Medienmitteilung

Teilzeit-Lehre für Alleinerziehende

  • 14.12.2020

Der Kanton Solothurn bietet neu eine Lehrstelle als Kauffrau/Kaufmann EFZ oder Büroassistentin/Büroassistent EBA in einem Teilzeitpensum an. Diese richtet sich speziell an alleinerziehende Mütter oder Väter.

Hintergrund: Eine Vollzeitlehre ist für Alleinerziehende oftmals nicht möglich, weil Erziehungs‑, Betreuungs- und Haushaltsaufgaben mit der Belastung einer Berufsausbildung kaum zu vereinbaren sind. Folgen davon sind Bildungsmangel, Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt Armut. Probleme, die häufig von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Betroffen sind meist junge Erwachsene.

Mit einer Lehre in Teilzeit, die speziell auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden ausgerichtet ist, möchte das Departement des Innern (DdI) in Zusammenarbeit mit dem Departement für Bildung und Kultur (DBK) Alleinerziehende fördern und mit gutem Beispiel vorangehen. Die Lehre kann ab August 2021 beim Amt für soziale Sicherheit absolviert werden.

Zusätzliche externe Beratung und Begleitung

Um die Alleinerziehenden bestmöglich zu unterstützen, werden sie neben dem Lehrbetrieb und der Berufsfachschule zusätzlich von einem professionellen externen Coaching begleitet. Der Fokus des Coachings liegt auf der Vereinbarkeit von Familie und Berufsausbildung. Während der Lehrbetrieb und die Berufsschule für die Ausbildungsfragen zuständig sind, begleitet das Coaching zusätzlich bei ausserschulischen und ausserbetrieblichen Fragen die sich aufgrund der Lebenssituation von Alleinerziehenden ergeben.

Weitere Informationen

Die Lehre als Kauffrau/Kaufmann oder Büroassistentin/Büroassistent für Alleinerziehende in einem Teilzeitpensum ist ähnlich aufgebaut wie die entsprechende Vollzeitlehre. Sie kann in einem 60%- oder 80%-Pensum mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder mit einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) abgeschlossen werden. Beim 80%-Pensum wird die betriebliche Ausbildung um einen Tag pro Woche verkürzt, während beim 60%-Pensum die betriebliche Ausbildung um zwei Tage pro Woche verringert wird.

Die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse sind obligatorisch und werden in der dafür vorgesehenen Zeitspanne besucht. Wird die Lehre im 80%-Pensum absolviert, bleibt die Ausbildungsdauer von zwei (EBA) respektive drei Jahren (EFZ) dieselbe. Im 60%-Pensum verlängert sich die betriebliche Ausbildung um ein Jahr.