Ereignisse wie eine schwere Krankheitsdiagnose, das Erleben von Gewalt und Übergriffen, der Verlust einer Arbeitsstelle, eine Trennung oder auch Kriegs- und Fluchterfahrungen können schwerwiegende Folgen für die psychische Stabilität der betroffenen Personen haben. Traumatisierende Momente können zu Wahrnehmungsstörungen, Desorientiertheit, starken emotionalen Schwankungen, Stressreaktionen oder Aggressivität führen. Diese Symptome erschweren nicht nur den Alltag der Betroffenen, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf ihre Integrationsmöglichkeiten in Schule, Arbeit und Gesellschaft.
Um die betroffenen Personen zu unterstützen, lanciert das Departement des Innern ein auf zwei Jahre ausgelegtes Pilotprojekt. Dieses besteht zum einen aus Informationsveranstaltungen für Fachpersonen und Freiwillige. Sie sollen dadurch in ihrem Arbeitsalltag Personen erkennen können, die bei der Verarbeitung von traumatisierenden Erlebnissen Unterstützung benötigen. Des Weiteren wird eine Studie in Auftrag gegeben, welche die bereits existierenden Unterstützungsangebote untersucht und aufzeigt, ob allenfalls Lücken bestehen. Ein wichtiges Element des Programms ist eine Beratungshotline, die vom Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Solothurn (SRK) betrieben wird. Diese Hotline wurde im Zuge des Ukrainekriegs aktiviert und soll nun zu einer kantonalen Anlaufstelle für psychosoziale Angebote für die gesamte Bevölkerung im Kanton ausgebaut werden (siehe Kasten). Ziel des Programms ist es, die betroffenen Personen zu stabilisieren und eine Verschlimmerung ihrer Situation zu verhindern. Damit soll einer Überbelastung des Gesundheitssystems entgegengewirkt werden.
Das Vorhaben ist eingegliedert in das Programm «Stabilisierung und Ressourcenaktivierung von Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf» des Staatssekretariats für Migration. Es wird unterstützt durch den Integrationskredit des Bundes und durch Bundesbeiträge, die im Zuge des Kriegs in der Ukraine zur Verfügung gestellt wurden. Zudem hat der Regierungsrat einen Beitrag von 84'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds des Kantons Solothurn gesprochen.
Zentrale Anlaufstelle für psychosoziale Angebote
Das SRK Kanton Solothurn betreibt im Auftrag des Kantons eine Hotline für Fragen und Vermittlung rund um psychosoziale Angebote. Personen, die auf der Suche nach konkreten Unterstützungsmöglichkeiten sind, erhalten bei der Anlaufstelle eine Erstberatung sowie Informationen zu den für sie geeigneten Angeboten. Auch Drittpersonen können sich an die Anlaufstelle wenden. Die Anlaufstelle behält laufend den Überblick über die im Kanton existierenden Beratungs- und Unterstützungsangebote und vernetzt diese untereinander.
Die Anlaufstelle ist von Montag bis Freitag von 8:30 bis 11:30 telefonisch unter 062 207 02 49 erreichbar. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.srk-solothurn.ch/hotline-psychosoziale-angebote