Glossar

Ausschöpfungsgrad

Grösse zur Charakterisierung des sich nach den Ergebnissen der Gefährdungsmodellierung ergebenden Risikos (Prozentanteil eines toxikologisch begründeten Referenzwertes).

BAG

Bundesamt für Gesundheit. In den Ergebnisgrafiken der Gefährdungsmodellierung verwendet für eine Ernährungsweise, die dem von Erard et al. (1986) publizierten Lebensmittel-Pro-Kopf-Verzehr der Schweizer Bevölkerung entspricht.

Boden

Unter Boden wird rechtlich die oberste, unversiegelte Erdschicht, in der Pflanzen wachsen können, verstanden. Es wird unterschieden zwischen Ober- und Unterboden. Oberboden wird häufig auch als Humus oder auf dem Bau als erster Stich bezeichnet. In der Regel umfasst der Boden insgesamt etwa den obersten Meter - nicht also den gesamten Aushub einer Baustelle. Der Oberboden hat eine durchschnittliche Tiefe von 20-30 cm.

Belastungsklasse

Zur Wahl neuer Messstellen verwendete Klassierung. Belastungsklassen wurden mit Hilfe der Grösse der 5%- und 95%-Quantile der konditionalen Simulation definiert (vgl. 3.5.4.2 des Untersuchungsberichtes).

Belastungsstufe

Im Rahmen des Projektes P3 wurde die Bodenbelastung in sechs Stufen unterteilt. Die Grenze zwischen erster und zweiter Stufe entspricht dabei dem Richtwert, diejenige zwischen zweiter und dritter Stufe dem Prüfwert der VBBo. Stufe 6 entspricht dem Bereich von Sanierungswert-Überschreitungen. Der Wertebereich zwischen Prüf- und Sanierungswert wurde weiter unterteilt. Die Belastungsstufen sind in Tabelle 4 des Untersuchungsberichtes definiert.

Belastungszone

Überbegriff für den Bereich des Untersuchungsperimeters, in dem einer der Bodenbelastungswerte der VBBo überschritten ist. Die Belastungszone wird unterteilt in Richtwert-, Prüfwert- und Sanierungswertzone.

Blockscharf

Bereiche ähnlicher Belastung werden auf dem Niveau von Strassenzügen und anderen geografischen Elementen unter Verwendung gutachterlicher Methoden zusammengefasst.

Bodenbelastungsgebiet

Überbegriff für das die Gemeinden Dornach (SO), Aesch (BL), Arlesheim (BL) und Reinach (BL) umfassende Gebiet.

Bodenbelastungswert

Überbegriff für die in der VBBo definierten Richt-, Prüf- und Sanierungswerte.

Grenzwert

Der Grenzwert gemäss Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV) ist die Höchstkonzentration, bei dessen Überschreitung das Lebensmittel für die menschliche Ernährung als ungeeignet gilt. Der Höchstgehalt der Futtermittelbuchverordnung (FMBV) gilt analog für Futtermittel.

Höchstkonzentration

Als Höchstkonzentration gilt gemäss Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV) die Konzentration eines Stoffes und seiner toxikologisch bedeutsamen Folgeprodukte, die in oder auf einem bestimmten Lebensmittel im Zeitpunkt der Abgabe an die Konsumentinnen oder Konsumenten vorhanden sein darf. Die Höchstkonzentration eines Stoffes wird als Toleranzwert oder als Grenzwert angegeben.

Maximaldosis

Im Rahmen der Gefährdungsmodellierung verwendeter Begriff für die höchste berechnete tägliche Schadstoffdosis (DIR). Im Falle der Ergebnisgrafiken der Gefährdungsmodellierung (siehe Untersuchungsbericht) handelt es sich bei der Maximaldosis in der Regel um einen als Ausreisser markierten Datenpunkt.

Normalversorger

Eine Person, deren Nahrungsversorgung zu 10% durch die Selbstversorgung mit Gemüsen aus dem eigenen Garten gedeckt wird. Begriff wird in der Gefährdungsmodellierung verwendet.

