Betriebsanerkennung

Eine der Voraussetzungen zur Beitragsberechtigung für Direktzahlungen  bzw. Sömmerungsbeiträge ist die Anerkennung als Betriebe bzw. als Sömmerungsbetrieb.

Als Betrieb gemäss landwirtschaftlicher Begriffsverordnung (LBV) des Bundes gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen, dass

  • Pflanzenbau oder Nutztierhaltung oder beide Betriebszweige betreibt;
  • eine oder mehrere Produktionsstätten umfasst;
  • rechtlich, wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell selbständig sowie unabhägngig von anderen Betrieben ist;
  • ein eigenes Betriebsergebnis ausweist;
  • während des ganzen Jahres bewirtschaftet wird.

Um als Betrieb gemäss landwirtschaftliche Begriffsverordnung zu gelten, ist eine Anerkennung durch das Amt für Landwirtschaft nötig.

Als Produktionsstätte gilt eine Einheit von Land, Gebäuden und Einrichtungen, die räumlich als solche erkennbar und getrennt von anderen Produktionsstätten ist, eine oder mehrere Tierhaltungen umfasst und auf der eine oder mehrere Personen tätig sind. Umfasst ein Betrieb mehr als eine Produktionsstätte, so gilt als Betriebszentrum der Ort, an dem sich das Hauptgebäude oder das Schwergewicht der Betriebstätigkeit befinden. Ab einer Fahrdistanz von mehr als 15 km zwischen Betriebseinheiten wird von einer neuen Produktionsstätte gesprochen.

Als Sömmerungsbetrieb gemäss landwirtschaftlicher Begriffsverordnung des Bundes gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen, das;

  • der Sömmerung von Tieren dient
  • von den Betrieben der Bestösser örtlich getrennt ist
  • Sömmerungsweiden aufweist
  • über Gebäude oder Einrichtungen verfügt, die für die Sömmerung nötig sind
  • während der Sömmerung bewirtschaftet wird
  • von anderen Sömmerungsbetrieben unabhängig ist.

Um als Sömmerungsbetrieb gemäss landwirtschaftlicher Begriffsverordnung zu gelten, ist eine Anerkennung durch das Amt für Landwirtschaft nötig.

Freizeitlandwirtschaft (Hobbybetriebe)
Tierhaltungen und Flächenbewirtschaftungen mit vornehmlich Freizeitcharakter können als Freizeitlandwirtschaftbetriebe bezeichnet werden. Es handelt sich hier um jene Betriebe, die keine Anerkennung als Betrieb gemäss landwirtschaftlicher Begriffsverordnung erlangen können.

Auch diese Tierhaltungen und Flächenbewirtschaftungen unterstehen den geltenden Gesetzen (Tierschutz-, Tierseuchen-, Umweltschutz-, Naturschutz-, Raumplanungs-, Bau-, Statistik- und Agrargesetzgebung).

Bewirtschafter

Als Bewirtschafter oder Bewirtschafterin gilt die natürliche oder juristische Person oder die Personengesellschaft, die einen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr führt. Werden von einer Person oder von Ehe- oder Konkubinatspartners mehrere Produktionsstätten getrennt geführt, so gelten sie als Bewirtschafter eines Betriebes.

Der Bewirtschafter hat eine aktive Rolle im täglichen Geschehen und in der Betriebsführung einzunehmen und regelmässig anfallende Arbeiten zu verrichten sowie ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit aus dem Betrieb für Steuern und AHV auszuweisen.

Bewirtschafterwechsel sind dem Amt für Landwirtschaft mit dem Formular "Bewirtschafterwechsel" zu melden.

Personengesellschaften als Bewirtschafter

Als Personengesellschaften gelten Rechtsgemeinschaften natürlicher Personen, zum Beispiel eine einfache Gesellschaft. Alle Mitglieder müssen die Ausbildungsanforderungen erfüllen.
Bei Personengesellschaften werden die Direktzahlungen für jede Person anteilsmässig reduziert, die älter als 65 Jahre ist.

Der Gesellschaftsvertrag muss dem Amt für Landwirtschaft eingereicht werden, wenn eine Personengesellschaft als Bewirtschafter auftritt.

Spezielle Zusammenarbeitsformen:


BG (Betriebsgemeinschaft)

Zwei oder mehrere Betriebe werden zu einem Unternehmen fusioniert und infolge von einer Personengesellschaft bewirtschaftet. Die Bewirtschafter, die neu als Personengesellschaft auftreten, überlassen der Betriebsgemeinschaft die Bestandteile der bisherigen Betriebe zur Nutzung. Das Inventar befindet sich im Eigentum der Betriebsgemeinschaft.

Die Betriebsgemeinschaft (BG) muss vom Amt für Landwirtschaft anerkannt werden.

BZG (Betriebszweiggemeinschaft)

Ein oder mehrere Betriebszweige werden zusammengelegt. Jeder Bewirtschafter verrichtet für den gemeinsamen Betriebszweig Arbeit. Für den zusammengelegten Betriebszweig wird eine gemeinsame Rechnung geführt. Ansonsten sind die Betriebe mit den weiteren Betriebszweigen eigenständig und unabhängig.

Die Betriebszweiggemeinschaft (BZG) muss vom Amt für Landwirtschaft anerkannt werden.

ÖLN-Gemeinschaft

Zwei oder mehrere Betriebe erfüllen die ÖLN-Anforderungen gemeinsam und lassen sich den jeweiligen Anforderungen gemeinsam kontrollieren. Die Kontrolle aller Betriebe muss durch die gleiche Kontrollorganisation erfolgen. Eine gemeinsame Kontrolle ist auf folgenden Anforderungen möglich:

  • Nährstoffbilanz
  • Anteil ökologischer Ausgleichsflächen
  • Fruchtfolge / Boden- und Pflanzenschutz
  • Gesamter ÖLN gemeinsam

Die ÖLN-Gemeinschaft muss vom Amt für Landwirtschaft anerkannt werden.