Solothurner Kunstpreis für den Theatermann Hans J. Ammann

Solothurn, 26. September 2007 – Der Regierungsrat hat dem Theatermann und Regisseur Hans J. Ammann (65, Solothurn) den mit 20'000 Franken dotierten diesjährigen Kunstpreis des Kantons Solothurn zugesprochen. Acht Kulturschaffende erhalten Auszeichnungspreise die mit je 10'000 Franken dotiert sind. Zwei Anerkennungspreise von je 10'000 Franken gehen an den Tambourenverein Laupersdorf-Thal und Jakob Otter, Ehrenpräsident und Ehrendirigent, sowie an den Solothurner Professor für Allgemeine und Schweizerische Zeitgeschichte an der Universität Fribourg, Urs Altermatt. Die Übergabefeier findet am Montag, 12. November 2007 um 18.30 Uhr im Kultursaal in Balsthal statt.

In seiner Begründung zur Auszeichnung von Hans J. Ammann hält das antragstellende Kantonale Kuratorium für Kulturförderung u.a. fest, dass die über 30-jährige Theaterarbeit des Kunstpreisträgers Inszenierungen, Stückbearbeitungen, Dramaturgien, kultur- und theaterpolitische Veröffentlichungen unter anderem am Theater Biel Solothurn, an den Basler Theatern, den Städtischen Bühnen Freiburg i.Br. (Chefdramaturg, Intendant) und am Stadttheater Konstanz (Intendant) beinhaltet; er war Mitglied der Theaterleitungen unter anderem bei der Schaubühne Berlin und am Schiller Theater Berlin. Hans J. Ammann ist überzeugt, dass jedes Theater ein kleines oder größeres Kraftwerk ist, das Lebensstrom produziert, Möglichkeiten zu Ende denkt, Phantasien austräumt, zugunsten der Menschen, die sich darauf einlassen. In dem Sinne bestand seine kontinuierliche und unermüdliche Arbeit immer darin, das Theater den Menschen näher zu bringen. Ebenso trat er immer wieder in Dialog mit Künstlern und Kulturinstitutionen seiner Region. Daraus entstanden spannende Projekte wie z. B. Durst, Anne Bäbi im Säli, zweisprachige Produktionen oder Koproduktionen mit andern Theatern.

Als Träger der mit je 10‘000 Franken dotierten Auszeichnungspreise wurden bestimmt:

- Anne Rüedi, BellachPreis für Malerei
- Michael Erni, DullikenPreis für Musik
- Verein Zauberlaterne, SolothurnPreis für Filmvermittlung
- Stefan Kaegi, SolothurnPreis für Theater
- Erhard von Büren, SolothurnPreis für Literatur
- Peter Niklaus, OltenPreis für Kulturvermittlung                    
- Otto Bitterli, HersiwilPreis für Kulturvermittlung
- Barbara Jost, LangendorfPreis für Musik


Je einen Anerkennungspreis des Regierungsrates (10‘000 Franken) erhalten:

-Tambourenverein Laupersdorf-Thal und Jakob Otter, Ehrenpräsident und Ehrendirigent, sowie
-Urs Altermatt, Professor für Allgemeine und Schweizerische Zeitgeschichte an der Universität Fribourg.


Fotos der Preisträger abrufbar unter: www.staatskanzlei.so.ch/bildarchiv

KUNSTPREIS

Hans J. Ammann, Intendant, Regisseur, Autor
Geboren 31.05.1942 in Solothurn
Heimatort: Obererlinsbach
Obergasse 22, 2502 Biel
1987 Preis für Theaterarbeit

