Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn (AfU) lanciert im laufenden Jahr das Projekt «KläBo». Damit reagiert der Kanton auf aktuelle Erkenntnisse zu per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Diese langlebigen Chemikalien können sich in der Umwelt anreichern und stehen im Verdacht, die Gesundheit zu beeinträchtigen.
Hintergrund des Projekts bildet eine Auswertung von über tausend Messungen, die Forschende der ZHAW und der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Umwelt zusammengetragen und ausgewertet haben. Die abschliessende Medienmitteilung vom 17. März 2026 bestätigt die flächendeckende Verbreitung von PFAS in Schweizer Böden. Die Untersuchungen zeigen zudem, dass Flächen mit spezifischen Eintragsquellen – etwa durch den Einsatz von Löschschäumen oder die Ausbringung von Klärschlamm – potenziell höhere Belastungen aufweisen. Besonders auffällig sind Böden, die früher mit Klärschlamm gedüngt wurden (KläBo).
Klärschlamm aus Abwasserreinigungsanlagen (ARA) wurde ab den 1970er-Jahren während rund 25 Jahren als Dünger auf Landwirtschaftsflächen eingesetzt. Aufgrund von Schadstoffbelastungen – etwa durch Schwermetalle, Arzneimittelrückstände und Krankheitserreger – ist die Ausbringung seit 2006 in der Schweiz verboten.
Das Solothurner Projekt «KläBo» verfolgt das Ziel, einen kantonalen Überblick über die PFAS-Belastung in landwirtschaftlich genutzten Böden zu gewinnen und mögliche Hotspots zu identifizieren. Dazu werden ab diesem Jahr auf ausgewählten Flächen Bodenproben entnommen und im Labor analysiert.
Die Probenahmen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie den landwirtschaftlichen Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern.
Mit dem Projekt stärkt der Kanton Solothurn seine Grundlagen für den vorsorglichen Umwelt- und Gesundheitsschutz und schafft Transparenz über mögliche Belastungen in landwirtschaftlichen Böden.