Genügend Bauzonen für die Solothurner Bevölkerung bis 2030

Solothurn, 29. Juni 2007 - Die Bauzonen im Kanton Solothurn umfassen heute rund 100 ha unbebaute Wohn- und Mischzone. Die Bevölkerung wird gemäss Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2020 um drei Prozent zunehmen (rund 9400 Personen), danach ist mit einem Rückgang auf das heutige Niveau zu rechnen. Die vorhandenen Flächen sind also ausreichend. Diese und weitere Informationen sind dem Bericht "Raumbeobachtung im Kanton Solothurn: Bevölkerung und Wohnen" des Amts für Raumplanung zu entnehmen. Der Bericht ist im Internet unter www.arp.so.ch abrufbar.

Das stärkste Bevölkerungswachstum ist in den Agglomerationen prognostiziert. Dort befinden sich auch die grössten Reserven an Wohn- und Mischzone. Aus raumplanerischer Sicht ist somit erfreulich, dass die Entwicklung in den erwünschten Gebieten stattfinden wird. Werden jedoch die Gemeinden einzeln betrachtet, so fällt auf, dass nicht überall die unbebauten Bauzonen mit der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung übereinstimmen.

Der künftig benötigte Wohnraum, beziehungsweise die Grösse der Bauzone, ist nicht nur von der Bevölkerungszahl, sondern von weiteren Faktoren abhängig wie Bevölkerungsstruktur, Grösse der Haushalte, Wohnflächenverbrauch, vorhandenes Wohnraumangebot, Konjunktur.

Die Anzahl Personen, die zusammen in einem Haushalt wohnen, nimmt ab. Im Jahr 2000 lebten 2/3 der Solothurner Wohnbevölkerung in einem Ein- oder Zweipersonenhaushalt. Der Anteil an Kleinhaushalten ist in den Zentrumsgemeinden am höchsten. Die Verkleinerung der Haushalte ist auf veränderte Familienstrukturen sowie auch die gestiegene Lebenserwartung zurückzuführen. Sie führt dazu, dass der Wohnflächenverbrauch pro Person zunimmt: Brauchte 1990 eine Person noch 39 m2, waren es 2000 bereits 44 m2. Dieser Trend wird sich in Zukunft wohl fortsetzen.

Die Wohnbautätigkeit hängt stark von der Konjunktur ab. In den letzten 15 Jahren wurden im Kanton Solothurn über 10'000 neue Wohngebäude erstellt, davon über 80% Einfamilienhäuser. Dies lässt sich nicht nur mit den tiefen Hypothekarzinsen erklären, sondern auch mit dem Umstand, dass sich die Babyboom-Generation (in den 50-er bis Mitte 60-er Jahre Geborene) in der Familienphase befindet und deshalb häufig Einfamilienhäuser bewohnt.

Es ist zu berücksichtigen, dass es nicht nur neue Wohnungen und Einfamilienhäuser braucht, um den künftigen Bedarf zu decken. Es kommt auch bestehender Wohnraum auf den Markt, der durch den so genannten Generationenwechsel frei wird. Es muss jedoch im Detail abgeklärt werden, ob dieser Wohnraum den heutigen Ansprüchen genügen kann.

Für die zukünftige räumliche Entwicklung ist es weiterhin wichtig, dass das Wachstum der Siedlungsflächen die Lebens- und Wohnqualität nicht beeinträchtigt. Es ist Aufgabe des Kantons und der Gemeinden, die Siedlungsfläche zu begrenzen und die sie umgebende Landschaft zu erhalten und zu gestalten.

Der Bericht steht im Internet zur Verfügung (www.arp.so.ch). Dort können auch detaillierte Daten abgerufen werden, welche für die Raum-, Verkehrs- und Infrastrukturplanung sowie wirtschafts- und sozialpolitische Überlegungen hilfreich sind.

Kommunikation