Unterwegs mit der Jugendpolizei

Ermitteln, zuhören, Grenzen setzen: Die Jugendpolizei arbeitet dort, wo junge Menschen unterwegs sind – auf der Strasse, in Schulen und im Netz. Dienstchef Stefan Müller gibt Einblick in einen anspruchsvollen Alltag zwischen Konsequenz und Verständnis.
Die Jugendpolizei ist für junge Menschen bis zum 18. Altersjahr zuständig. Sie ermittelt bei Straftaten, arbeitet eng mit der Jugendanwaltschaft zusammen und setzt stark auf Prävention. Regelmässig stehen Mitarbeitende in Schulzimmern und sprechen über Gewalt, Cybermobbing oder Risiken im Internet. Gleichzeitig sind sie im öffentlichen Raum oder in Jugendtreffs präsent, wie zum Beispiel im Lindenhaus in Grenchen. «Wir suchen den niederschwelligen Kontakt, kommen ins Gespräch und begegnen den Jugendlichen auf Augenhöhe», sagt Stefan Müller. Er führt die Jugendpolizei seit zwei Jahren und greift dabei auf einen Erfahrungsschatz von 27 Jahren bei der Kantonspolizei Solothurn zurück.
Repression und Prävention – ein Balanceakt
Der Alltag der Jugendpolizei ist vielseitig. Ermittlungen, Vermisstenfälle, Graffitiserien, Elternabende und nächtliche Präventionsschichten gehören dazu. «Es ist eine Kombi zwischen Repression und Prävention», erklärt Müller. «Wenn es etwas zu ahnden gibt, tun wir das konsequent – wir sind Polizistinnen und Polizisten und keine aufsuchende Jugendarbeit.»
Präsenz auf der Strasse
Bei Präventionsschichten melden sich die Patrouillen der Jugendpolizei bei der Alarm- und Einsatzzentrale an und besuchen bekannte Treffpunkte. Ziel ist es, Spannungen früh zu erkennen, Vertrauen aufzubauen und bei Bedarf einzugreifen. Auffällig sei, dass Jugendliche sich in Gruppen stark fühlen. «Sind sie dann einzeln bei uns, merkt man in der Regel, dass Respekt und Anstand auch ihnen wichtig sind», so Müller.
Grenzen setzen, Orientierung schaffen
Als Chef der Jugendpolizei liegt Müller besonders der respektvolle und ehrliche Umgang auf Augenhöhe am Herzen. «Die Adoleszenz verlangt den Jugendlichen viel ab – Geduld und Aushalten gehören zu unserem Job.» Gleichzeitig brauche es klare Grenzen. Besonders prägend seien Momente, in denen Jugendliche ihr Fehlverhalten erkennen. «Wenn sie sich ernst genommen fühlen, bleibt das hängen und kann bei der Bewältigung eines möglichen nächsten Konflikts oder auch bei einem nächsten Kontakt mit der Polizei helfen.» Die Botschaft an die Jugendlichen ist klar: Respekt und Vertrauen nicht nur fordern, sondern vorleben. Fehler gehören dazu – entscheidend ist, daraus zu lernen.
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