Brustkrebs-Früherkennung ("Mammographie-Screening")

Die systematische Durchführung von Mammografien (Röntgenaufnahmen der Brust) innerhalb eines Programmes zur Früherkennung von Brustkrebs wird auch Mammografie-Screening oder Brust-Screening genannt. In der Schweiz führen verschiedene Kantone solche Brustkrebs-Früherkennungsprogramme durch. Im Kanton Solothurn wird ein solches Programm 2020 eingeführt.

Ein Brustkrebs-Früherkennungsprogramm bietet Frauen ab 50 Jahren an, alle zwei Jahre eine Mammografie durchführen zu lassen. Die Kosten dafür werden grösstenteils von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen. Mit solchen regelmässigen Untersuchungen können die Heilungschancen und die Lebenserwartung von Frauen mit Brustkrebs erhöht werden. Die Brustkrebssterblichkeit wird durch ein qualitätskontrolliertes Mammografie-Screening um bis zu 20-25% gesenkt. Die Brustkrebs-Früherkennungsprogramme unterliegen hohen Qualitätsnormen, die regelmässig überprüft werden.

So durchlaufen alle Fachpersonen eine spezielle Weiterbildung. Die Mammografie-Aufnahmen werden von speziell qualifizierten Fachpersonen für medizinisch-technische Radiologie (MTRA) erstellt. Jede Mammografie wird von zwei Radiologinnen/Radiologen unabhängig voneinander beurteilt, und wenn diese nicht zum selben Resultat kommen, wird ein/e weitere/r erfahrene/r Radiologin/Radiologe beigezogen. Auch die Geräte, mit denen die Mammografien durchgeführt werden, unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Die Strahlenbelastung ist dank neuster Technik sehr gering. Mammografien, die im Rahmen eines kantonalen Früherkennungsprogramms durchgeführt werden, können nur in zugelassenen Röntgeninstituten, welche die festgelegten Qualitätskriterien erfüllen, erstellt werden.

Bei 65 von 1000 Frauen, die während 20 Jahren am Früherkennungsprogramm teilnehmen, wird Brustkrebs entdeckt. Bei der Mehrheit der Frauen mit auffälligem Befund liegt kein Brustkrebs vor.