Stärkung des Hausarztberufes mit Unterstützung der Solothurnischen Spitäler AG (soH)

Solothurn, 18. Dezember 2007 – Eine durch Landammann Peter Gomm eingesetzte Arbeitsgruppe hat Massnahmen zur Stärkung des Hausarztberufes vorgeschlagen. Der Regierungsrat befürwortet diese Massnahmen. Einerseits geht es um die Förderung der Praxisassistenz in Hausarztpraxen, andererseits um die Schaffung einer von der Hausärzteschaft betriebenen vorgelagerten Notfallpraxis an den Spitälern in Olten und Solothurn. Beide Massnahmen können nur mit der Unterstützung der Solothurnischen Spitäler AG (soH) realisiert werden.

Aus der Optik einer guten Ausbildung zur hausärztlichen Grundversorgung und einer positiven Wirkung auf die Übernahme von Hausarztpraxen ist es sinnvoll, die Praxisassistenz in Hausarztpraxen zu fördern. Dies soll durch die Schaffung von sechs Praxisassistenz-Stellen à sechs Monate geschehen. Die Programmorganisation und –koordination erfolgt durch das Paritätische Gremium Praxisassistenz, das aus je zwei Vertretern der soH und der HASO (Hausärzte Solothurn) besteht. Alle Praxisassistenten werden durch die soH angestellt und erhalten den gleichen Lohn wie bei einer Assistenztätigkeit im Spital. 20% der Bruttolohnkosten sind von den Praxisinhabern zu tragen. Die jährlichen Nettokosten der soH für diese neu zu schaffenden Praxisassistenz-Stellen betragen ca. 320'000 Franken. Die soH hat sich angesichts der Dringlichkeit bereit erklärt, diese Praxisassistenz-Stellen schon 2008 zu schaffen, obwohl diese Kosten nicht im aktuellen Globalbudget enthalten sind. Für die neue Periode 2009-2011 soll dann das Globalbudget angepasst werden.

Am Kantonsspital Baden besteht seit Februar 2007 eine von den Hausärzten betriebene vorgelagerte Notfallpraxis. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe konnten sich vor Ort ein Bild dieser Notfallpraxis bei laufendem Betrieb machen. Die Vorteile einer solchen Lösung sind nicht nur theoretischer Natur, sondern zeigen sich ganz klar auch in der Praxis. Deshalb soll an den soH-Standorten Olten und Solothurn möglichst bald je eine durch die Hausärzteschaft betriebene vorgelagerte Notfallpraxis geschaffen werden. Diese beiden Projekte sind Sache der soH und der regionalen Ärztegesellschaften. In Olten und auch in Solothurn sind bereits Vorarbeiten im Gang. Daher ist zu hoffen, dass die vorgelagerten Notfallpraxen schon bald ihren Betrieb aufnehmen können, was zu erheblichen Verbesserungen führen wird.

Zumindest für die Randregionen besteht die Gefahr eines zukünftigen Mangels an Hausärzten. Gründe dafür sind u.a. die unattraktiven Weiterbildungsmöglichkeiten zu Hausärzten, der Notfalldienst, die sinkende Attraktivität des Berufsbildes der Grundversorgenden innerhalb der Ärzteschaft und die Demographie der Hausärzte. Die vom Regierungsrat unterstützten Massnahmen wirken der Gefahr eines zukünftigen Mangels an Grundversorgenden entgegen.

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