Verhalten bei einem Masernverdachtsfall oder Masernfall

Masern, auch Masernverdachtsfälle, sind eine meldepflichtige Krankheit und müssen innerhalb von 24 Stunden dem kantonsärztlichen Dienst gemeldet werden. Unser Vorgehen und die Massnahmen bei Masernverdachtsfällen oder Masernfällen sowie bei Kontaktabklärungen richten sich nach den BAG-Richtlinien: Jeder Masernverdachtsfall oder Masernfall soll während mindestens vier Tagen nach Beginn des Exanthems von Gemeinschaftseinrichtungen ausgeschlossen und zu Hause bleiben. Kontaktpersonen (potentielle Überträger), welche nicht immun sind, bleiben für 3 Wochen zuhause. Wer Kontakt mit einem Masernerkrankten hatte und keinen dokumentierten Impfschutz aufweist (dokumentiert gemäss Impfausweis oder Antikörperbestimmung), kann sich innerhalb von 72 Stunden nach dem ersten Kontakt impfen lassen.

Bei allen Kontaktpersonen von Masernerkrankten ist umgehend der Impfstatus zu überprüfen. Nach Kontakt mit einer erkrankten Person sollten Nichtimmune während 3 Wochen von Gemeinschaftseinrichtungen ausgeschlossen werden und zu Hause bleiben, insbesondere sollte der Kontakt zu Kindern, Schwangeren, Immunsupprimierten und Nichtgeimpften vermieden werden. Kinder ab 6 Monaten und Erwachsene mit ungenügendem Impfschutz können bis zu 72 Stunden nach Exposition nachgeimpft werden. Ein kompletter Impfschutz besteht erst ab 2 Dosen. Wer sich trotz ungenügendem Impfschutz nicht impfen lassen will/kann, muss nach dem Kontakt mit einem Masernerkrankten während der gesamten Inkubationszeit von 3 Wochen zu Hause bleiben.

Generelles Vorgehen:

  • Masern sind eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die innerhalb von 24 Stunden an den kantonsärztlichen Dienst und das BAG gemeldet werden muss. Auch Masernverdachtsfälle sind umgehend zu melden.
  • Der kantonsärztliche Dienst informiert bei einer Labormeldung umgehend die Schulärztin oder den Schularzt, im Falle einer Erkrankung in einer Schule oder die Institution auch die Leitung der entsprechenden Einrichtung (Kindertagesstätte, Betrieb, etc.). Siehe auch das Dokument «Zuständigkeiten».
  • Wer Kontakt mit einem Masernerkrankten hatte und nicht immun ist (gemäss Impfausweis oder durchgemachte Masern bestätigt durch Antikörperbestimmung), kann sich innerhalb von 72 Stunden impfen lassen (siehe Postexpositionsprophylaxe). Bei Kontaktpersonen im selben Haushalt ist das Zeitfenster für eine Nachimpfung bei klinischer Diagnose meistens bereits überschritten. Personen, die vor 1964 geboren wurden, gelten als immun. Siehe auch das Dokument «Abklärungen bei Kontaktpersonen».
  • Wer sich trotz ungenügendem Impfschutz nicht impfen lassen will/kann, muss nach dem Kontakt mit einem Masernerkrankten während der gesamten Inkubationszeit von 3 Wochen zu Hause bleiben.

Die rechtlichen Grundlagen für diese Massnahmen sind im Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Art. 30ff, Epidemiengesetz; SR 818.101) geregelt.