Die über 30-jährige Theaterarbeit des Hans J. Ammann beinhaltet Inszenierungen, Stückbearbeitungen, Dramaturgien, kultur- und theaterpolitische Veröffentlichungen unter anderem am Theater Biel Solothurn, an den Basler Theatern, den Städtischen Bühnen Freiburg i.Br. (Chefdramaturg, Intendant) und am Stadttheater Konstanz (Intendant); er war Mitglied der Theaterleitungen unter anderem bei der Schaubühne Berlin und am Schiller Theater Berlin. Hans J. Ammann ist überzeugt, dass jedes Theater ein kleines oder größeres Kraftwerk ist, das Lebensstrom produziert, Möglichkeiten zu Ende denkt, Phantasien austräumt, zugunsten der Menschen, die sich darauf einlassen. In dem Sinne bestand seine kontinuierliche und unermüdliche Arbeit immer darin, das Theater den Menschen näher zu bringen. Ebenso trat er immer wieder in Dialog mit Künstlern und Kulturinstitutionen seiner Region. Daraus entstan-den spannende Projekte wie z. B. Durst, Anne Bäbi im Säli, zweisprachige Produktionen oder Koproduktionen mit andern Theatern.

PREIS FÜR THEATER

Stefan Kaegi, Theaterschaffender
Geboren am 27.11.1972 in Wil SG
Heimatort: Basel, Bauma ZH
Heidenhubelstrasse 15, 4500 Solothurn
Stresemannstrasse 29, D-0963 Berlin
1997 Werkjahrbeitrag

Stefan Kaegi beschäftigt sich mit der Spannung zwischen der Schauspiel-Tradition und dem experimentellen Entgrenzen der Möglichkeiten des Theaters. Themen für neue Projekte realisiert er in verschiedensten Ländern und in der Regel nicht allein, sondern in Zusammenarbeit mit andern. Entstanden sind Theaterstücke, Hörspiele und Installationen, in denen oft sogenannte „Experten aus der Wirklichkeit“ oder „Spezialisten“, also Theater-Laien, als Darsteller ihrer selbst auftreten. Durch die Inszenierung entstehen so Projekte mit einem dokumentarischen Hintergrund, die das reale Leben mit der Fiktion verbinden. Man weiß nicht, wo das Theater beginnt und die Realität aufhört.

PREIS FÜR LITERATUR

Erhard von Büren, Schriftsteller
Geboren am 29.12.1940 in Oberdorf
Heimatort: Oberdorf
Blumenrain 5, 4500 Solothurn
1989 Werkpreis
1993 Werkjahrbeitrag

Erhard von Büren schafft es in seinen Romanen – Abdankung. Ein Bericht, erschienen 1989, und Wespenzeit, erschienen im Jahr 2000 – sein grosses Wissen in den Gebieten Psychologie, Literatur in Frankreich, England, Amerika und Deutschland in einen frischen lakonisch-humorvollen Stil einfliessen und Fiktion werden lassen. Erhard von Büren giesst in einen fast James-Joyce’schen Bewusstseinstrom Erinnerungen an Liebesgeschichten, Familienleben, Studenten und Lektüreepisoden ein. Und immer sind seine Alter Egos Büchermenschen und Re-flektierende, immer wach und weltoffen. Sein Stil – gespickt mit Widerborstigkeit und Witz – täuscht in Leichtigkeit darüber hinweg, dass der Autor ein grosser Schaffer ist, ein Poeta doctus, der jahrelang an seinen Texten feilt und schmirgelt bis sie ohne Schlacken schimmern.

PREIS FÜR MALEREI

Anne Rüede, Malerin
Geboren am 05.10.1934 in Ulm (D)
Heimatort: Sulz AG
Viaduktstrasse 20, 4512 Bellach

Anne Rüede hat durch die intensive Auseinandersetzung mit kreativen Ausdrucksformen und durch den Besuch unzähliger Seminare, Workshops und Freikursen zu ihrer Formensprache gefunden. Aufwendiges Handwerk präsentiert sich bei Anne Rüede in schlichten Bildobjekten, die ihre Wirkung aber umso kraftvoller entfalten, je länger man sich Zeit für die Betrachtung nimmt. Anne Rüedes Werke leben von der ästhetischen Sparsamkeit, von einer schnörkellosen Harmonie und sind das Resultat eines intensiven Arbeitsprozesses, einer unendlichen Geduld. Die Reduktionen mit kostbaren Pigmenten zeugen von einer nahezu meditativen Kraft.

