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DDInside
Nr. 20 - Februar 2022

Liebe Leserinnen und Leser

Das Departement des Innern ist seit dem 1. Januar 2022 neu organisiert. Das Aufgabengebiet des Gesundheitsamts wurde erweitert; das Amt für soziale Sicherheit heisst neu Amt für Gesellschaft und Soziales. Mit dieser internen Reorganisation werden wir unsere Leistungen noch effizienter erbringen können. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in diesem Newsletter. A propos: unser Newsletter heisst neu «DDInside» und wird künftig noch tiefere Einblicke hinter die Kulissen des DDI bieten. Wir möchten Sie näher an den vielfältigen Themen des DDI teilhaben lassen – mit spannenden Geschichten und interessanten Menschen, jeweils viermal pro Jahr. Den Anfang machen in dieser Ausgabe drei Schlüsselpersonen meines Departements: der Departementssekretär Simon Haller, die Kantonsärztin Yvonne Hummel und der abtretende Departementssekretär Heinrich Schwarz – drei Porträts mit persönlichen und erfrischenden Einblicken. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre!

Regierungsrätin Susanne Schaffner
Vorsteherin Departement des Innern

Themen

Effizientere Leistungen dank neuer Organisation

Das Departement des Innern (DDI) mit seinen rund 1000 Mitarbeitenden ist das grösste Departement der kantonalen Verwaltung. Per 1. Januar 2022 wurde das DDI neu organisiert. Das Aufgabengebiet des Gesundheitsamts wurde erweitert; das Amt für soziale Sicherheit heisst neu Amt für Gesellschaft und Soziales.  

Im Frühling 2020 hat die Vorsteherin des DDI, Regierungsrätin Susanne Schaffner, den Auftrag für eine interne Reorganisation erteilt. Die Aufgabengebiete des Gesundheitsamts, des Amts für soziale Sicherheit und des Departementssekretariats sollten neu strukturiert werden. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen. Die zeitgemässe Organisationsstruktur gewährleistet, dass die Aufgaben dort angesiedelt sind, wo sie am besten erbracht und Synergien optimal genutzt werden können.

Die Stärkung des Gesundheitsamts

Im Gesundheitsamt wurden mit der Neuorganisation wichtige Themen der Gesundheitsversorgung zusammengeführt. «Dadurch können wir diese Themen nun ganzheitlicher angehen», sagt Peter Eberhard, der Leiter des Gesundheitsamts. Folgende Bereiche wurden per 1. Januar 2022 vom bisherigen Amt für soziale Sicherheit in das Gesundheitsamt überführt: Suchtprävention und Gesundheitsförderung; Bewilligung und Aufsicht über Alters- und Pflegeheime, Spitexorganisationen, Tagesstätten, Spitex und Suchthilfe; Anlauf- und Koordinationsstelle für Altersfragen sowie Aufgaben im Pflegebereich. Neben diesen neuen Themen verantwortet das Gesundheitsamt seine angestammten Aufgaben im Bereich der Spitalversorgung, der Berufsausübungs- und Betriebsbewilligungen, der Lebensmittelkontrolle und des kantonsärztlichen Dienstes sowie aktuell insbesondere auch die Bewältigung der Covid-19-Pandemie.

Das neue Amt für Gesellschaft und Soziales

Das bisherige Amt für soziale Sicherheit trägt seinen Namen aus einer Zeit, in der primär die Existenzsicherung im Vordergrund stand. Heute geht es darum, soziale Probleme und Notlagen nicht nur zu lösen, sondern ihnen vorzubeugen. Der neue Name «Amt für Gesellschaft und Soziales» (AGS) soll sinnbildlich für diesen Wandel stehen. Mit der Verschiebung von gewissen Aufgaben in das Gesundheitsamt bleiben folgende Bereiche in der Verantwortung des AGS: Koordination, Förderung und Weiterentwicklung der vielschichtigen Gesellschaftsthemen; Vollzugsaufgaben im Bereich der Sozialhilfe und Sozialleistungen; Aufsichtsaufgaben und Bewilligung von Institutionen. Auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) sind weiterhin als dezentrale Organisationseinheiten beim AGS angesiedelt «Mit dieser neuen Organisation können wir uns besser auf die sozialen Kernaufgaben konzentrieren und auch auf künftige Entwicklungen reagieren», sagt Sandro Müller, der Chef des Amtes für Gesellschaft und Soziales.

