Nachdem das Budget 2023 im September noch eine schwarze Null ausgewiesen hat, ist es jetzt mit einem Aufwandüberschuss von gut 85 Mio. Franken tiefrot und weit von den Vorgaben der kantonsrätlichen Finanzkommission (FIKO) entfernt. Diese forderte im April einen Cashflow von 120 Mio. Franken und einen Selbstfinanzierungsgrad von über 100 Prozent. Jetzt weist das Budget einen Cashflow von 8,3 Mio. Franken aus, der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 8 Prozent. Zu diesem schlechten Ergebnis hat vor allem der Wegfall der Ausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geführt. So wurde denn auch festgehalten, dass die finanzielle Situation des Kantons grundsätzlich in Ordnung und dieses Ergebnis für ein Jahr tragbar sei. Auch der einmalig schlechte Selbstfinanzierungsgrad müsse in diesem Kontext betrachtet werden.
Trotzdem sei es eine Tatsache, dass die Pro-Kopf-Verschuldung steigt. Die Nettoinvestitionen betragen 101,2 Mio. Franken. Positiv erwähnt wurden die Mehreinnahmen bei den Steuern. Diese zeigen, dass ein strukturelles Wachstum vorhanden ist. Ebenso aufgefallen sei die umsichtige Budgetdisziplin der Ämter.
Aus den Reihen der Kommission wurde aber auch betont, dass die FIKO für eine nachhaltige Finanzpolitik mitverantwortlich sei. Deshalb müsse auch darauf hingewiesen werden, dass nicht beeinflussbare Grössen wie die SNB-Gelder oder der Finanzausgleich einen Viertel des Staatshaushaltes ausmachen. Darum sei es richtig und notwendig, dass der Regierungsrat nächstes Jahr die Aufgabenüberprüfung vornimmt, zu der er vom Kantonsrat aufgefordert wurde. Damit werde es möglich, über Sparbeiträge in grösserem Umfang reden zu können. Obwohl das Budget alles andere als erfreulich daherkomme, sei eine Rückweisung aber nicht anzeigt. So stimmte die FIKO letztlich grossmehrheitlich zu.