PREIS FÜR MUSIK

Michael Erni, Gitarrist
Geboren am 04.04.1956 in Olten
Wilberg 11, 4657 Dulliken
1986 Werkpreis

Neben seiner Lehrtätigkeit an der Kantonsschule Olten hat sich Michael Erni in den vergan-genen Jahren als Komponist einen Namen gemacht. Ob Werke für Gitarre allein, für verschiedene kammermusikalische Besetzungen oder auch für Chor und Orchester – alles zeugt von solidem kompositorischem Schaffen, aber auch von kreativen Ideen. Neben dem klassischen Stil haben ihn andere Stilrichtungen immer sehr interessiert. Dies bezeugen zum Beispiel sein "Musical for three", für Flöte, Oboe und Gitarre oder sein jüngstes Werk "Connecting". Dieses virtuose Solokonzert für elektrische Gitarre und Orchester wurde 2005 erfolgreich in der Zürcher Tonhalle uraufgeführt. Die Konzerttätigkeit von Michael Erni ist sehr vielseitig, sei es als Solist mit bekannten Orchestern und Ensembles oder im Duett mit dem Tenor Matthias Aeberhard. Ebenso gehören verschiedene hervorragende Rundfunk- und CD-Aufnahmen immer wieder zu seiner künstlerischen Arbeit und dokumentieren sein ausgereiftes und technisch brillantes Gitarrenspiel.

PREIS FÜR MUSIK

Barbara Jost, Oboistin
Geboren 29.08.1957 in Olten
Heimatort: Nunningen, Wynigen
Bergstrasse 11, 4513 Langendorf

Barbara Jost ist eine facettenreiche Musikerin – ausgebildet in Oboe und Blockflöte – widmet sie sich neben der Interpretation auch der Komposition und Improvisation. Als Interpretin spielt sie mit vibrierender Musikalität in verschiedensten musikalischen Stilen und Formationen. Ob ernste oder heitere Musik – ihr überaus lustvolles Musizieren wirkt immer authentisch und ansteckend. Ihr kompositorisches Schaffen zeigt ihr Sensorium für viele Themen, seien sie noch so entlegen. Historischen Stoffen, Sagen, Märchen, literarischen Texten, Bildern, Skulpturen, ja sogar Bauernhöfen nähert sie sich mit feinem Gespür, sucht nach musikalischen Verbindungen, lotet das Wesentliche aus und schafft subtile Klangbilder. Ihre inspirierte Vielseitigkeit lässt sie unter anderem Bühnenmusik zu Freilichtspielen, Film- und Hörspielmusik, Gesänge für Frauenchor, Weihnachtsmusik und diverse literarisch-musikalische Projekte schaffen. Die Musik von Barbara Jost erkennt man an ihrem speziellen Gestus: Sie unterordnet ihren Stil der musikalischen Aussage und erreicht dadurch eine starke Affinität zum Thema.

PREIS FÜR FILMVERMITTLUNG

Verein Zauberlaterne
Vertreten durch Martina Mercatali, Geschäftsleitung, Solothurn
Mühleweg 9, 4500 Solothurn

Die Ursprungsidee für Verein Zauberlaterne, diesen grössten Filmclub Europas, entstand in den neunziger Jahren in Solothurn während der Solothurner Filmtage. Im Rahmen einer Fachtagung wurde Handlungsbedarf festgestellt bezüglich des Filmunterrichts für Kinder im Kindergartenalter und für die Unter- und Mittelstufe. Zwei Filmschaffende aus Neuchâtel begannen daraufhin ein Konzept zu erarbeiten, das bald schon in der ganzen französischen Schweiz und später in der deutschen Schweiz Fuss fassen sollte: Ziel der Zauberlaterne ist es, Kinder Filme lesen zu lehren. Unter professioneller Führung lernen die Kinder Filme lesen und verstehen, neun Mal pro Jahr, eingefasst in die drei Themenzyklen: Filme zum Lachen, Filme zum Weinen und Filme zum ein wenig Fürchten; jeder Dreierzyklus versucht die gesamte Filmgeschichte abzudecken; das ist nicht viel doch immerhin ein Anfang. Eine Zauberlaterne-Vorführung ist die etwas andere Art, Filme anzuschauen und dabei ganz nebenbei Filmunterricht mitzukriegen.

