Medienmitteilung

«Krokus» erhalten den Solothurner Kunstpreis 2026

  • 23.09.2026

Der Regierungsrat zeichnet die Solothurner Hard-Rock-Band «Krokus» mit dem diesjährigen Kunstpreis des Kantons Solothurn aus. Ausserdem hat er acht Fachpreise sowie einen Anerkennungspreis vergeben. Die öffentliche Übergabefeier findet am 9. November im Konzertsaal Solothurn statt.

Die Solothurner Hard-Rock-Band «Krokus» erhält den diesjährigen Kunstpreis des Solothurner Regierungsrats. Mit mehr als 15 Millionen verkauften Tonträgern, weltweiten Tourneen und 2’000 Shows auf fünf Kontinenten ist «Krokus» die erfolgreichste Schweizer Rockband aller Zeiten. Auch heute noch, über 50 Jahre nach Gründung der Band, werden ihre Songs gehört und ihre Videos auf Youtube millionenfach angeklickt. Noch immer ist «Krokus» auf Bühnen von Open-Airs, Hallen und Stadien unterwegs und tritt vor zehntausenden Fans auf.

Folgende Persönlichkeiten erhalten Fachpreise:

  • Ralph Etter, Filmautor (Preis für Film)

  • Duo «eventuell.»; Vera Wahl und Manuela Villiger, Band (Preis für Musik)

  • Meinrad Feuchter, Bildender Künstler und Kunstvermittler (Preis für Bildende Kunst)

  • Iris Minder, Regisseurin, Autorin und Theaterschaffende (Preis für Theater)

  • Andrea Nottaris, Bildende Künstlerin (Preis für Bildende Kunst)

  • Verein «Radiologisch», Spartenradio (Preis für Kulturpflege)

  • Raphael Sommer, Komponist und Musiker (Preis für Musik)

  • Peter Weibel, Autor (Preis für Literatur)

Anerkennungspreis 

Der Anerkennungspreis des Regierungsrats geht 2026 an Urs Allemann-Caflisch. Gewürdigt wird sein langjähriges Engagement für die Sichtbarkeit, Anerkennung und Unterstützung der Betroffenen der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981.

Der Solothurner Regierungsrat vergibt den Kunstpreis und die Fachpreise auf Antrag des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung. Die Vergabe des Anerkennungspreises erfolgt auf Antrag der Staatskanzlei. Der Kunstpreis ist mit 20‘000 Franken dotiert, die Fachpreise sowie der Anerkennungspreis mit je 10‘000 Franken. 

Die Übergabefeier der Kunst-, Fach- und Anerkennungspreise ist öffentlich. Sie findet am Montag, 9. November 2026, um 18.30 Uhr im Konzertsaal in Solothurn statt.

Bilder der Preistragenden
Link für den Download (gültig bis 17.10.2026)
https://webtransfer.so.ch/de/download/ec2088fa0c58b0423c0afc00f243257518802320

Kunstpreis: «Krokus», Hard-Rock-Band

  • Gegründet 1975 in Solothurn
  • Gründer: Chris von Rohr und Thomy Kiefer
  • 1980 Werkpreis des Kantons Solothurn

Mehr als 15 Millionen verkaufte Tonträger, weltweite Tourneen, 2'000 Shows auf fünf Kontinenten, Gold und Platin in den USA und Kanada: «Krokus» ist die erfolgreichste Schweizer Rockband aller Zeiten. Auch heute werden die alten und neuen «Krokus-Clips» auf YouTube millionenfach angeklickt. Die Band lebt den Rock seit über 50 Jahren auf allen Bühnen, tritt an allen wichtigen Openairs und in den grossen Hallen und Stadien vor zehntausenden Fans auf. Die Solothurner spielen Rock ohne Schnörkel, ehrliche Songs mit ihrer unverwechselbaren puren Energie und ohne Ende.

Diese Weltkarriere wird vom Regierungsrat des Kantons Solothurn mit dem Kunstpreis 2026 gewürdigt.

Preis für Film: Ralph Etter, Filmautor

  • Bürger von Meikirch BE
  • Wohnhaft in Berlin
  • 2008 Werkjahrbeitrag des Kantons Solothurn

Schon mit seinen ersten Filmen, «Wackelkontakt» als Abschlussfilm der Zürcher Hochschule der Künste 2004 und «Cargo» von 2009, machte Ralph Etter auf sich aufmerksam. 1978 in Solothurn geboren, führte ihn nach der Matur an der Kantonsschule Solothurn und dem Studium in Regie an der Zürcher Hochschule der Künste ein Stipendium der Jungen Akademie der Künste nach Berlin. Heute lebt und arbeitet Ralph Etter als freischaffender Filmautor vornehmlich in Berlin, arbeitet aber auch in der Schweiz. Er unterrichtet Jugendliche und Studenten in Filmgestaltung und setzt sich für die Filmbildung von Kindern und Jugendlichen im Format «filmkids.ch» ein.

