Biodiversität im Strassenareal

Das Strasseninspektorat ist im Amt für Verkehr und Tiefbau zuständig für den baulichen und betrieblichen Unterhalt des Kantonsstrassennetzes mit einer Länge von 609 km. Dazu gehören auch die Grünflächen, die sogenannten Bankette entlang der Kantonsstrassen, die Böschungen, die Bäume, Sträucher und Hecken und die begrünten Mittelinseln.

Zur Förderung der Biodiversität werden die kantonseigenen Grünflächen entlang der Kantonsstrassen aufgewertet. Die bestehenden Grünflächen mit einer nährstoffreichen Humusschicht und unerwünschtem Bewuchs sind ökologisch nicht wertvoll. Die Humusschicht wird ausge­tauscht und mit einer Kiesschicht ersetzt, die Ansaat erfolgt jeweils im Frühling mit einer Broma Mischung. Dies ist eine spezielle Magerwiesenmischung. Durch die fachgerechte Ansaat von einheimischen Pflanzen können öffentliche Flächen naturnah gestaltet werden. Voraussetzung für das Anlegen dieser naturnahen Flächen ist ein mageres Substrat und eine dünger- und pestizidfreie Bewirtschaftung.

Strassenränder und Ruderalflächen sind wichtige Vernetzungsflächen beim Übersiedeln von einem Lebensraum in einen andern. Sie bieten vielen Tierarten Nahrung, Schutz und Ruhezonen und begünstigen damit deren Austausch und Verbreitung.

Der Kanton und die Gemeinden haben eine Verpflichtung, die Biodiversität zu erhalten und zu fördern. Ziel ist es, ein Netz von Lebensräumen zu erschaffen; die sogenannte ökologische Infrastruktur, die der Bundesrat 2012 in seiner Biodiversitätsstrategie beschlossen hat.

Bis heute wurden durch die Kreisbauämter im Kanton Solothurn bereits 6'370 m2 Grünflächen bearbeitet und durch Biodiversitätsflächen ersetzt.

Bei Neuanlagen fliessen diese Erkenntnisse bereits in der Planungsphase ein.

Das Strasseninspektorat steht in Kontakt mit Pro Natura und dem Amt für Raumplanung, Abteilung Natur und Landschaft. Zur Sensibilisierung unserer Mitarbeiter werden periodisch Begehungen und Erfahrungsaustausche betreffend Pflege von Strassenrändern und Böschungen durchgeführt.