PREIS FÜR KULTURVERMITTLUNG

Peter Niklaus
Geboren am 13.08.1947
Heimatort: Münchringen BE
Schöngrundstrasse 64, 4600 Olten

Peter Niklaus war von 1983 bis 2007 Präsident der Gesellschaft Oltner Kabaretttage. Er hat die Entwicklung des Satirefestivals ganz wesentlich geprägt. Während seiner Präsidialzeit fanden 20 Kabaretttage in Olten statt. Seine ausgezeichneten Kontakte zu Kabarettisten im In- und Ausland sowie seine fundierten Kenntnisse der Kleinkunstszene haben dazu beigetragen, dass die Oltner Kabaretttage zum Dreh- und Angelpunkt für Freunde des geistreichen Humors geworden sind. Nach den ersten grossen Erfolgen setzte er sich auch für die Nachwuchsförderung mit dem Projekt „Sprungfeder“ ein. Dank seinem unermüdlichen Engagement verankerte er die Schweiz auch in den Kabarettszenen von Österreich und Deutschland, sodass die neu entstandenen anderen Veranstaltungen im Bereich der Kabarettszene wie das Humorfestival Arosa oder dem Casino Winterthur zusammen mit den Kabaretttagen Olten die Leuchttürme dieser Kunstform bilden und die Nachhaltigkeit des Kabaretts in der Schweiz gesichert ist.

PREIS FÜR KULTURVERMITTLUNG

Otto Bitterli
Hauptstr. 50, 4558 Hersiwil

Otto Bitterli und seinen Mitstreitenden ist es gelungen, das historische NäijereHuus von 1645 vor dem Abbruch zu retten und in den alten Mauern ein neues, breitgefächertes und willkommenes Kulturangebot zu offerieren. Bildende Kunst, Literatur und Musik finden gleichberechtigt neben einander und einander ergänzend unter demselben Dach Platz. Kammermusik ist ebenso willkommen wie Kochkunst; die Qualität zählt, nicht die Sparte. Regionale wie auch auswärtige Künstler erhalten eine stilvolle Plattform für ihr Schaffen. Mit der Stiftung Pro Hersiwil, die er präsidiert, und dem daraus hervorgegangenen Kulturhaus Näijere-Huus hat er mitten im Wasseramt eine Oase der Kunst geschaffen und sich somit für das kulturelle Leben des Kantons Solothurn verdient gemacht.

ANERKENNUNGSPREIS

Tambourenverein Laupersdorf-Thal und
Jakob Otter, Ehrenpräsident und Ehrendirigent

Mit dem Anerkennungspreis 2007 wird der äusserst erfolgreiche Tambourenverein Laupersdorf-Thal mit seinem Ehrenpräsidenten und Ehrendirgenten, Jakob Otter, ausgezeichnet für die ständigen Höchstleistungen an nationalen und regionalen Konkurrenzen sowie für die ebenso wirkungs- wie wertvolle Aufbau- und Jugendarbeit.

ANERKENNUNGSPREIS

Urs Altermatt, Geschichtsprofessor, Publizist
Geboren am 18.07.1942
Heimatort: Nunningen, Zullwil
Bonlieu 8, 1700 Freiburg

Urs Altermatt, Fribourg, gebürtiger Solothurner und bei uns aufgewachsen, ist einer der kompetentesten Kommentatoren der Schweizerischen Zeitgeschichte. Daneben hat er sich an der Universität Fribourg, der er in der letzten Amtsperiode als Rektor vorstand, einen hervorragenden Namen als Lehrer und Forscher geschaffen, und er überzeugt durch seine vielfältigen und profilierten öffentlichen Auftritte. Dem Kanton, dem er sehr verbunden ist, steht er, wenn man ihn ruft, jederzeit zur Verfügung. Darum wird er mit dem Anerkennungspreis 2007 ausgezeichnet.