Parzellenscharf

Bereiche ähnlicher Belastung werden auf dem Niveau von einzelnen Parzellen zusammengefasst. Hierfür ist für jede Parzelle mindestens ein Datensatz erforderlich.

Prüfwert

Bodenbelastungswert der VBBo. Der Prüfwert gibt für bestimmte Nutzungsarten Belastungen des Bodens an, bei dessen Überschreitung nach dem Stand der Wissenschaft und der Erfahrung Menschen, Tiere oder Pflanzen konkret gefährdet werden können.

Prüfwertzone

Zone, in welcher der Prüfwert der VBBo für mindestens eines der Schwermetalle Kupfer, Zink oder Cadmium überschritten ist. Die Zuordnung einer Parzelle zu dieser Zone erfolgt unter Anwendung des in Kapitel 3.5.5 des Untersuchungsberichtes definierten Regelsatzes.

Pica-Verhalten

Verhaltensstörung bei Kindern, bei dem diese ungewöhnlich häufig Gegenstände, beispielsweise auch Erde, in den Mund nehmen. 

Richtwertzone

Zone, in welcher der Richtwert der VBBo für mindestens eines der Schwermetalle Kupfer, Zink oder Cadmium überschritten ist. Die Zuordnung einer Parzelle zu dieser Zone erfolgt unter Anwendung des in Kapitel 3.5.5 des Untersuchungsberichtes definierten Regelsatzes. 

Sanierungswert

Bodenbelastungswert der VBBo, oberhalb dessen eine konkrete Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen gegeben ist. 

Sanierungswertzone

Zone, in welcher der Sanierungswert der VBBo für mindestens eines der Schwermetalle Kupfer, Zink oder Cadmium überschritten ist. Die Zuordnung einer Parzelle zu dieser Zone erfolgt unter Anwendung des in Kapitel 3.5.5 des Untersuchungsberichtes definierten Regelsatzes. 

Schwellenwert

Der Schwellenwert ist der kleinste Wert einer physikalischen oder physiologischen Größe, der als Ursache für eine nachweisbare Veränderung ausreicht. Im vorliegenden Bericht werden die Schwellenwerte nach Kessler (1993) für Schwermetalle in der Tierproduktion verwendet. Der untere Schwellenwert gibt dabei die Toleranzschwelle, der obere Schwellenwert eine Toxizitätsschwelle an. 

Selbstversorger

Eine Person, deren Nahrungsversorgung zu 30% durch die Selbstversorgung mit Gemüsen aus dem eigenen Garten gedeckt wird. Begriff wird in der Gefährdungsmodellierung verwendet. 

Spezialselbstversorger

Eine Person, deren Nahrungsversorgung vollständig durch die Selbstversorgung mit Gemüsen aus dem eigenen Garten gedeckt wird. Begriff wird in der Gefährdungsmodellierung verwendet. 

Toleranzwert

Der Toleranzwert ist die Höchstkonzentration gemäss Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV), bei dessen Überschreitung ein Lebensmittel als verunreinigt oder sonst im Wert vermindert gilt. In begründeten Fällen wird für einen Stoff ein Toleranzwert und ein Grenzwert festgelegt. 

Überschüssig

Begriff, der im Zusammenhang mit dem Aushub von Bodenmaterial gebraucht wird. Als überschüssig gilt schwach belasteter Bodenaushub, der nicht am Ort des Aushubs oder an einem anderen Ort mit ähnlicher Vorbelastung wiederverwendet werden kann. Dieser muss fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. 

Vegi

In den Ergebnisgrafiken der Gefährdungsmodellierung verwendet für die fleischlose Ernährungsweise. Diese wurde aus dem von Erard et al. (1986) publizierten Lebensmittel-Pro-Kopf-Verzehr der Schweizer Bevölkerung errechnet, indem ein um den Faktor 1.35 höherer Gemüsekonsum angenommen wurde.