Für sein breites Engagement im Bereich des Films verleiht der Solothurner Regierungsrat Ralph Etter den Fachpreis für Film 2026.

Preis für Musik: Duo «eventuell.», Band

  • Gegründet 2015 in Olten

Vera Wahl, Musikerin

  • Geboren 1989 in Dulliken
  • Bürgerin von Dulliken
  • Wohnhaft in Wangen b. Olten
  • 2017 Förderpreis des Kantons Solothurn

Manuela Villiger, Musikerin

  • Geboren 1992 in Olten
  • Bürgerin von Beinwil AG
  • Wohnhaft in Olten
  • 2016 Förderpreis des Kantons Solothurn

Das Duo «eventuell.» wurde 2015 von den Oltnerinnen Manuela Villiger und Vera Wahl gegründet. Beiden Saxophonistinnen und Performerinnen sind in ihrer musikalisch-performativen Arbeit die visuelle Wahrnehmung, die szenische Arbeit und der Einbezug transdisziplinärer Medien wichtige Anhaltspunkte. Vermehrt beschäftigen sie sich zudem mit performativen, installativen und nichtinstrumentalen Werken sowie mit elektroakustischer Musik unter Einbezug von multimedialen und digitalen Elementen. Ihre Programme sind thematisch gestaltet und setzen sich intensiv mit philosophischen und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen auseinander.

Für ihre herausragende Arbeit verleiht der Solothurner Regierungsrat dem Duo «eventuell.» einen Fachpreis für Musik 2026.

Preis für Bildende Kunst: Meinrad Feuchter, Bildender Künstler und Kunstvermittler

  • Bürger von Aristau AG
  • Wohnhaft in Dulliken

Meinrad Feuchter, 1959 in Aristau AG geboren, ist seit den frühen 1980er-Jahren künstlerisch tätig. Ausgehend von der konzeptionellen Malerei versteht er sich heute als Grenzgänger zwischen Minimalismus, Konzeptkunst, Fluxus und Performance. Roter Faden seines künstlerischen Lebens ist die Verbindung von Gestaltung, Inszenierung und Wahrnehmung. Neben seinem eigenen Werk engagiert sich Meinrad Feuchter auch als Organisator und Vermittler zeitgenössischer Kunst, etwa mit Projekten wie «Les jours des éphémères» sowie seinem Tee- und Kunstladen «links und rechts» in Olten.

Für sein konsequentes, eigenwilliges und inspirierendes künstlerisches Wirken erhält Meinrad Feuchter vom Solothurner Regierungsrat einen Fachpreis für Bildende Kunst 2026.

Preis für Theater: Iris Minder, Regisseurin, Autorin, Theaterschaffende

  • Bürgerin von Bern
  • Wohnhaft in Günsberg

Iris Minder, 1951 in Luzern geboren, hat sich in Grenchen über mehr als drei Jahrzehnte mit aussergewöhnlicher Energie und Kontinuität für die hiesige Breitenkultur eingesetzt. Sie versteht Theater als lebendiger Begegnungs- und Bildungsrahmen für die gesamte Bevölkerung. Als Gründerin unter anderem des Kindertheaters «Blitz», des Theaters «Jawohl», der Schopfbühne Grenchen und der Freilichtspiele Grenchen, die als eigenständige Institution bis heute fortbestehen, schuf sie eine generationenübergreifende Theaterlandschaft im Kanton Solothurn, die Menschen jeden Alters und Herkunft ins künstlerische Leben einbindet. 

Iris Minder hinterlässt ein kulturelles Lebenswerk von bleibendem Wert. Dafür erhält sie vom Regierungsrat des Kantons Solothurn einen Fachpreis für Theater 2026.

Preis für Bildende Kunst: Andrea Nottaris, Bildende Künstlerin

  • Bürgerin von Sins AG und Isorno TI
  • Wohnhaft in Olten

Die 1970 in Olten geborene Andrea Nottaris arbeitet als Künstlerin interdisziplinär und multimedial. Sie zeigt ihre Arbeiten seit vielen Jahren in Einzel- und Gruppenausstellungen in unserer Region und weit darüber hinaus. So ist sie etwa regelmässig in der Kantonalen Jahresausstellung der Solothurner Kulturschaffenden zu sehen. Für die Arbeit «Aussicht» in der Justizvollzugsanstalt im Deitinger Schachen hat sie 2016 im Rahmen der Architekturauszeichnungen des Kantons Solothurn eine Anerkennung erhalten. Zuletzt gestaltete sie das Porträt von Regierungsrätin Susanne Schaffner in deren Jahr als Frau Landammann für das Solothurner Rathaus.

