Solothurn entwickelt ein "Case Management Berufsbildung"
Solothurn, 3. Juli 2007 - Das vom Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen im Februar 2007 lancierte Projekt "Case Management Berufsbildung" wird auch im Kanton Solothurn eingeführt. Der Regierungsrat hat dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung des Departements für Bildung und Kultur den Auftrag erteilt, ein Gesamtkonzept für den Kanton Solothurn zu erstellen, für einen ersten Zeitraum von drei Jahren einzurichten und sicherzustellen. Dabei geht es um ein strukturiertes Verfahren zur Begleitung von Jugendlichen mit schulischen oder persönlichen Defiziten zwischen dem 7. Schuljahr bis zum Eintritt ins Berufsleben.
Die negativen Auswirkungen eines nicht erfolgreichen Eintrittes in die Arbeitswelt sind hinlänglich bekannt. Probleme beim Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt ergeben sich insbesondere aus sozialen Benachteiligungen in Kombination mit erheblichen schulischen Schwächen und persönlichen Defiziten. Diese Mehrfachprobleme entstehen meist vor oder zu Beginn der Sekundarstufe I. In diesem Fall genügen die gängigen Angebote und Massnahmen im Übergang zur Sekundarstufe II nicht. Es braucht über mehrere Jahre hinweg koordinierte, langfristig ausgerichtete Eingliederungsstrategien auf Fallebene. Aus diesem Grund hat der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen im Februar 2007 das "Case Management Berufsbildung" lanciert und unterstützt deren Einrichtung mit einem pauschalen Beitrag. Der Bund kann im weiteren Projektbeiträge auf Antrag hin ausrichten. Voraussetzung für die Unterstützung ist ein kantonales Gesamtkonzept.
Das "Case Management Berufsbildung" hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass möglichst niemand aus dem Bildungssystem herausfällt. Es setzt bereits vor dem Abschluss der obligatorischen Schule an und soll gewährleisten, dass gerade in Fällen mit Problemen die jeweils richtigen Bildungsmassnahmen getroffen werden.
Das Case Management erfolgt in Form eines strukturierten Verfahrens. Es zielt darauf ab, dass adäquate Massnahmen für Jugendliche getroffen werden, deren Einstieg in die Berufswelt stark gefährdet ist. Es koordiniert die Aktionen der verschiedenen Akteure über institutionelle und berufliche Grenzen sowie über die Phase der Berufswahl und den Start der Jugendlichen in die berufliche Grundbildung und/oder Arbeitswelt hinaus.
Bereits heute besteht im Kanton Solothurn eine Vielzahl von verschiedenen Projekten in unterschiedlichen Bereichen, welche zur Verbesserung der Situation der betroffenen Jugendlichen beitragen. Sie gilt es mit einem ganzheitlichen Ansatz zusammenzufassen, zu koordinieren und weiterzuentwickeln.
Der Regierungsrat hat beschlossen, das "Case Management Berufsbildung" auch im Kanton Solothurn einzuführen, und dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung des Departements für Bildung und Kultur den Auftrag erteilt, ein Gesamtkonzept für den Kanton Solothurn zu erstellen, für einen ersten Zeitraum von drei Jahren einzurichten und sicherzustellen.