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Sommertag am Wallierhof

  • 26.07.2019
  • Erstellt von Bildungszentrum Wallierhof

Hauswirtschaft: Neues aus Haus und Garten

Rund 70 Frauen und Männer interessieren sich für das Programm der hauswirtschaftlichen Bildung. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt und erfuhren an diesem Abend in kurzer Zeit viel Neues.

Im Treibhaus gab Martin Kündig Informationen zu verschiedenen wenig bekannte Kräutern, wie Shiso, Olivenkraut oder dem Balsamkraut. Während die einen Kräuter einen hohen Anteil an Bitterstoffen enthalten, andere für uns eher gewöhnungsbedürftig im Geruch sind (Shiso), duftet der Pfirsich-Salbei sehr intensiv und fein. Und dass Kardamom auch im eigenen Garten angebaut werden kann, war sicher nur Wenigen bekannt.

Gleich nebenan zeigte Carole Kündig wie vielfältig Salat sein kann. Da gab es eine ganze Reihe an heute unbekannten Salatsorten, wie die grünrötliche, feinblättrige Lattichart "Grasse de Morges oder der Kopfsalat "de Bordeaux", der rasch wächst und einen nussigen Geschmack hat, zu entdecken.

In der neuen Schulküche zeigte Michelle Bur wie die neuen Geräte (Combisteamer und Wärmeschubladen) genutzt werden können und erklärte wie ein Induktionsherd funktioniert. In einem eindrücklichen Versuch wurde sichtbar, wie schnell diese Herde Wärme erzeugen. Margrit Hosmann nutzte den Combisteamer und stellte kleine, feine Rüebliterrinen her, die zusammen mit einer Olivenkrautpaste und im Combisteamer aufgebackenem Zopf degustiert werden konnten.

Im dritten Teil durften die Teilnehmenden selber aktiv werden. Unter Anleitung von Marianne Bieli und Monika Tellenbach wurden mit Schablonen, Stempeln und Bändern dekorative Papiertaschen gestaltet, die - mit einer Pflanze gefüllt - als schöne, individuelle Tischdekoration genutzt werden können.

 

Landwirtschaft: Neue Sorten und gestriegelter Weizen

Jonas Zürcher, Direktor Bildungszentrum Wallierhof, betonte anlässlich des Sommertags von vergangenem Mittwoch, dass bei dem ständigen Druck auf die Pflanzenschutzmittel die Zucht von krankheitsresistenten Nutzpflanzen an Wichtigkeit zunimmt.

Barbara Graf stellte den zahlreich erschienenen Landwirten den Sortenversuch des Winterweizens vor. Während die Bestandesentwicklung des Weizens Anfang April rund zwei Wochen weiter war als im vergangenen Jahr, verlangsamte sich das Wachstum danach deutlich. Ende Mai erreichte der Weizen das Stadium DC 55 (Ährenschieben). Dies ist auf den kälteren Mai zurückzuführen. Weiter konnten die Besucher eine Parzelle besichtigen, bei der auf Pflanzenschutzmittel verzichtet wurde und stattdessen eine mechanische Unkrautbekämpfung mit dem Striegel durchgeführt wurde. Die Schönwetterperiode im Februar hätte ausgenutzt werden müssen für den ersten Durchgang mit dem Striegel, stattdessen wurde erst am 19. März gestriegelt, wo die Unkräuter schon relativ gross waren.

Den Untersaat-Versuch beim Raps präsentierte Martina Jenzer. Sie stellte verschiedene Mischungen von Untersaaten vor. Zusätzlich wurde auf das Projekt PestiRed aufmerksam gemacht, für welches sich einige Landwirte gemeldet haben.

Zum Abschluss wurde der Sortenversuch der Gerste vorgestellt. Jonas Zürcher erklärte, dass in ihren Versuchen die zweizeiligen Sorten in der Regel einen tieferen Ertrag ausweisen als die sechszeiligen Sorten. In der Praxis sind jedoch auch mit zweizeiligen Sorten hohe Erträge möglich.

Das gemütliche Zusammensein bei Wurst und Brot rundete den Abend ab.

Regula Gygax und Jonas Adam