Solothurn - Müllers Eisenplastik aus Sicherheitsgründen entfernt
Solothurn, 6. Dezember 2007 – Die monumentale Eisenplastik des Zürcher Künstlers Robert Müller auf der Terrasse im ersten Stock der pädagogischen Hochschule in Solothurn musste aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Das 1971 vom Kanton erworbene Objekt wies nach 35 Jahren derart schwerwiegende Schäden auf, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Korrosionsschäden führten zur Instabilität. Die Instandstellungskosten würden sich gemäss Experten auf rund 100'000 Franken belaufen. Das Objekt wurde für 90'000 Franken gekauft.
Die grosse Plastik von Robert Müller steht über 35 Jahren auf der grossen Terrasse im ersten Stock des damaligen Lehrerseminars, der heutigen pädagogischen Hochschule. Jüngste Untersuchungen ergaben, dass das Kunstwerk erhebliche Korrisionsschäden aufweist und deshalb statisch nicht mehr sicher ist. Das Kunstwerk ist zu einer nicht unerheblichen Gefahr für seine Umgebung und damit für die Studierenden, Dozenten und Besuchenden der Anlage geworden. Diese Gefahr würde sich noch wesentlich erhöhen, wenn in den nächsten Tagen Schnee und vor allem Eis die Oberfläche der Plastik bedeckt hätten.
Um allen Gefahren vorbeugen zu können, wurde das Objekt vom angestammten Standort entfernt und in einem Lager deponiert. Dort werden jetzt die Schäden im Innern des Werkes genau festgestellt und aufgenommen werden. Nach Vorliegen der Ergebnisse werden weitere Massnahmen beschlossen werden. Vorher wurde es in seiner Umgebung noch einmal fotografisch dokumentiert.
Als das Kunstwerk 1971 angeschafft wurde, kostete es rund 90'000 Franken. Genaue Angaben über die Kosten einer gründlichen Sanierung sind zwar erst möglich, wenn das Objekt geöffnet und der Stand der Schäden festgestellt wurde. Man rechnet aber, dass diese Kosten gut und gerne um die 100'000 Franken betragen dürften.
Robert Müller wurde 1920 in Zürich geboren, arbeitete ab 1930 im Atelier von Charles Otto Bänninger und Germaine Richier. 1949 siedelte Müller nach Paris über und begann nach einer Lehre als Schmied jene Eisenplastiken zu gestalten, die ihm den Namen "Eisen-Müller" einbrachte, unter dem er in die Kunstgeschichte Einzug hielt. 1961 zog Müller in den Pariser Vorort Villiers-le-Bel.
Um 1965 gab er die Arbeiten an seinen Eisenplastiken auf und beschäftigte sich unter anderem mit Intarsien in Marmor. Ab 1977 hielt sich Robert Müller regelmässig in Kreta auf. Er verzichtete auf sein bisheriges plastisches Schaffen und wandte sich der Zeichnung und in der Folge dem Holzschnitt zu.
Robert Müller verstarb 2003 in Villiers-le-Bel.