Einfang eines Luchses im Kanton Solothurn

10.04.2007 - Solothurn – Am Ostermontag wurde bei Welschenrohr ein Luchs mit Hilfe der lokalen Jägerschaft eingefangen. Das junge Luchsmännchen von 20 kg wird im Frühjahr in den Kt. Thurgau umgesiedelt und dient damit der Stärkung der Ostschweizer Luchspopulation im Rahmen des Projekts LUNO.

In der Nacht auf Ostermontag wurde oberhalb von Welschenrohr ein Luchs eingefangen. Das knapp 20 kg schwere und rund zwei jährige Luchsmännchen tappte dabei in eine hölzerne Kastenfalle, welche im Auftrag des Bundes zu diesem Zweck aufgestellt und von der lokalen Jägerschaft überwacht wurde. Dem Luchs wurde von den beteiligten Jägern in Erinnerung an seinen Fangort der Name "WERO" gegeben.
Bei WERO handelt es sich bereits um den dritten erfolgreichen Einfang eines Luchses im Kanton Solothurn in diesem Winter. Anfang Februar wurde bei Hägendorf das Luchsmännchen "ZENO" und an Karfreitag bei Lommiswil das Luchsweibchen "LOMA" eingefangen. Da diese Fänge jedoch nicht den Umsiedlungs-Ansprüchen des "Konzepts Luchs Schweiz" respektive der Rahmenbedingungen des Projekts LUNO entsprachen, wurden beide mit einem Senderhalsband versehen und an Ort wieder freigelassen.
Diese Senderhalsbänder liefern nun regelmässig Angaben zum Aufenthaltsort der beiden Luchse. Dabei zeigt insbesondere ZENO deutlich, wie wohl es ihm im Kanton Solothurn ist. Und wie man seit Beginn der Fotofallenüberwachung durch die Jägerschaft weiss, ist er nicht der einzige Luchs, der im Kanton Solothurn lebt. Mit Hilfe automatischer Fotofallen können Luchse nachts fotografiert und anhand ihres einzigartigen Fellmusters bestimmt werden. Innerhalb von rund einem Jahr ist es der Jägerschaft damit gelungen, im Kanton acht verschiedene Luchsindividuen nachzuweisen. Dies entspricht einem Minimalbestand, zu dem wahrscheinlich weitere Luchse hinzukommen.
Die Präsenz des Luchses ist an und für sich sehr erfreulich und zeigt, wie sehr der Jura dieser wunderschönen Katze als Lebensraum zusagt. Ein Problem jedoch stellen die lokalen Konzentrationen von Luchsen dar. Momentan besiedeln die Solothurner Luchse die beiden Regionen "Lebern-Hinteres Thal" sowie "Roggen-Hägendorf" in hoher Dichte. Entsprechend spürbar ist ihr Einfluss auf die dort lebenden Bestände des Reh- und Gemswildes. Dieser starke Einfluss soll nach Ansicht des Kantons gedämpft werden. Nach Absprache mit dem Bund wurde dazu die Fangaktion gestartet. Der Wegfang von WERO ist somit erst der Beginn und der Kanton Solothurn setzt sich auch im nächsten Winter für weitere Luchsfänge zur Umsiedlung ein.
Diese Umsiedlungsaktion dient aber auch dem Luchs selber, denn noch immer sind grosse Lücken in seiner Verbreitung in der Schweiz zu beobachten. Aus diesem Grund hilft die Umsiedlung von WERO - nach Ansicht der Ostschweizer Kantone und des Bundes - das langfristige Überleben der Luchspopulation in der Ostschweiz (Projekt LUNO) zu sichern.

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