Hintergrund: Das Amt für Finanzen, die kantonale Standortförderung und die Solothurner Handelskammer (SOHK) haben den Exportmonitor für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht. Die Publikation zeigt, dass die Solothurner Exporte im Gesamtjahr 2025 um rund 10 Prozent auf 4,55 Milliarden Franken zurückgingen.
Besonders deutliche Einbussen verzeichneten die Uhrenindustrie (–20 %) und die MEM-Branche (–16 %). Die Medizinaltechnik schloss als einzige Leitbranche mit einem positiven Jahresergebnis (+4 %) ab. Die EU-/EFTA-Märkte blieben das Jahr über unter Druck. Die ersten Daten für Januar 2026 zeigen eine Stabilisierung der Gesamtexporte auf Vorjahresniveau; die USA-Exporte verzeichneten dabei einen Anstieg von 41 Prozent.
Gesamtexporte 2025 deutlich unter Vorjahr – leichte Erholung im Q4
Im Gesamtjahr 2025 beliefen sich die Exporte des Kantons Solothurn auf 4,55 Milliarden Franken, gegenüber 5,04 Milliarden Franken im Jahr 2024 (–10 %). Im vierten Quartal 2025 belief sich das Exportvolumen auf rund 1,10 Milliarden Franken (Vorjahr: 1,18 Mrd. Fr.), was einem Minus von 7 Prozent entspricht. Damit fiel der negative Trend gegenüber dem dritten Quartal (–13,9 %) deutlich schwächer aus. Der Dezember schloss mit einem Plus von 6,6 Prozent positiv ab.
EU-/EFTA-Märkte weiter unter Druck – USA-Exporte mit Erholung
Die EU-/EFTA-Exporte blieben mit einem Minus von 12 Prozent im vierten Quartal die Schwachstelle unter den Zielmärkten. Die übrigen Weltmärkte legten im Q4 um 6 Prozent zu. Bei den USA-Exporten zeigte sich bereits im Dezember eine erste Erholung (+10 %); im Januar 2026 stiegen sie um 41 Prozent auf 65 Millionen Franken – ein mögliches erstes Indiz für positive Effekte der erzielten Zolleinigung.
Uhrenindustrie und MEM mit deutlichen Einbussen
Die Uhrenindustrie verzeichnete im Gesamtjahr 2025 mit minus 20 Prozent die stärksten Einbussen (433 Millionen gegenüber 542 Millionen Franken), die MEM-Branche liegt mit minus 16 Prozent ebenfalls deutlich unter Vorjahr. Zum Jahresende hin zeigte die MEM-Industrie jedoch positive Zeichen; im Januar 2026 legte sie mit plus 20 Prozent deutlich zu, während die Uhren weiter im Minus verbleiben (–10 %).
Medizinaltechnik als Stabilitätsanker
Die Medizinaltechnik ist die einzige Leitbranche mit positivem Jahresergebnis 2025: ein Plus von 4 Prozent (1,30 Milliarden gegenüber 1,25 Milliarden Franken). Im vierten Quartal blieb sie mit einem Minus von 1 Prozent praktisch stabil; der Januar 2026 bestätigt die Robustheit mit plus 2 Prozent.
Ausblick
Die Januardaten 2026 zeigen eine Stabilisierung der Gesamtexporte auf Vorjahresniveau. Die vereinbarte Reduktion der US-Zusatzzölle von 39 auf 15 Prozent könnte mittelfristig positive Impulse setzen – eine belastbare Einschätzung ist jedoch noch nicht möglich. Entscheidend bleibt daneben die weitere Entwicklung der europäischen Nachfrage.
Weitere Informationen
Der Exportmonitor ist vollständig online verfügbar: statistik.so.ch