Massnahmen gegen die Vogelgrippe

Nach einem Vogelgrippe-Fall im Zürcher Unterland am 24. November 2021 werden unter anderem auch im Kanton Solothurn Massnahmen nötig, um Neuansteckungen sowie eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Anbei finden Sie die wichtigten Informationen:

Krankheit und Erreger

Entdeckt wurde das infizierte Tier in einem Geflügelbetrieb. Es handelt sich um die Virusvariante H5N1 der hoch pathogene aviären Influenza HPAI. Die auch als Geflügelpest oder Vogelgrippe bekannte Seuche befällt Wildvögel und Hausgeflügel, ist hochansteckend und endet für diese Tiere meistens tödlich. Die festgestellte Variante ist für den Menschen aber nicht ansteckend. Vorsichtsmassnahmen im Umgang mit Geflügel wird dennoch empfohlen.

Verbreitung

Die Übertragung des Virus erfolgt von Wildvögeln auf Hausgeflügel oder von Tier- oder Warenkontakten (Bruteier, benutzte Näpfe). In den Kanton Solothurn könnte das Virus über Wasservögel auf ihrem allwinterlichen Vogelzug gelangen.

Notverordnung des Bundes

Um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen, werden zudem nördlich der Alpen in der Umgebung von grösseren Gewässern Massnahmen zum Schutz des Hausgeflügels ergriffen – dies, weil oftmals Wasservögel auf ihrem allwinterlichen Vogelzug das Virus verbreiten. Die vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV verabschiedete Verordnung betrifft aus diesem Grund auch den Kanton Solothurn. Vorgesehen sind Massnahmen für Hausgeflügel in einem 1-Kilometer-Streifen entlang der Aare und einer Überwachungspflicht in einem 3-Kilometer-Streifen. Eine Übersicht finden Sie auf folgender Karte.

Anweisungen für Geflügelhalter

Im 1-Kilometer-Abstand zur Aare ist Folgendes zu beachten:

  1. Futter- und Tränkestellen des Hausgeflügels dürfen nicht für Wildvögel zugänglich sein.
  2. Gänse- und Laufvögel müssen getrennt vom übrigen Hausgeflügel gehalten werden.
  3. Wasserbecken, die für gewisse Vogelarten vorgeschrieben sind, müssen vor wildlebenden Wasservögeln abgeschirmt werden.
  4. Auslaufflächen müssen mit einem Netz mit einer Maschenweite von höchstens vier Zentimetern abgedeckt werden.
  5. In Geflügelhaltungen müssen die Hygienemassnahmen im Seuchenfall angewendet werden (siehe Webseite des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Vogelgrippe beim Tier). Auch Kleinhaltungen wird das Einrichten einer Hygieneschleuse empfohlen.
  6. Märkte, Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen, an denen Geflügel aufgeführt wird, sind in diesem Gebiet verboten.

Anstelle der Ziffern 1 bis 4 können die Tiere auch eingestallt werden, vorausgesetzt die Tierschutzanforderungen werden dabei eingehalten.

 

Im 3-Kilometer-Abstand zur Aare sind folgende Auffälligkeiten meldepflichtig:

  1. Symptome, die die Atemwege betreffen
  2. Rückgang der Futter-/Wasseraufnahme
  3. Rückgang der Legeleistung

Der Tierarzt meldet die Auffälligkeiten dem Veterinärdienst, wo entschieden wird, ob eine Ausschlussuntersuchung gemacht werden soll oder ob es sich um einen Verdachtsfall handelt. 

Tierhalterinnen und Tierhalter mit über 100 Vögeln müssen zusätzlich Aufzeichnungen über die Todesfälle und besondere Krankheitsanzeichen führen. Bei Verdacht melden sie sich ebenfalls bei ihrem Tierarzt.

 

Allgemein haben Tierärzte dem Veterinärdienst gegenüber bei gewissen Veränderungen der Legeleistung und der Gesundheit sowie bei Schalenveränderung der Eier eine Meldepflicht wahrzunehmen. Sie werden im Detail per Mail informiert.

 

Die betroffenen Geflügelhalter sind beim Amt für Landwirtschaft registriert und werden direkt vom Veterinärdienst angeschrieben. Sollten sich im Kanton und insbesondere in den Aare-Ufergebieten nicht registrierte Geflügelbetriebe befinden, so müssen sie sich schnellstmöglich beim Amt für Landwirtschaft nachregistrieren.

Diese Massnahmen treten ab Montag, 29. November 2021 in Kraft und gelten vorerst bis zum 31. Januar 2022.

Meldung von toten Wildvögeln

Ein Wildvogelfund muss dann abgeklärt werden, wenn an einem Fundort ein Schwan, innerhalb von 24 Stunden zwei oder mehr Wasser- oder Greifvögel oder fünf oder mehr andere Wildvögel tot oder krank aufgefunden werden, ohne dass ein ausreichend gesicherter Bezug zu einer anderen Todes- oder Krankheitsursache besteht.  

Bitte kontaktieren Sie bei einem abzuklärenden Wildvogelfund die Kantonspolizei 117. Wenn es sich nicht um einen abzuklärenden Wildvogelfund handelt, kann der Vogel in einer Tierkörpersammelstelle direkt entsorgt werden.

Wichtig: Auch wenn der aktuell zirkulierende VIrustyp nicht auf den Menschen übertragbar ist, sind bei einem Wildvogelfund trotzdem Vorkehrungen zum eigenen Schutz zu treffen: 

  • Einweghandschuhe tragen
  • nach jeglichem Kontakt mit den Wildvögeln die Hände mit Seife zu waschen

Wird ein Amtstierarzt zugezogen, entscheidet dieser ausserdem risikobasiert bis wann die involvierten Personen Kontakt zu Nutzgeflügel meiden sollen.

Alle wichtigen Informationen finden Sie ausserdem in diesem Merkblatt.