Als Anerkennung für ihr unermüdliches bildnerisches Schaffen erhält Andrea Nottaris vom Regierungsrat des Kantons Solothurn einen Fachpreis für Bildende Kunst 2026.

Preis für Kulturpflege: Verein «Radiologisch», Spartenradio

  • Gegründet 2009 in Solothurn

Der Verein «Radiologisch» pflegt seit 2009 die lokale Kulturvielfalt in der Region Solothurn: als Plattform für regionale Themen und lokale Stimmen, durch die Förderung regionaler Musik, als Ort, an welchem Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Medium Radio als kulturelle Ausdrucksform kennenlernen und selber gestalten können. Mit Aus- und Weiterbildungen in Radiotechnik und Moderation, Liveübertragungen von Solothurner Kulturveranstaltungen wie den Solothurner Filmtagen oder der Kulturnacht Solothurn sowie Veranstaltungen in der Kulturfabrik Kofmehl macht «Radiologisch» Radiokultur erleb- und erlernbar. 

Für dieses Engagement erhält der Verein «Radiologisch» den Fachpreis Kulturpflege 2026 des Solothurner Regierungsrats.

Preis für Musik: Raphael Sommer, Komponist und Musiker

  • Bürger von Eschholzmatt-Marbach LU
  • Wohnhaft in Lostorf

Der 1989 geborene Raphael Sommer ist mehrfach ausgezeichneter Komponist von Musik für Filme wie «Schweizer Geist» (2013), «Camino de Santiago» (2015) oder «Am seidenen Faden» (2020). Seine Musik ist nicht einfach nachträgliches Gestaltungselement. Sie folgt der inneren Wahrnehmung der Figur, übersetzt emotionale Zustände, Spannungen und Leerstellen mit einer sensiblen Klangsprache. Ausserdem komponierte Raphael Sommer ein grosses Requiem für Chor und Sinfonieorchester und produzierte mit dem Produzenten und Regisseur Martin Albisetti den Spielfilm «Plüss», der im Mai 2026 in die Kinos kam.

Für seine Arbeit als Filmmusik-Komponist erhält Raphael Sommer einen Fachpreis für Musik 2026 des Solothurner Regierungsrats.

Preis für Literatur: Peter Weibel, Autor

  • Bürger von Rapperswil BE
  • Wohnhaft in Bern

Peter Weibel, geboren 1947, ist in Solothurn aufgewachsen und lebt heute in Bern. Mit einer unbeirrten und eigenständigen Stimme prägt er seit über vier Jahrzehnten die Schweizer Gegenwartsliteratur. In seinen Erzählungen und Gedichten widmet er sich mit grosser Einfühlsamkeit und sprachlicher Sorgfalt Menschen in Grenzsituationen, deren stilles, inneres Erleben nie ausbricht, aber lange nachhallt. Die Natur zieht sich als Konstante durch das Werk von Peter Weibel und steht in beständiger Wechselwirkung mit dem Innern seiner Figuren. Sein psychologisches Gespür entfaltet sich dabei, ohne je psychologisierend zu wirken.

Für sein unverwechselbares und kontinuierliches literarisches Schaffen erhält Peter Weibel vom Regierungsrat des Kantons Solothurn den Fachpreis für Literatur 2026.

Anerkennungspreis: Urs Allemann-Caflisch

  • Wohnhaft in Bern

Urs Allemann-Caflisch, im Kanton Solothurn geboren und aufgewachsen, engagiert sich seit vielen Jahren für Personen, die unter den fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 leiden. Er gehört zu den Menschen, die die Anliegen und Lebensrealitäten der Betroffenen wie kaum jemand anderer verstehen – nicht zuletzt, weil er selbst von den Massnahmen betroffen war.

Der Jurist berät Betroffene und unterstützte bis 2023 als Mitglied der Kommission für die Solidaritätsbeiträge das Bundesamt für Justiz bei der Beurteilung von Gesuchen. Als Initiant des «Erzählbistros» hat er einen Ort geschaffen, an welchem Betroffene zusammenkommen und sich über ihre Geschichte austauschen können. Mit vielen Veranstaltungen fördert er die Gemeinschaft und ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Für sein langjähriges Engagement für die Sichtbarkeit, Anerkennung und Unterstützung der Betroffenen erhält Urs Allemann-Caflisch den Anerkennungspreis 2026 des Solothurner Regierungsrats.

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