Beruflich im Solarium

Stephan Christ misst die Strahlungswerte direkt am Gerät.
Stephan Christ kontrolliert ein Solarium

Stephan Christ ist in Solarien im ganzen Kanton anzutreffen. Dies aber nicht zum privaten Vergnügen. Er kontrolliert, ob Strahlungswerte und Jugendschutz eingehalten werden. Wir haben ihn bei einer Kontrolle begleitet.

Heute kontrolliert Stephan Christ ein unbedientes Solarium in der Region Solothurn. Er steht vor dem Eingang und nimmt einen Fünfliber aus der Hosentasche. «Ich melde mich für eine Kontrolle nicht vorher bei den Betrieben an. Darum muss ich zuerst mal reinkommen», sagt der Sektionsleiter der Lebensmittelkontrolle im Gesundheitsamt. Drinnen prüft der diplomierte Ingenieur Biotechnologie, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. «Die Solarien müssen unter anderem Schutzbrillen anbieten, über gesundheitliche Risken und Gefahren informieren oder sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zutritt haben». 

Strahlungswerte sind oft zu hoch

Die Strahlungswerte misst Stephan Christ direkt am Gerät, während es läuft. Dabei schützt er sich vor den schädlichen UV-Strahlen. «Ich trage lange Kleider, ziehe einen Hut an und schütze mich mit einer Sonnenbrille und viel Sonnencreme». Solarien-Kontrollen gibt es in allen Kantonen seit 2022. Eine erste Messkampagne brachte in den 25 Solothurner Studios mit 65 Solarien etliche Mängel zu Tage. Und auch bei der aktuellen Messkampagne 2025/2026 sind die Resultate auf den ersten Blick eher ernüchternd. «Rund die Hälfte der kontrollierten Solarien hat die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten und musste Mängel beheben», sagt Stephan Christ. Er relativiert dieses Ergebnis aber sogleich. «Wir haben bei der aktuellen Messkampagne nicht flächendeckend kontrolliert, sondern nur die Geräte mit der stärksten Strahlung sowie ältere Geräte». Alle Betreiber hätten sich an die Vorgaben der Hersteller gehalten. Trotzdem waren die Strahlungswerte zu hoch. Der Grund: die Geräte seien vom Hersteller zu stark eingestellt gewesen. Stephan Christ zieht einen Vergleich mit dem Autofahren: «Es ist in etwa, wie wenn der Tacho 50 km/h anzeigt, das Auto aber 60 km/h fährt». Erfreulich sei hingegen, dass alle anderen Vorgaben, insbesondere der Jugendschutz, strikte eingehalten wurden. 

Bräunen ist immer noch Thema

Die Gefahren von UV-Strahlen sind bekannt: beschleunigte Hautalterung, Sonnenbrand und ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Dennoch ist Bräunen in Solarien heute noch ein Thema, vor allem für bestimmte Generationen: «Junge Menschen sieht man selten in Solarien. Bei meinen Kontrollen treffe ich vor allem Kundinnen und Kunden an, die über 45 Jahre alt sind». Nach rund zwei Stunden packt Stephan Christ seine Sachen zusammen. Die Kontrolle im Solarium in der Region Solothurn ist beendet. Das Ergebnis ist erfreulich: alle gesetzlichen Vorgaben wurden eingehalten.

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