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Newsletter Departement des Innern (DDI)
Nr. 15 - Januar 2021

Liebe Leserinnen und Leser

2021 ist noch jung und wir sind hoffentlich voller Zuversicht. Dennoch wird uns wohl auch das neue Jahr nochmals viel abverlangen. Die Pandemie prägt den Alltag und auch die Arbeit im DdI nach wie vor.

Die personellen Ressourcen im Pandemiestab, für das Contact-Tracing, die Test- und Screeningzentren und seit anfangs Jahr auch für das rasche Verimpfen der immer noch knappen Impfdosen, mussten verstärkt werden. Die übliche Arbeit in den Ämtern hat trotz Corona nicht abgenommen.

Die Massnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie haben nicht nur das Wirtschaftsleben, sondern vor allem auch die Gemeinschaft, die sozialen Kontakte, das soziale Leben, stark beeinträchtigt. Themen wie Armut, häusliche Gewalt oder soziale und arbeitsmarktliche Integration beschäftigen uns seit Jahren, verlangen jetzt aber erhöhte Aufmerksamkeit.

Die Solidarität wird im 2021 umso wichtiger sein, weil wir niemanden zürcklassen wollen. Wir dürfen nicht vergessen, dass einige in der Krise viel verloren haben.

Mit solidarischen Grüssen

Susanne Schaffner

Themen

Alle aktuellen Informationen

Alle aktuellen Informationen aus allen Departementen finden Sie zusammengefasst auf >corona.so.ch.

Neues Screening-Zentrum Olten

Das kantonale Angebot an Corona-Teststandorten wird erweitert. Am 15.01.2021 wurde am Rötzmattweg in Olten ein weiteres Test-Zentrumm in Betrieb genommen. Wie bereits in Solothurn funktioniert auch das Screening-Zentrum in Olten nach dem Walk-in-/Drive-in-Prinzip. Die Zufahrt ist signalisiert, und der Testablauf ist ausgeschildert.

Getestet wird Montag bis Freitag von 11.00 - 20.00 Uhr; am Wochenende und an Feiertagen von 11.00 - 17.00 Uhr.

Anmelden kann man sich >hier.

Ambulante Pflege: Partnerschaftlich ausgehandelter Vergleich bringt Lösung für unbeglichene Restkosten

Dank eines zwischen dem Kanton, dem Verband Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) und dem Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) ausgehandelten Vergleichs erhalten freiberufliche Pflegende die gemeinsam definierten Restkosten der zwischen 2011 und 2018 ambulant erbrachten Dienstleistungen vergütet.

>Medienmitteilung

Online-Tagung Hinschauen und Handeln

Sucht, psychische Gesundheit, Gewalt – alles Themen, die während der Covid-19-Pandemie an Brisanz dazugewonnen haben. Die Fachstelle Prävention und Gesundheitsförderung organisiert am 03. März 2021 eine Fachtagung für Arbeitgebende, Führungspersonen und Personen, die in der Beratung tätig sind.

In vier Workshops sollen die Teilnehmenden lernen, warum es sich lohnt, in ihrem Arbeitsfeld auf psychische Belastungen von Mitarbeitenden und Klient*innen zeitnah zu reagieren. Ausserdem lernen sie Instrumente kennen, welche sie unterstützen, psychische Belastungen zu erkennen und diese anzusprechen.

Die Fachtagung findet online in interaktiven Gruppenräumen statt. Anmeldeschluss ist der 23. Februar 2021.

>Einladung

>Anmeldung

Interview mit Peter Eberhard, neuer Chef Gesundheitsamt

Peter Eberhard, mal ganz ehrlich: Wer kommt inmitten einer Pandemie auf die Idee, das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn zu übernehmen?

Diese Frage höre ich immer wieder. Ich war mir aber durchaus bewusst, dass diese Aufgabe sehr herausfordernd sein wird. Für mich ist es ein Privileg, in dieser für alle schwierigen Situation einen Beitrag leisten zu können. Mein Engagement ist zudem längerfristig ausgerichtet, im Gesundheitsamt warten viele andere spannenden Projekte und Aufgaben, auf die ich mich sehr freue.

Ich hatte in meinen früheren Tätigkeiten als Leiter der IV-Stelle Aargau und im Bundesamt für Sozialversicherungen viele Berührungspunkte mit Gesundheit, Medizin und Politik, welche ich hier einbringen kann. Und nicht zuletzt war für mich auch ausschlaggebend, dass ich mich für den Kanton einsetzen wollte, in dem ich auch wohne.

Wie hast du die ersten Wochen in deiner neuen Position erlebt?

Mein Arbeitsbeginn startete mit der Eröffnung des Impfzentrums in Solothurn, das war natürlich ein super Einstieg. Seither geht es Schlag auf Schlag und ich durfte und musste auch viel lernen. Ich bin beeindruckt von der Leistung, welche im Rahmen der Pandemiebekämpfung erbracht wird und von der Hilfsbereitschaft.