Gebündelte Stabsarbeit und neue Führung

Mit der Bündelung der Stabsaufgaben (Administration, Recht, Controlling, Kommunikation) im Departementssekretariat, das fortan als eigenes Amt geführt wird, konnte eine weitere wichtige Optimierung vorgenommen werden. Dem Departementssekretariat sind zudem neu die vier regionalen Oberämter angegliedert. «Ich habe mich in den ersten Wochen gut eingelebt und freue mich auf die spannenden Aufgaben in diesem äusserst vielfältigen Departement», sagt der neue Departementssekretär Simon Haller. Er ist seit dem 1. Dezember 2021 im Amt und hat die Nachfolge von Dr. Heinrich Schwarz übernommen, der in den wohlverdienten Ruhestand tritt.

Text:
Philipp Kummli, Kommunikationschef DDI
Sandro Müller, Chef Amt für Gesellschaft und Soziales
Peter Eberhard, Leiter Gesundheitsamt

Der neue Departementssekretär Simon Haller: ein Porträt

Simon Haller leitet seit dem 1. Dezember 2021 das Departementssekretariat des DDI. Ein Porträt über den Departementssekretär, der es als Oltner Jasskönig ins Fernsehen geschafft hat und gerne Heavy-Metal-Konzerte besucht.

Simon Haller sitzt in seinem Büro im Ambassadorenhof in der Solothurner Altstadt. Auf seinem Schreibtisch stappeln sich Ordner. Viele Themen des Departements des Innern sind neu für ihn. Simon Haller arbeitete zuvor als betriebswirtschaftlicher Leiter der Frauenklinik am Inselspital Bern. «Das war ein spannender Mikrokosmos», sagt der 42-jährige Oltner, der nach der Matura als Snowboardlehrer und auf Robinson-Spielplätzen gearbeitet hat. Nun ist er Departementssekretär des grössten Departements der kantonalen Verwaltung.

Gründungsmitglied der Solothurner Grünliberalen

Der Vater zweier schulpflichtiger Kinder hatte bislang wenig Berührungspunkte mit den vielfältigen Themen des DDI. Soziales, Migration, Polizei, Justizvollzug – das kannte er bislang nur aus Sicht des Bürgers. Das Gesundheitswesen hingegen war sein tägliches Brot. Simon Haller bezeichnet sich als politischen Menschen. Er sass sechs Jahre lang im Gemeindeparlament von Olten, als erster Vertreter der Grünliberalen. Die GLP Kanton Solothurn hat er mitgegründet. «Als Teil der Mitte-Fraktion durfte ich oft das bekannte Zünglein an der Waage spielen», sagt Simon Haller. Als Politiker hat er in Olten Spuren hinterlassen. Zusammen mit Gleichgesinnten hat er die autofreie Innenstadt bzw. Kirchgasse durchgebracht. Und er hat eine Diskussion lanciert, wieviel öffentliche Gelder in die städtischen Museen investiert werden sollen. Dabei habe er sich nicht gerade beliebt gemacht, meint Simon Haller schmunzelnd. Konflikten geht der Oltner nicht aus dem Weg. Seine Art sei klar und direkt, was eher unschweizerisch sei.

Telefon-Jasser beim «Donnschtig-Jass»

Schon eher schweizerisch ist eines seiner Hobbys: Jassen. Das brachte Simon Haller sogar einmal ins nationale Fernsehen. «Ich habe damals zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt einen Differenzler gejasst. Und irgendwie gewonnen». Dadurch wurde Simon Haller Oltner Jasskönig und Telefon-Jasser beim «Donnschtig-Jass». Eine seiner Leidenschaften ist Musik. Er besitzt rund 1000 CDs. Vor der Pandemie hat er fast monatlich ein Konzert besucht, von Punk oder Heavy Metal über Rap bis hin zu Klassik. Und auch Sport hat für ihn einen grossen Stellenwert: Rennvelofahren, Tennis, Fussball – früher aktiv beim FC Trimbach. Gefragt nach seinem Lieblingsspieler, sagt Simon Haller: «Diego Maradona. Ich finde Figuren spannend, die Ecken und Kanten haben».  

