Oensingens Hauptverkehrsachse führt heute mitten durch den Ortskern, was die Lebensqualität im ganzen Ort spürbar beeinträchtigt. Der Kanton und die Gemeinde haben deshalb gemeinsam ein umfassendes Gesamtverkehrsprojekt erarbeitet, um den Ortskern sicherer und lebensfreundlicher zu machen. Die Lösung liegt in einer Entlastungsstrasse am südlichen Dorfrand. Sie soll durch das Industriegebiet führen und den Schwerverkehr schnell und direkt an die Autobahn A1 anbinden. Das Industriegebiet wird somit besser erreichbar. Die Entlastungsstrasse verläuft zu zwei Dritteln auf bestehenden Strassen. Sie reduziert den Verkehr im Ortszentrum um 45 bis 55 Prozent.
Deutliche Unterstützung
Im Oktober und November 2025 wurde eine Mitwirkung zum Vorprojekt «Gesamtverkehrsprojekt Oensingen» durchgeführt. Diese wurde nun ausgewertet. An der Mitwirkung beteiligten sich 118 Privatpersonen und 34 Institutionen. 74 Prozent der Mitwirkenden äusserten sich positiv oder eher positiv, 20 Prozent negativ oder eher negativ. 6 Prozent gaben keine Antwort. Die Entlastungsstrasse durchs Industriegebiet und die Ausgestaltung der Ortsdurchfahrt zu einer Lebensader für das Dorf werden begrüsst. Rund 360 Personen haben die öffentliche Ausstellung besucht.
Keine Begegnungszone mit Tempo 20
Eine grosse Mehrheit befürwortet die vorgesehenen Massnahmen zur Verkehrssicherheit, zur Verkehrsberuhigung im Dorf, zu einem flüssigen Verkehr im Industriegebiet und zur Entsiegelung und Begrünung von Restflächen. Auf Widerstand stösst hingegen die Begegnungszone mit Tempo 20 im Dorfzentrum. Der Kanton und die Gemeinde Oensingen verzichten demnach auf die Umsetzung. Begrüsst wird indes Tempo 30 auf der Dorfdurchfahrt.
Ökologische Ausgleichsmassnahmen prüfen
Kommentiert wurden in den Rückmeldungen unter anderem die Anbindung der Region Thal an die Autobahn, die Gestaltung verschiedener Verkehrsknoten sowie Art und Ausmass der ökologischen Ausgleichsmassnahmen. Letztere wurden erst rudimentär konzipiert und werden nun gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten sowie den kantonalen Fachstellen (Amt für Landwirtschaft, Amt für Raumplanung, Amt für Umwelt) konkretisiert. Im Fokus steht der schonende Umgang mit Fruchtfolgeflächen unter Berücksichtigung der Umweltschutzbestimmungen. Weiter nimmt der Kanton Die Befürchtungen des Thals betreffend Autobahnanbindung auf und klärt ab, ob entsprechende Gemeindestrassen in Kantonsstrassen umklassiert werden könnten.
Bauprojekt bis 2027, Baubeginn ab 2029
Die Eingaben aus der Bevölkerung werden nun geprüft und wo möglich im Projekt berücksichtigt. Gemäss der aktuellen Planung wird das Bauprojekt 2027 vorliegen. Bereits im Frühling des nächsten Jahres soll der Kantonsrat über den Realisierungskredit von grob geschätzt 70 Millionen Franken entscheiden. Vom Bund wird im Rahmen des Agglomerationsprogramms ein namhafter Beitrag erwartet. Sollte das Referendum ergriffen werden, würde die Kantonsbevölkerung bis spätestens 2028 darüber abstimmen. Danach startet das Bewilligungsverfahren mit der öffentlichen Auflage. Der Baubeginn ist frühestens 2029 möglich. Die Bauarbeiten dauern rund sechs Jahre.
Alle Infos zum Projekt und zur Mitwirkung: so.ch/gvpoensingen