Aktuell

Situation der Wildschweinpopulation und der Wildschäden im Winter 2019/2020

  • 16.01.2020

Die ausbleibenden Buchnüsse und Eicheln, als wichtigste Nahrungsquelle für die Wildschweine im Wald, liessen bereits im Sommer ahnen, dass die Tiere ab dem Herbst vermehrt im Offenland nach Nahrung suchen werden. Noch vor einem Jahr konnten sich die Wildschweine über ein riesiges Angebot dieser Waldfrüchte freuen. Das grosse Futterangebot im letzten Winter hat dazu geführt, dass die Wildschweinpopulation im Frühjahr 2019 einen massiven Zuwachs erhalten hat.

Viele Wildschweine und wenig Futter, das ist eine schlechte Kombination und bereitet sowohl den Jägerinnen und Jägern als auch den Landwirtinnen und Landwirten grosse Probleme. Wer jetzt im Jura über die Wiesen wandert, dem fallen sofort die zum Teil grossen braunen Stellen auf, die aussehen, als wäre hier gepflügt worden. Die Wildschweine suchen in den Wiesen nach Fressbarem. Meistens sind es Würmer, Käferlarven oder Mäuse, die sie unter den Grasmutten finden. Die oben erwähnte Kombination führt in diesem Winter zu einer aussergewöhnlichen Situation mit extrem grossen Schadensdruck.

 

Damit die Schäden möglichst gering gehalten werden können, muss der Wildschweinbestand reduziert werden. Um das zu erreichen, setzen Jägerinnen und Jäger vermehrt technische Hilfsmittel ein, um die Wildschweine auch in der Dunkelheit jagen zu können. Mit sogenannten Nachsichtzielhilfen können Wildschweine auch bei schlechten Lichtverhältnissen sicher erlegt werden. In den letzten zwei Jahren haben die Solothurner Jägerinnen und Jägern mehrere 100'000 Franken in solche Geräte investiert.

 

Dazu kommen vermehrt gut geschulte Jagdhunde zum Einsatz, welche wissen, wie sie die Wild­schweine aus einem grossen Dickicht hinaustreiben können. Um solche Hunde richtig auszu­bilden, wurde im Kanton Zürich in diesem Jahr ein Wildschwein-Gewöhnungsgatter eingerichtet. Dort können die Jagdhunde und die Jagdhundeführerinnen und –führer den erfolgsversprechen­den Umgang mit den Wildschweinen üben.

 

Die ausgebildeten Jagdhunde und die neuen technischen Hilfsmittel haben geholfen, dass im Jahr 2019 mit über 750 erlegten Wildschweinen eine der höchsten Jagdstrecken im Kanton Solothurn erzielt werden konnte. Bis Ende Februar werden noch weitere Jagden mit wild­schweingeprüften Hunden durchgeführt. Ab Januar 2020 werden zum ersten Mal auswärtige Jägerinnen und Jäger in einem Gebiet mit einem besonders hohen Wildschweinbestand eingesetzt. Mit allen Massnahmen zusammen soll erreicht werden, dass sich die Wildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen einigermassen in Grenzen halten.