Russrindenkrankheit (Pilz-Baumkrankheit)

Die Russrindenkrankheit ist eine Pilzkrankheit, welche geschwächte Bäume befällt. Besonders häufig wird der Bergahorn befallen. Der für die Krankheit verantwortliche Pilz Cryptostroma corticale ist ein typischer Schwächeparasit und wird durch die Trockenheit und Wärme begünstigt. Seine schwarzen Pilz-Sporen („Russ“) können beim Menschen die Atemwege schädigen, wobei vor allem Forstarbeiter diesem Risiko ausgesetzt sind.

Verbreitung

Die Pilzart C. corticale ist bei Bäumen in Nordamerika schon seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Wirtspflanzen sind in erster Linie verschiedene Ahornarten, selten Spitz- und Feldahorn, Linden und Birken. In Europa wurde der Pilz zuerst in England und Frankreich in den 1940er Jahre nachgewiesen und hat sich mittlerweile auch in Ländern wie Deutschland und Österreich weiterverbreitet. Nach extrem trockenen und heissen Jahren kann es zu Ausbrüchen der Krankheit an den Bäumen kommen, während sie in Jahren mit durchschnittlicher Niederschlagshäufigkeit und Temperatur meist ohne sichtbare Anzeichen verläuft. In Deutschweizer Kantonen wie Zürich und Basel-Landschaft ist die Russrindenkrankheit bereits bekannt. 2019 wurde sie erstmals im Kanton Solothurn nachgewiesen. Weitere Informationen siehe rechte Box.

Schäden am Baum

Der Russrindenpilz C. corticale ernährt sich von Totholz bzw. befällt durch Trockenstress geschädigten Ahorn-Arten parasitisch. Ahorn-Arten, insbesondere Berg-Ahorn und Spitz-Ahorn, haben als Edel-Laubhölzer eine forstliche Bedeutung und sind im städtischen Grünbereich häufig anzutreffen. Abgestorbene Bäume werden durch eine einsetzende Fäule windbruchanfällig und sollten bei Gefährdung der Verkehrssicherheit durch Spezialisten rasch entfernt werden. Für Fällarbeiten sind entsprechende Schutzmassnahmen erforderlich. Für weitere Informationen zum Schadbild und Vorgehensweise bei Befall besuchen Sie bitte die Webseite des Amtes für Wald, Jagd und Fischerei.

Auswirkung auf den Menschen

Bei Trockenheit verbreiten sich die Pilzsporen in der Luft und können von Menschen eingeatmet werden. Bei wiederholter Exposition mit Pilzsporen kann es zu einer allergisch bedingten Entzündung der Lungenbläschen (eine so genannte exogen-allergische Alveolitis, auch bekannt als „Farmerlunge“) kommen. Gefährdet sind deshalb mehrheitlich Personen, die beruflich exponiert sind wie beispielsweise Arbeiter in Sägewerken, Förster und Waldarbeiter. Hier sind entsprechende Schutzmassnahmen erforderlich (weitere Informationen siehe Box rechts).

Bei starker Exposition besteht zudem die Gefahr einer Beeinträchtigung der Atemwege, vor allem für Menschen mit einer vorbestehenden Lungenerkrankung oder einer allergischen Grunderkrankung. Dabei können Reizhusten aber auch Fieber mit Schüttelfrost bis hin zu Atemnot auftreten.

Wie kann man sich schützen

  • Exposition mit befallenen Bäumen vermeiden.
  • Befallene Bäume dem zuständigen Revierförster, der Waldschutzbeauftragten des Kantons oder im Stadtgebiet der zuständigen Stadtgärtnerei melden.
  • Abgestorbene und befallene Bäume nicht als Brennholz verwenden, da das Zerkleinern zahlreiche Sporen freisetzt.
  • Weitere Informationen zum Schutz bei Waldarbeiten unter Waldgesundheit des Amtes für Wald, Jagd und Fischerei.