Text: Philipp Kummli, Kommunikationschef DDI

Kantonsärztin Yvonne Hummel im Interview

Seit dem 1. Dezember 2021 ist Yvonne Hummel Solothurner Kantonsärztin. Ein Gespräch über Aargauer Klischees, öffentliche Kritik und Gartenarbeit als Ausgleich zu ihrem Job.

Yvonne Hummel, Sie haben die Pandemie als Kantonsärztin im Aargau erlebt. Nun stehen Sie im Dienst des Kantons Solothurn, wieder als Kantonsärztin. Wie oft mussten Sie in den letzten Wochen erklären, warum Sie sich das antun?

Ja, das wurde ich schon gefragt. Ich bin im Kanton Solothurn aufgewachsen (Dulliken), weshalb ich mich mit diesem Kanton verbunden fühle. Meine Familie lebt immer noch in der Region Olten. Ich freue mich, im Kanton meiner Kindheit und Jugend nun beruflich engagiert zu sein. Die einzelnen Aufgaben sind nicht in jedem Kanton gleich geregelt. Und im Kanton Solothurn wurde das Gesundheitsamt soeben reorganisiert. Es ist attraktiv, die Zukunft mitgestalten zu können.

Es gibt viele Klischees über den Aargau (weisse Socken, schlechte Autofahrer, Rüebli-Kanton, etc.). Mussten Sie in Solothurn schon viele Sprüche diesbezüglich hören?

(Lacht) Nein, bis jetzt musste ich mir keine Sprüche anhören. Ich bediene aber auch keines dieser Klischees.

Stehen Sie gerne im Rampenlicht?

Ich habe das Rampenlicht nicht gesucht. Zur Funktion einer Kantonsärztin gehört es aber, die Öffentlichkeit über Massnahmen zu informieren. Dazu gehören auch mediale Auftritte. Ich erachte es als Privileg, mich im Rahmen der Pandemiebewältigung engagieren zu können.

In der Öffentlichkeit stehen heisst auch Kritik einstecken. Wie gehen Sie damit um?

Es ist klar, dass man in dieser Funktion Kritik erhält. Teilweise ist der Ton nicht passend. Ich nehme inhaltliche Kritik ernst und versuche diese zu berücksichtigen. Schlussendlich muss man aber immer abwägen und den Weg gehen, den man für richtig hält.

Was haben Sie für einen Ausgleich zum Job?

Den Ausgleich finde ich vor allem mit Beschäftigungen in der Natur, sei es Gartenarbeit oder Waldspaziergänge. Auch die Familie hilft beim Ausgleich. Zur Entspannung sind mir aber auch Ruhezeiten wichtig. Dabei helfen mir Yoga und Meditation.

Was macht eine Kantonsärztin eigentlich, wenn keine Pandemie herrscht?

Als Kantonsärztin gibt es viele spannende Aufgaben. Eine Kantonsärztin erteilt zum Beispiel Bewilligungen, wer in Substitutionsprogrammen mit Methadon oder anderen Substanzen mitmacht. Oder man ordnet Massnahmen an zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Masern, Hirnhautentzündungen. Ich beaufsichtige auch Ärztinnen und Ärzte und stelle Bewilligungen aus, damit diese ihren Beruf ausüben können. Eine zentrale Rolle haben Kantonsärztinnen und Kantonsärzte zudem bei der Diskussion, wie die medizinische Qualität in der Gesundheitsversorgung sichergestellt oder verbessert werden kann.

Interview: Philipp Kummli, Kommunikationschef DDI

Heinrich Schwarz geht nach 30 Jahren als Departementssekretär in Pension

Nach 30 Jahren im DDI geht Heinrich Schwarz in Pension. Im Interview sagt der abtretende Departementssekretär, dass er kein Buch über seine Erlebnisse mit den Regierungsräten schreiben wird und auf was er sich künftig freut.

Heinrich Schwarz, Sie gehen Ende Februar in Pension, nach 30 Jahren als Departementssekretär und fast so lange auch als Chef Gesundheitsamt in Personalunion. Sind Sie froh, der Pandemie zumindest im Job endlich den Rücken kehren zu können?

Ja, ich bin froh, künftig nur noch als Einwohner des Kantons Solothurn mit der Pandemie zu tun zu haben und nicht mehr beruflich. Zudem glaube ich, dass es für die Rentner ohnehin etwas einfacher ist, mit der Pandemie umzugehen als für die meisten Berufstätigen.

