Im ersten Quartal 2026 erreichten die Solothurner Exporte insgesamt 1,16 Milliarden Franken – gegenüber 1,19 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Januar (+0,6 Prozent; 359 Millionen Franken) und Februar (+4,0 Prozent; 377 Millionen Franken) schlossen dabei über Vorjahr. Im März hingegen lagen die Exporte mit 424 Millionen Franken rund 9,7 Prozent unter dem Vorjahreswert (470 Millionen). Dieser Rückgang ist massgeblich auf den ausserordentlich hohen Wert von März 2025 zurückzuführen: Damals hatten Unternehmen Lieferungen vorgezogen, um der bevorstehenden Einführung der US-Zölle zuvorzukommen. Dieser Basiseffekt verzerrt den Vorjahresvergleich für März 2026 erheblich.
USA-Exporte erholten sich im Januar, waren danach aber rückläufig
Die USA-Exporte stiegen im Januar 2026 um ausserordentliche 41 Prozent auf 65 Millionen Franken. Im Februar (–12 Prozent) und März (–22 Prozent) folgten jedoch wieder Rückgänge, wobei der März-Wert wiederum stark durch den hohen Vorjahresbasiswert ins Auge fällt. Die EU-/EFTA-Märkte entwickelten sich im Quartal insgesamt leicht positiv (+1,3 Prozent), mit einem ausgeprägten Februarplus (+14 Prozent), das auf einen schwachen Vorjahresmonat zurückzuführen ist. Die übrigen Weltmärkte lagen mit 260 Millionen Franken gegenüber 289 Millionen Franken (–10,1 Prozent) unter Vorjahr.
MEM-Industrie stabil, Uhrenindustrie weiter unter Druck
Die MEM-Industrie (Maschinen, Elektronik, Metall) entwickelte sich mit 460 Millionen Franken gegenüber 462 Millionen (–0,5 Prozent) nahezu auf Vorjahresniveau. Die Uhrenindustrie blieb mit 92 Millionen Franken gegenüber 107 Millionen (–14 Prozent) deutlich unter Vorjahr. Erfahrungsgemäss reagiert die Nachfrage nach Uhren als Luxusgut sensibel auf konjunkturelle Abschwächungen und erhöhte Unsicherheit: Käufe lassen sich aufschieben, was die Branche stärker trifft als Bereiche mit weniger aufschiebbarem Bedarf.
Medizinaltechnik durch Basiseffekt belastet – Januar und Februar positiv
Die Medizinaltechnik verzeichnete im Quartal einen Rückgang auf 350 Millionen Franken gegenüber 392 Millionen (–10,7 Prozent). Dieser ist jedoch wiederum massgeblich auf den ausserordentlich hohen Vorjahreswert im März 2025 zurückzuführen. Der Januar (+2 Prozent) und der Februar (+12 Prozent) entwickelten sich hingegen klar positiv und bestätigen die strukturelle Robustheit der Branche.
Weiterhin entscheidend: Geopolitik, Handelspolitik und Nachfrage
Für die weitere Exportentwicklung werden drei Faktoren entscheidend sein:
ob die laufenden Verhandlungen im Handelskonflikt mit den USA zu stabilen Rahmenbedingungen führen,
ob der Iran-Konflikt weiter eskaliert
und ob die europäische Nachfrage Stabilisierungssignale zeigt.