Man spürt, dass alle am gleichen Strick ziehen und Lösungen finden wollen. Und ja, die Tage sind lang und am Abend bin ich jeweils erschöpft, aber auch glücklich, wieder einen Schritt weiter gekommen zu sein.

Was verschafft dir in der Freizeit Ausgleich?

Primär meine Familie. Wichtig ist für mich zudem Bewegung, wie Joggen, Bergläufe und Mountainbiken, aber auch diskutieren und gemütlich mal ein Bier trinken.

Welche grösseren Projekte beschäftigen das Gesundheitsamt neben der Covid-19-Pandemie in naher Zukunft?

In den nächsten Monaten wird die Pandemiebekämpfung das zentrale Thema bleiben. Aber ganz grundsätzlich ist unser zentrales Ziel, dass die Menschen im Kanton gesund bleiben und, wenn sie krank werden, Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung haben – und das zu einem vernünftigen Preis.

Die Übersicht über die konkreten Projekte habe ich ehrlicherweise noch nicht, wichtig für mich sind ein koordiniertes Zusammenspiel der Akteure und ein konstruktiver Dialog.

Die Stafette endet mit einem Pieks

Um Viertel vor Zehn reihen sich bereits rund 20 Personen vor dem Nebeneingang der Rythalle in Solothurn – alle mit Maske, schön mit Abstand. Sie wollen heute gegen Covid-19 geimpft werden. Doch bevor sie die Impfung erhalten, müssen sie zuerst eine Tour durch die Rythalle antreten. 

Eine Tour, die Markus Jenal inzwischen blind ablaufen kann; er hat sie nämlich feinsäuberlich durchgeplant. Der ehemalige Spitalapotheker kommt am Ende seiner Karriere zurück zum Kanton Solothurn – als Koordinator des Impfzentrums. Wir treffen uns im kleinen Container an der Westseite der Rythalle, der als Pausenraum dient. Dort gibt Urs Schmid, Chef Regionenpolizei, gerade an zwei Zivildienstleistende letzte Anweisungen, bevor das Impfzentrum um zehn Uhr seine Pforten öffnet. 

Der Zivildienst übernehme die Registrierung und die Administration, erklärt Jenal, als wir zum Eingang laufen. "Dazu kommt für uns die Logistik, die Gesundheitsfachpersonen, die die Impfungen ausführen, und die Ärzt*innen, die den Gesundheitszustand der Geimpften überwachen." Insgesamt arbeiten im Impfzentrum rund 120 Personen verteilt von Montag bis Samstag, pro Schicht sind 20 Personen vor Ort.

Bevor wir eintreten können, wird die Temperatur gemessen; wer erhöhte Temperatur hat, muss einen neuen Termin abmachen. Danach beginnt der Stafettenlauf: Zuerst müssen sich die Impfwilligen anmelden: Nur wer gemäss BAG für die Impfung berechtigt ist (über 75-Jährige sowie Risikopatientinnen und Risikopatienten) und einen Termin hat, darf weiter. Es folgen zwei kleine Kammern, in denen Ärzt*innen letzte Fragen zur Impfung stellen und beantworten. Dann führt der Weg in den Hauptraum der Rythalle, wo farbige Banner mit Buchstaben die verschiedenen Impfstationen markieren. "Jetzt gerade sind vier Stationen in Betrieb, alle mit dem Moderna-Impfstoff", erklärt Jenal. Dieser wird in zwei Containern von freiwilligen Gesundheitsfachpersonen aufbereitet und richtig beschriftet. 

In der Schweiz sind bisher zwei Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen, ein Dritter durchläuft gerade das Zulassungsverfahren. Neben den Impfungen im Impfzentrum sei aktuell ein mobiles Impfteam in einem Altersheim unterwegs, sagt Jenal, und zeigt auf eine der grossen Kühlboxen, die die Impfteams täglich in die Institutionen bringen. "Das erste Altersheim hat bereits die zweite Imfpdosis erhalten." Diese ist nötig, damit die Impfung die volle Schutzwirkung entfaltet.

Nach dem Pieks müssen die Geimpften noch für 15 Minuten in einem Warteraum sitzen, damit allfällige Reaktionen auf die Impfung abgewartet werden können. Wem es ganz schlecht gehen sollte, wird überwacht und kann sich in einen Liegeraum erholen. "Das war bisher noch nicht nötig", weiss Jenal. Mehr als schwache Kopfschmerzen und leichte Rötungen an der Einstichstelle hatte bisher niemand zu beklagen. 

Im Kanton Solothurn wurden inzwischen rund 10'200 Menschen geimpft. Am 8. Februar werden in Olten und Breitenbach zudem zwei weitere Impfzentren eröffnet. Das bedeutet erneut viel Arbeit für Markus Jenal. Zumindest für den Ablauf kann er die Rythalle aber als Vorlage verwenden – der organisatorische Stafettenlauf funktioniert hier einwandfrei.

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