Kurzarbeit

Ziel

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb, wobei die arbeitsrechtliche Vertragsbeziehung aufrechterhalten bleibt. Die Einführung von Kurzarbeit soll vorübergehende Beschäftigungseinbrüche ausgleichen und die Arbeitsplätze erhalten. Mit der Kurzarbeitsentschädigung bietet die Versicherung dem Arbeitgeber eine Alternative zu drohenden Entlassungen.

Als Kurzarbeit gelten vor allem:

  • wirtschaftlich bedingte und unvermeidbare Arbeitsausfälle
  • Arbeitsausfälle, welche auf behördliche Massnahmen oder andere vom Arbeitgeber nicht zu beeinflussende Umstände zurückzuführen sind
  • Arbeitsausfälle infolge wetterbedingten Ausbleibens von Kunden (z. B.: Wintersportort)

Nicht unter Kurzarbeit fallen Arbeitsausfälle,

  • die nicht vorübergehend sind,
  • die durch betriebsorganisatorische Massnahmen entstehen, wie z. B. Reinigungs-, Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten,
  • die branchen-, berufs- und betriebsüblich sind, wie z. B. saisonale Beschäftigungsschwankungen.

Arbeitszeitkontrolle

Für von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmende muss eine betriebliche Arbeitszeitkontrolle (z. B. Stempelkarten, Stundenrapporte) geführt werden, welche täglich über die geleisteten Arbeitsstunden inkl. allfälliger Mehrstunden, die wirtschaftsbedingten Ausfallstunden sowie über sämtliche übrigen Absenzen wie  z. B. Ferien-, Krankheits-, Unfall- oder Militärabwesenheiten Auskunft gibt.

Anspruchsvoraussetzungen

Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben beitragspflichtige Arbeitnehmende in einem unbefristeten, ungekündigten Arbeitsverhältnis, wenn sie

  • die obligatorische Schulzeit zurückgelegt haben,
  • das AHV-Rentenalter noch nicht erreicht haben.

Keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben Arbeitnehmende,

  • die in einem gekündigten Arbeitsverhältnis während der gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist stehen,
  • deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar ist oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist (bsp. keine Stempelkarte, Stundenrapporte etc.),
  • die in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen,
  • die auf Abruf angestellt sind,
  • die in einem Lehrverhältnis stehen,
  • die als Temporärangestellte im Betrieb tätig sind,
  • die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind
  • die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, finanziell Beteiligte oder als Mitglied eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebenden bestimmen oder massgeblich beeinflussen können. Ebenfalls keinen Anspruch haben mitarbeitende Ehegatten bzw. mitarbeitende eingetragene Partner.

Entschädigung

Die Kurzarbeitsentschädigung beträgt 80 % der anrechenbaren Lohnkosten und wird innerhalb von zwei Jahren (Rahmenfrist) während höchstens 12 Abrechnungsperioden (Monaten) ausgerichtet. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Kurzarbeitsentschädigung am ordentlichen Zahltagstermin vorzuschiessen und den Ausfall für die Karenzzeit zu seinen Lasten zu übernehmen. Er ist zudem verpflichtet, die Sozialversicherungsprämien vom ungekürzten Lohn abzurechnen.