Fragen

Wie hoch ist das gesundheitliche Risiko, das ich eingehe, wenn ich einen eigenen kleinen Gemüsegarten pflege?

Das Risiko hängt von zahlreichen Faktoren ab, etwa von der Lage innerhalb des Bodenbelastungsgebietes Dornach, von den angebauten Gemüsen oder der Menge an Gemüse, die Sie selbst anbauen. Wenn Ihr Garten in der Richtwertzone liegt, besteht keine Gefährdung. Liegt Ihr Garten in der Prüfwert- oder Sanierungswertzone, sollten Sie die Empfehlungen befolgen, die hier zu finden sind.

Welche Gemüse sind nicht zum Verzehr geeignet?

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Gemüse und Obst, das Sie auf dem Markt oder im Laden kaufen, umbedenklich ist. Dasselbe gilt für Gemüse, das Sie im unbelasteten Gebiet oder in der Richtwertzone anbauen. Die folgenden Massnahmen gelten nur für die Prüfwert- und Sanierungswertzone.

Die Untersuchungen in Dornach haben gezeigt, dass Sellerie sehr hohe Schadstoffgehalte aufweisen kann. Von seinem Verzehr ist daher abzuraten. Kartoffeln nehmen zwar nicht so viele Schadstoffe auf. Da wir normalerweise jedoch sehr viele Kartoffeln essen, gelangen relativ grosse Mengen an Schwermetallen in den Körper. Daher sollten Kartoffeln nicht angebaut werden. Ruebli und Kopfsalat tragen ebenfalls zu einer erhöhten Schadstoffaufnahme bei. Nähere Informationen liefert der Schlussbericht der Untersuchungen. Er kann hier heruntergeladen werden. Sie finden dort auch eine Liste mit zum Eigenanbau nicht empfehlenswerten Gemüsen.

In der Sanierungswertzone gilt grundsätzlich ein Nutzungsverbot.

Welche Gemüse sollten nur in kleinen Mengen gegessen werden?

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Gemüse und Obst, das Sie auf dem Markt oder im Laden kaufen, umbedenklich ist. Dasselbe gilt für Gemüse, das Sie im unbelasteten Gebiet oder in der Richtwertzone anbauen. Die skizzierten Massnahmen gelten nur für die Prüfwert- und Sanierungswertzone. Sie können hier eine Liste mit zum Eigenanbau nicht empfehlenswerten Gemüsen herunterladen.

Ich bin Vegetarierin - besteht auf Grund meiner Ernährungsweise ein höheres Gesundheitsrisiko?

Wenn Sie grosse Mengen Ihres Gemüses selbst anbauen und Ihr Garten zudem innerhalb der Prüfwertzone liegt, dann ja. Dies liegt daran, dass Sie im Vergleich zum Durchschnittsverbraucher mehr Gemüse essen und damit mehr Schadstoffe aufnehmen. Vegetariern wird daher empfohlen, sich maximal zur Hälfte aus dem eigenen Garten zu versorgen.

Grundsätzlich gilt, dass Gemüse und Obst, das Sie auf dem Markt oder im Laden kaufen, unbedenklich ist. Dasselbe gilt für Gemüse, das Sie im unbelasteten Gebiet oder in der Richtwertzone anbauen. Die skizzierten Massnahmen gelten folglich nur für die Prüfwert- und Sanierungswertzone.

Ich baue fast mein ganzes Gemüse selbst an - sollte ich etwas an dieser Praxis ändern?

Wenn Ihr Garten innerhalb der Prüfwertzone liegt, empfehlen wir Ihnen, sich nicht vollständig mit Gemüse aus dem eigenen Garten zu ernähren. Stattdessen sollten Sie Gemüse vom Markt oder aus dem Laden zukaufen, um so die Schwermetallmenge, die Sie zu sich nehmen, zu reduzieren. Wie viel Gemüse aus dem eigenen Garten stammen darf, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Wenn Sie Kinder unter 7 Jahren haben oder sich vegetarisch ernähren - dies sind zwei der wichtigsten Risikogruppen - , sollte der Gemüseanteil aus ihrem Garten maximal die Hälfte Ihres Gesamtkonsums betragen. Der Anbau von Sellerie, Kartoffeln, Rüebli und Kopfsalat sollte unterlassen werden.

In der Sanierungswertzone gilt grundsätzlich ein Nutzungsverbot.

Ist es möglich, Kinder im Freien spielen zu lassen?

Die Untersuchungen im Bodenbelastungsgebiet Dornach haben gezeigt, dass für Kinder keine Gefährdung duch das Spielen im Freien besteht. Lediglich Kinder, die ein sogenanntes krankhaftes Pica-Verhalten (siehe Glossar) zeigen, also sehr viel Erde essen, sind gefährdet. Im Sinne der Vorsorge wird jedoch empfolen, Kleinkinder nur auf Böden mit Grasbewuchs oder anderer dichter Abdeckung spielen zu lassen. Unbewachsene Flächen, die regelmüssig zum Spieln benutzt werden, sollen begrünt werden. 

Öffentliche Spielplätze, Kindergärten und Sandkästen sind unproblematisch.

Ist es sicher, Kinder auf öffentlichen Spielplätzen spielen zu lassen?

Öffentliche Spielplätze in der Prüfwertzone wurden untersucht. Kinder können dort unbedenklich spielen.

Welche Massnahmen kann ich treffen, um die direkte Bodenaufnahme zu verhindern?

Im Sinne der Vorsorge wird empfohlen, Kleinkinder nur auf Böden mit Grasbewuchs oder anderer dichter Abdeckung spielen zu lassen. Unbewachsene Flächen, die regelmässig zum Spielen benutzt werden, sollen begrünt werden.

