Regierungsrat will Museumspolitik überprüfen

Solothurn, 18. Dezember 2007 – Der Regierungsrat hat das Amt für Kultur und Sport beauftragt, bis im Herbst 2008 Bericht und Antrag über die künftige Museumspolitik im Kanton Solothurn auszuarbeiten. Im Bericht soll unter anderem aufgezeigt werden, in welchem Umfang allenfalls in der Zusammenarbeit der verschiedenen kulturhistorischen Museen Synergien wirksam werden. Ferner will er auch Auskunft über die Sicherung und Aufbewahrung von solothurnischem Kulturgut. Den Bericht über die Umgestaltung des wehrhistorischen Museums Altes Zeughaus zum kulturhistorischen Museum des Kantons Solothurn hat er zur Kenntnis genommen. Das zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaute Solothurner Zeughaus soll "sanft" modernisiert werden.

Zusammen mit der Sankt-Ursen-Kathedrale und dem Rathaus bildet das Alte Zeughaus ein eindrückliches städtebauliches Dreieck. Dieses Dreieck wird jährlich von Tausenden besucht und prägt wesentlich das Bild, das sie von der Stadt mitnehmen. In den vergangenen Jahren erlebte das Museum Altes Zeughaus einige Veränderungen, indem die Ausstellung im obersten Stock erweitert und etwas später die berühmte Harnischsammlung in einer ersten Etappe restauriert wurde. Doch wesentliche Anpassungen an die moderne Zeit haben in den letzten Jahren nicht stattgefunden. Seit der letzten Renovation des Hauses, die 1976 abgeschlossen wurde, erfuhren weder das Erdgeschoss noch die technische Infrastruktur des Museums Altes Zeughaus wesentliche Veränderungen. Diese drängen sich aber nun auf. Untersucht werden soll die Umgestaltung des Eingangbereiches, der einen Museumsshop und ein Bistro erhalten könnte. Damit würde im Erdgeschoss auch eine Verkleinerung und Straffung der Ausstellungsfläche notwendig. Gleichzeitig soll die Sammlung für Gehbehinderte und Senioren besser erschlossen werden.

Um dieses "sanfte" Modernisierungsprojekt gründlich abzuklären, hat der Regierungsrat eine Planungskommission eingesetzt. Dieser gehören ochbauamt, die Denk-malpflege und das Amt für Kultur und Sport - dem das Museum Altes Zeughaus unterstellt ist - sowie Vertreter des Vereins "Freunde des Museums Altes Zeughaus" an. Der Verein "Freunde des Museums Altes Zeughaus" liess auf eigene Kosten eine Museumsanalyse erarbeiten, deren Feststellungen in die Kommissionsarbeit einfliessen werden.

Zunehmendes Interesse an kantonaler Geschichte
Gegenwärtig arbeiten verschiedene Historiker an einer Fortschreibung der Kantonsgeschichte unter der Leitung von André Schluchter (Olten). Die Beschäftigung mit der Vergangenheit des Kantons zeigt zum einen, dass zahlreiche kantonale und kommunale Institutionen damit betraut sind, zum andern zeigt sie aber auch, dass kantonale Geschichte nur beschränkt vermittelt wird. Das gilt insbesondere für die kulturhistorischen Museen im Kanton. Bei diesen ist aber der Wunsch nach vermehrter Zusammenarbeit durchaus vorhanden. Besonders wichtig ist für den Regierungsrat auch die Frage, auf welche Weise Kenntnisse der solothurnischen Geschichte und Kultur vermittelt werden und wie diese zum Beispiel in die Ausbildung von Lehrpersonen einfliessen. Um dieses Projekt umsetzen zu können, bewilligte er einen Beitrag von 75'000 Franken aus Mitteln des Lotteriefonds.

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