Im zweiten Quartal 2026 erreichten die Solothurner Exporte insgesamt 1,14 Milliarden Franken – gegenüber 1,19 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum. Im April lagen sie bei 371 Millionen Franken (–4,4 Prozent), im Mai bei 366 Millionen Franken (–14,1 Prozent) und im Juni bei 401 Millionen Franken (+6,8 Prozent).
Besonders ausgeprägt war der Rückgang im Mai. Zwar waren die USA-Exporte im Mai 2025 aufgrund von Vorzieheffekten aussergewöhnlich hoch. Die Gesamtexporte lagen mit 426 Millionen Franken dennoch bereits unter dem Wert von Mai 2024 (438 Millionen Franken). Mit 366 Millionen Franken im Mai 2026 setzte sich der rückläufige Trend fort; der USA-Basiseffekt verstärkte das Minus.
USA-Exporte stark rückläufig
Die USA-Exporte gingen im zweiten Quartal 2026 auf 162 Millionen Franken zurück, gegenüber 232 Millionen Franken im Vorjahr (–30,2 Prozent). Der Rückgang konzentrierte sich auf April (–28 Prozent) und Mai (–50 Prozent), während im Juni wieder ein Plus von 8 Prozent resultierte. Der Vorjahresvergleich ist stark durch die Vorzieheffekte des Frühjahrs 2025 geprägt; gemessen am Niveau von 2024 liegen die USA-Exporte weiterhin höher.
EU-/EFTA-Märkte leicht im Plus
Die Exporte in die EU-/EFTA-Märkte stiegen leicht auf 706 Millionen Franken, gegenüber 678 Millionen Franken (+4,1 Prozent). Der kräftige Juni (+12 Prozent) traf allerdings auf einen schwachen Vorjahresmonat, weshalb sich daraus noch keine nachhaltige Erholung ableiten lässt. Die übrigen Weltmärkte lagen mit 270 Millionen Franken gegenüber 279 Millionen Franken (–3,3 Prozent) leicht unter Vorjahresniveau.
MEM-Industrie und Medizinaltechnik nahe Vorjahr
Die MEM-Industrie (Maschinen, Elektronik, Metall) entwickelte sich mit 460 Millionen Franken gegenüber 475 Millionen Franken (–3,2 Prozent) nahezu auf Vorjahresniveau. Auch die Medizinaltechnik lag mit 305 Millionen Franken gegenüber 313 Millionen Franken (–2,4 Prozent) nur leicht darunter.
Uhrenindustrie weiter unter Druck
Deutlich schwächer blieb die Uhrenindustrie mit 102 Millionen Franken gegenüber 116 Millionen Franken (–12,3 Prozent). Nach Rückgängen im April
(–17 Prozent) und Mai (–26 Prozent) verzeichnete sie im Juni erstmals seit Januar 2025 wieder ein Plus (+8 Prozent). Ob dies eine Stabilisierung markiert, lässt sich auf Basis eines einzelnen Monats noch nicht beurteilen.
Erstes Halbjahr: Exporte 3 Prozent unter Vorjahresniveau
Im gesamten ersten Halbjahr 2026 beliefen sich die Solothurner Exporte auf 2,31 Milliarden Franken, gegenüber 2,38 Milliarden Franken im Vorjahr (–3,0 Prozent). Über sechs Monate betrachtet fiel der Rückgang damit moderater aus als im zweiten Quartal allein. Bei den Zielmärkten lagen die EU-/EFTA-Exporte mit 1,43 Milliarden Franken über dem Vorjahreswert, während die Ausfuhren in die USA und in die übrigen Weltmärkte tiefer ausfielen. Bei den wichtigsten Branchen blieb die MEM-Industrie im Halbjahr nahezu stabil; Medizinaltechnik und Uhrenindustrie lagen unter dem Vorjahresniveau.
Weiterhin entscheidend: USA-Nachfrage, Europa und Handelspolitik
Für die weitere Exportentwicklung werden vor allem drei Faktoren entscheidend sein:
ob sich die USA-Nachfrage nach dem Abklingen der Vorzieheffekte auf dem gegenüber 2024 erhöhten Niveau hält;
ob sich die zuletzt festere Nachfrage aus dem EU-/EFTA-Raum über einzelne Monate hinaus verstetigt;
und wie sich die internationale Handels- und Zollpolitik entwickelt.
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Die vollständige Publikation ist verfügbar unter: statistik.so.ch