Medienmitteilung

NFA: Neue Prognosen erfordern Anpassungen bei der Finanzplanung

  • 11.06.2026

Die Eidgenössische Finanzverwaltung hat neue Daten zum Finanzausgleich erhoben. Die Prognosen, die darauf aufbauen zeigen: Der Kanton Solothurn wird in den nächsten Jahren voraussichtlich mehr Geld aus dem Finanzausgleich erhalten als bisher. Das Plus ist jedoch nicht so gross wie angenommen. Deshalb justiert der Kanton den Integrierten Aufgaben und Finanzplan für die Jahre 2027 – 2030.

Hintergrund: Der Integrierte Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) schaut in die Zukunft. Er bildet vorgesehene Aufgaben und finanzielle Ressourcen für jeweils vier Jahre ab. Die Gelder aus dem Nationalen Finanzausgleich (NFA) sind ein Teil dieser Ressourcen. Die Berechnungen für den NFA erfolgen auf Grundlagen der Vergangenheit. Sie stützten sich auf die Zahlen der Eidgenössischen Finanzverwaltung und die Prognosen von BAK Economics. Konkret wurde der IAFP 2027–2030 auf Basis der im Januar 2026 verfügbaren Planungsgrundlagen erstellt. Dazu gehörte auch die entsprechende BAK-Prognose zum Finanzausgleich. 

Neue Prognose – Weniger Ausgleichszahlungen 

Der IAFP 2027–2030 des Kantons Solothurn wurde im März 2026 finalisiert und am 1. April 2026 öffentlich vorgestellt. In der Zwischenzeit hat die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) die Datengrundlage überarbeitet. Die BAK-Prognose wurden entsprechend aktualisiert. Der Kanton Solothurn erhält auch mit den neuen Berechnungen mehr Geld aus dem Ausgleichstopf; Die Ausgleichszahlungen steigen weiterhin an, jedoch weniger stark als im IAFP 2027–2030 bisher angenommen. 

Für die Jahre 2027 bis 2030 ergibt sich eine Differenz von insgesamt rund 315 Mio. Franken: 

Jahr

 

Tiefere Ausgleichszahlung

2027

 

32 Mio. Franken

2028

 

77 Mio. Franken

2029

 

104 Mio. Franken

2030

 

103 Mio. Franken

Warum sinken die Ausgleichszahlungen?

Zentraler Grund ist die verbesserte Indexentwicklung: Der Ressourcenindex des Kantons Solothurn schwächt sich weniger stark ab, was die Ausgleichszahlungen entsprechend reduziert. Der Ressourcenindex misst die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Kantons im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt. Fällt der Ressourcenindex tief aus, erhält ein Kanton höhere Ausgleichszahlungen. Steigt der Ressourcenindex, sinken die Ausgleichszahlungen. Deshalb fallen die erwarteten Ausgleichszahlungen tiefer aus als im IAFP 2027–2030 eingeplant.

 

Haupttreiber dieser Veränderung sind:

  • höhere massgebende Gewinne juristischer Personen

  • deutlich veränderte Steuerrepartitionen, also Korrekturen zwischen Kantonen, wenn Steuergrundlagen nicht eindeutig nur einem Kanton zugeordnet werden können

  • die neue Berechnungsmethodik bei den Steuerrepartitionen ab dem Bemessungsjahr 2022

  • neue Datengrundlagen der Eidgenössischen Finanzverwaltung für die Bemessungsjahre 2021-2023

 

Einordnung und Konsequenzen 

Die Differenz bei der Berechnung der NFA-Beiträge ist nicht wegen einer fehlerhaften Planung entstanden. Sie zeigt vielmehr, wie gross die Unsicherheiten bei der Planung im heutigen Prozess sind. Diese sind systembedingt: Der IAFP muss heute erstellt werden, bevor robustere, das heisst verlässlichere Daten zum Ressourcenausgleich für das relevante Referenzjahr und die Folgejahre verfügbar sind.

Der IAFP 2027 – 2030 wurde Ende März 2026 finalisiert. Verlässliche Daten zum NFA liegen jedoch erst jetzt vor.  Und erst jetzt läuft die entsprechende Anhörung bei den Kantonen. Die eigentliche Festsetzung der Beträge erfolgt später im ordentlichen Verfahren: zunächst durch die Finanzdirektorinnen- und Finanzdirektorenkonferenz und anschliessend durch den Bundesrat, welcher die Beträge per 1. Januar 2027 in Kraft setzen wird.

Diese systembedingten Unsicherheiten bei der Planung können nur ausgeräumt werden, wenn der Prozess bei Erstellung des IAFP angepasst wird. Bereits im vergangenen Herbst hat das Finanzdepartement entsprechende Abklärungen vorgenommen und weitere Schritte eingeleitet. Der IAFP 2027 – 2030 wird nun umgehend angepasst und dem Kantonsrat nach den Sommerferien vorgelegt. 

 

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