Ich plane einen Hausbau - was muss ich im Umgang mit dem Bodenaushub beachten?

Der Umgang mit belastetem Bodenaushub ist seit 2001 schweizweit in der "Wegleitung Bodenaushub" geregelt. Es wird unterschieden in unbelasteten, schwach belasteten und stark belasteten Bodenaushub. Im Bodenbelastungsgebiet Dornach sind in der Regel die obersten 20 cm mit Schwermetallen belastet.

Im Bodenbelastungsgebiet Dornach gilt folgende Zoneneinteilung:

ZoneBodenaushub
unbelastete Zoneunbelasteter Bodenaushub
Richtwertzoneschwach belasteter Bodenaushub
Prüfwert- und Sanierungswertzonestark belasteter Bodenaushub

Je nachdem wie hoch der Boden belastet ist, ist seine Verwendung Beschränkungen unterworfen. Was Sie beachten müssen, sehen Sie hier. Weitere Auskünfte erteilen die Bauverwaltungen.

Ich plane einen Hausbau - muss ich den Boden untersuchen lassen?

Die Böden im Belastungsgebiet Dornach wurden auf der Grundlage der durchgeführten Untersuchungen in drei Belastungszonen und eine unbelastete Zone unterteilt (siehe Glossar). Dadurch müssen Bauherren keine eigenen Untersuchungen mehr durchführen, um Aufschluss über die zulässigen Verwendungsmöglichkeiten oder die notwendige Entsorgung des Bodenmaterials zu erhalten. Es ist ihnen jedoch überlassen, solche Untersuchungen auf eigene Kosten durchführen zu lassen.

Ich bin nicht einverstanden, dass mein Grundstück einer Belastungszone zugeordnet wurde.

Die Böden im Bodenbelastungsgebiet Dornach wurden sehr aufwändig und mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, um die Zonenzuordnung mit möglichst hoher Sicherheit vornehmen zu können. Wenn Sie mit den Untersuchungsergebnissen nicht einverstanden sind, bleibt es Ihnen überlassen, Analysen auf eigene Kosten durchführen zu lassen. Es ist auch möglich, dass Grundstücke mittelerweile ohne Wissen der kantonalen Fachstellen dekontaminiert wurden. In diesem Fall benötigen wir einen glaubhaften Beleg über diese Dekontanination.

Sie reden immer vom Boden, was meinen Sie damit konkret?

Unter Boden wird rechtlich die oberste, unversiegelte Erdschicht, in der Pflanzen wachsen können, verstanden. Dies ist so im Umweltschutzgesetz definiert.

Es wird unterschieden zweischen Ober- und Unterboden. Oberboden wird häufig auch als Humus oder auf dem Bau als erster Stich bezeichnet. In der Regel umfasst der Boden insgesamt etwa den obersten Meter - nicht etwa den gesamten Aushub einer Baustelle. Der Oberboden hat eine durchschnittliche Tiefe von 20 - 30 cm.

Im Bodenbelastungsgebiet Dornach ist in der Regel nur der Oberboden belastet.

Ist die Schadstoffbelastung im Raum Dornach, Aesch, Arlesheim und Reinach wirklich so ausserordentlich hoch?

Das Bodenbelastungsgebiet Dornach ist gemäss aktuellem Kenntnisstand bezüglich Belastungscharakteristik und -ausmass auffällig. Allerdings muss die Belastung differenziert betrachtet werden.

Insgesamt ist eine Fläche von rund 610 Hektaren von der Bodenbelastung betroffen. Davon entfallen etwa 11 Prozent auf Flächen, die höher als der Prüfwert derVBBo belastet sind. Auf weniger als einem Prozent der gesamten Belastungsfläche ist der Sanierungswert überschritten.

Überschreitungen des Richtwertes sind in Städten und Agglomerationen heute relativ häufig anzutreffen. Auch in Rebgebieten oder entlang von Bahnlinien und Strassen treten typischerweise erhöhte Schwermetallgehalte auf. In ländlichen Gebieten werden die Richtwerte dagegen selten erreicht. Es gibt jedoch auch hier Ausnahmen: So ist bekannt, dass verschiedene Gesteinsformationen im Schweizerischen Jura ehöhte Cadmium-Gehalte aufweisen. Böden, die auf solchen Gesteinen entstanden sind, spiegeln diese Belastung wider. Im Bodenbelastungsgebiet Dornach sind hiervon hauptsächlich Waldflächen betroffen.

Um welche Schadstoffe geht es eigentlich?

Im Bodenbelastungsgebiet Dornach stehen die Schwermetalle Kupfer, Zink und Cadmium im Vordergrund.

Sind diese Stoffe wirklich giftig?

Kupfer und Zink sind zwar in Spuren für eine gesunde Ernährung notwendig. Ab einer bestimmten Konzentration gehören sie aber wie Cadmium zu den kritischen Umweltgiften. Cadmium benötigen wir nach heutigem Wissen jedoch nicht - es ist immer kritisch.

Für den Menschen ist deshalb vor allem das Cadmium bedeutend, während bei Schafen und Rindvieh Probleme bei hoher Kupferbelastung auftreten können. Zink ist in hohen Konzentrationen vor allem für die Pflanzen ein Problem.

Weshalb sind Rindvieh und Schafe besonders gefährdet?

Wiederkäuer wie Rinder und v.a. Schafe reagieren empfindlich auf die hohen Kupferbelastungen im Boden. Da sie obendrein beim Weiden das Gras sehr tief abbeissen, nehmen sie viel Boden und damit auch viele Schadstoffe auf. Bei Rindern kann die Bodenaufnahme beispielsweise bis zu einem Kilogramm pro Tag betragen. Bei Schafen ist sie zwar geringer, ihr Körper reagiert jedoch wesenlich empfindlicher auf Kupferbelastungen.