagen
  • Sie arbeiten nicht im Gesundheitswesen mit Patientinnen und Patienten
  • Sie sind jünger als 65 Jahre
  • Sie haben keine Risikoerkrankung

>Hier finden Sie die Liste der Teststandorte für den Antigen-Schnelltest auf Covid-19.

Der PCR-Test auf Covid-19 bleibt der Standart in der Diagnostik. >Hier finden Sie die Übersicht über alle Teststandorte.

Informationsplakate Contact Tracing

Das Gesundheitsamt überwacht die Arbeit des Contact Tracings konstant. Die Prozesse und die Erkenntnisse der vergangenen Monate sind nun in übersichtlichen Informationsplakaten aufgearbeitet.

Intensiviertes "Backward Tracing" zur Verbesserung des Contact Tracing: Ein Pilotprojekt.

Da manche Fälle mehr Personen anstecken als andere, und somit auch mehr zum Infektionsgeschehen beitragen, sollte ein besonderes Augenmerk auf schon bestätigte oder potentielle Herdsituationen gelegt werden. Das Ziel des "Backward Tracing" ist die Übertragungsquelle oder –ort von bereits bestätigten Fällen herauszufinden und mögliche Cluster zu identifizieren.

Testkapazität: Bei Symptomen einfach zum Corona-Test

Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern, braucht es die Mithilfe der Bevölkerung: Sowohl bei der Einhaltung der Distanz- und Hygieneregeln als auch beim Testen bei Symptomen. Der Kantonsärztliche Dienst hat deshalb ein neues Testkonzept erarbeitet, das die Zusammenarbeit aller Akteure koordiniert und so die Testmöglichkeiten optimiert. Auf diesem Plakat sind die wichtigsten Kennzahlen zur Testkapazität im Kanton Solothurn.

Sentinel Surveillance an Schulen im Kanton Solothurn

Der Kanton Solothurn hat eine Überwachungsstruktur an 13 ausgewählten Schulen erstellt. Dieses Monitoring dient der raschen Erfassung von Veränderungen in der zeitlichen und räumlichen Verteilung von Erkrankungsfällen mit Covid-19 an Schulen. Der Ablauf ist auf diesem Plakat dargestellt.

Wenn alles nach nichts schmeckt

Der Herbst ist die schönste Jahreszeit, auch für das Virus. Die kälteren Temperaturen drängen die Menschen vom Aareufer zurück in die Innenräume, wo Abstände oft nicht eingehalten werden können und Aerosole das Virus überall verteilen. Längst hat die zweite Corona-Welle alle Regionen der Schweiz erreicht, und auch das Gesundheitsamt ist nicht vor einer Infektion gefeit.

Für Lisa* begann alles mit leichten Kopfschmerzen am Morgen. "Es war Montag und komisches Wetter, also habe ich mir wenig dabei gedacht", meint sie bei einem Spaziergang; einer der ersten seit Ende ihrer Isolation. Dann hätten sich die Symptome aber graduell verschlimmert und zwei Tage später war klar: Lisa hat Covid-19. Weiss Lisa, wo sie sich angesteckt hat? "Nein, und das ist beunruhigend."

Bisher ist der Ambassadorenhof glimpflich durch die Pandemie gekommen: Auf rund 160 Angestellte kommen gerade einmal fünf Infektionen. Das hat unter anderem mit dem Schutzkonzept zu tun: Im ganzen Haus gilt Maskenpflicht, in der Cafeteria darf nicht konsumiert werden und die Türklinken werden mehrmals täglich desinfiziert." Auch Lisa ist vom Schutzkonzept überzeugt: "Da hier alle Masken tragen und wir keine gemeinsamen Aufenthaltsräume haben, musste niemand an meinem Arbeitsplatz wegen mir in Quarantäne gehen."

Für sie selber sei die Idee der zehntägigen Isolation zuerst gar nicht so bedrohlich gewesen. Lisa ist jung, sportlich und nicht in einer Risikogruppe." Ich hatte mir vorgenommen, die Isolation mit Kochen und Backen zu verbringen." Kurze Zeit später verliert sie den Geruchs-und Geschmackssinn.

Was nach einer harmlosen Ironie des Schicksals klingt, verschärft sich bald weiter: Die laufende Nase und der Husten ist Lisa zwar rasch los, dafür ringt sie bald nach der kleinsten körperlichen Anstrengung nach Luft. "Als ich plötzlich Atemnot bekam, habe ich wirklich Angst bekommen." Lisa macht in der Folge eine ganze Reihe weiterer Symptome durch: Fieber, Durchfall, ständige Müdigkeit. Corona setzt ihr zu, und das mit 31 Jahren.

Inzwischen ist sie wieder symptomlos, mit Ausnahme des fehlenden Geruchs- und Geschmackssinns. "Wie wichtig diese beiden Sinne sind, merkt man erst, wenn man sie nicht mehr hat", sagt Lisa und nimmt einen Schluck vom Milchkaffee, der, wie alles andere, nach nichts schmeckt.

Und manchmal, wenn sie eine längere Treppe hochsteigen muss, merkt sie, dass sie noch nicht wieder vollständig fit ist. "Eine gewisse Angst vor den Langzeitfolgen bleibt." Lisa spricht das sogenannte "Longcovid"-Phänomen an, das die zum Teil schwerwiegenden Spätfolgen bei geheilten Covid-19-Patient*innen beschreibt.

Bald ist Dezember und die farbigen Herbstwälder werden langsam karger. Mit den Festtagen vor der Tür ist es umso wichtiger, auf grosse Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen zu verzichten. Lisa hat im Moment sowieso wenig Lust, Gruppen von Menschen zu treffen. "Eines ist klar: Ich will mich auf keinen Fall nochmals mit Covid-19 infizieren."

*Name dem Redaktor bekannt.

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