Asylsuchende werden nach der Zuweisung aus den Bundesasylzentren in den fünf kantonalen Durchgangszentren im Kanton Solothurn untergebracht und betreut. Dort verbringen sie in der Regel drei bis vier Monate. Danach werden sie vom Kanton in die 13 Sozialregionen zur Unterbringung in den Gemeinden verteilt. Die Organisation und Führung der kantonalen Durchgangszentren sowie die Betreuung und Unterstützung der asyl- und schutzsuchenden Personen in dieser Phase vergibt der Kanton an spezialisierte Dienstleister. Die letzte öffentliche Ausschreibung erfolgte vor mehr als 10 Jahren. Eine Neuvergabe des Auftrags war nach den Vorgaben des öffentlichen Beschaffungswesens angezeigt.
Anfang 2026 hat das zuständige Amt für Gesellschaft und Soziales den «Leistungsauftrag Asyl Kanton Solothurn» öffentlich ausgeschrieben. Die drei eingegangenen Angebote wurden durch ein Evaluationsteam umfassend geprüft und bewertet. Neben einem angemessenen Preis-/Leistungsverhältnis wurden insbesondere qualitative Kriterien wie die Unterbringungsorganisation und die Betreuungskonzepte begutachtet. Unter Berücksichtigung aller Kriterien hat die ORS Service AG aus Zürich insgesamt das vorteilhafteste Angebot eingereicht und somit den Zuschlag erhalten. Damit führt der Kanton Solothurn die etablierte Zusammenarbeit mit der ORS weiter. Sie hat bereits die letzten Jahre die entsprechenden Leistungen im Auftrag des Kantons wahrgenommen.
Der neue Leistungsauftrag wird per 1. Januar 2027 abgeschlossen. Er hat einen Gesamtwert von rund 48 Millionen Franken über eine Laufzeit von fünf Jahren. Diese Kosten sind durch Bundesbeiträge gedeckt. Sie fallen an für den vollumfänglichen Betrieb der kantonalen Durchgangszentren sowie für die ganzheitliche Betreuung und Unterstützung der Asylsuchenden. Die ORS ist damit erstverantwortliche Dienstleisterin für die Personen in den Unterkünften. Zu den Aufgaben zählen unter anderem Einführung in die Normen und Werte der Schweiz, Erfassung der beruflichen Ressourcen, Organisation gemeinnütziger Arbeitsprogramme, Sicherstellung Gesundheitsversorgung, Ausrichtung von Sozialhilfe, Coaching bei Wohnungssuche, Tagesstruktur sowie Schulunterricht für Kinder und Jugendliche, um eine möglichst gute Grundlage für die spätere Integration der Menschen zu schaffen.