Was waren in Ihrer Amtszeit die grössten politischen Erfolge im DDI, wo gab es «Niederlagen»?

Das Wichtigste und Schwierigste war die Bereinigung der Spitalstrukturen im Kanton Solothurn. Ein langer Weg zum Erfolg, gespickt mit «Niederlagen». Das Ganze begann 1993, als der Regierungsrat zuhanden des Kantonsrates die Schliessung von Spitälern beschloss. Über die Jahre gab es «Niederlagen» im Kantonsrat und tausende Leute kamen nach Solothurn, um zu demonstrieren. Die ersten zwei Volksabstimmungen zur Schliessung der Höhenklinik Allerheiligenberg gingen verloren. Erst im dritten Anlauf 2010 hat es dann geklappt. Zur Bereinigung der Spitalstrukturen gehören nicht nur die Schliessung von drei Spitälern, sondern auch die Gründung der Solothurner Spitäler AG 2006 und der Neubau des Bürgerspitals Solothurn. Als grossen Erfolg möchte ich zudem die Pionierleistung des Kantons Solothurn beim Rauchverbot erwähnen. Wir waren der zweite Kanton, der ein solches Rauchverbot eingeführt hat. Das ist für die Gesundheit der Bevölkerung im Alltagsleben spürbar und heute nicht mehr wegzudenken.

Der Ton in der Politik ist gerade in den letzten Jahren rauer, populistischer geworden. Haben Sie das auch im Kanton Solothurn festgestellt?

Im Vergleich zu anderen Kantonen war bei uns das politische Klima meistens weniger rau. Aber auch bei uns ist es rauer geworden. Angesichts der Pandemie und der Bedeutung von Social Media dürfte sich daran in nächster Zeit leider nichts ändern.

Sie haben für drei Regierungsräte gearbeitet: Rolf Ritschard, Peter Gomm und zuletzt Susanne Schaffner. Welche speziellen Erlebnisse mit diesen Persönlichkeiten sind Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben?

Sehr geschätzt bei allen drei habe ich die ausserordentlich hohe Fachkompetenz. Alle kannten ihre Dossiers bestens. Speziell in Erinnerung bleibt mir die Zeit zu Beginn der Bereinigung der Spitalstrukturen. Dies war für Rolf Ritschard sehr schwierig. Vereinzelt war es ein Spiessrutenlauf vom Ambassadorenhof ins Rathaus, wenn die entsprechenden Geschäfte im Kantonsrat traktandiert waren. Rolf Ritschard wurde von Demonstrierenden beschimpft und in vielen Leserbriefen angefeindet. Zumindest gegen aussen hat er dies stets mit stoischer Ruhe getragen, in der Überzeugung, dass er für eine gute Sache kämpft.

Nach einer so langen Zeit und nahe an Regierungsmitgliedern könnten Sie wohl ein Buch schreiben mit vielen spannenden Geschichten. Wäre das ein Projekt für die Pension?

Nein, aktuell habe ich keine Projekte für die Pension. Langweilig wird es mir aber sicher nicht werden.

Auf was freuen Sie sich am meisten?

Im Moment freue ich mich auf die grosse Freiheit und das Privileg, den ganzen Tag machen zu können, was ich will. Ich bin seit 33 Jahren glücklich verheiratet, habe vier erwachsene Kinder, einen Enkel – Tendenz steigend - und langjährige gute Freunde. Mehr kann man eigentlich nicht haben und daran ändert auch die Pandemie nichts.

Interview: Philipp Kummli, Kommunikationschef DDI

Aktuelle Informationen zu Covid-19

Welche Massnahmen gelten aktuell im Kanton Solothurn? Wo kann ich mich impfen oder testen lassen? Wo erhalte ich Hilfe bei Ängsten und Sorgen? Auf >corona.so.ch haben wir alle Informationen des Kantons zur Pandemiebekämpfung zusammengetragen.

Ihre Meinung ist uns wichtig

DDInside – der Newsletter des Departements des Innern – erscheint viermal pro Jahr. Wir wollen Ihnen einen Blick hinter die Kulissen des DDI ermöglichen und aufzeigen, um welche vielfältigen Themen wir uns für die Solothurner Bevölkerung kümmern. Haben Sie Anregungen, Lob oder Kritik zum Newsletter? Wir freuen uns über Ihr Feedback.