Biber im Inkwilersee

Die Insel im Inkwilersee auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Solothurn steht seit 1948 unter kantonalem Altertümerschutz und ist seit 2011 Teil des UNESCO-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Seit einigen Jahren gefährden Biber durch ihre Grabaktivitäten den Erhalt der archäologischen Fundstelle. 

Gleichzeitig ist der Biber eine geschützte Tierart, zudem liegt der Inkwilersee in einem Naturschutzgebiet. Die Kantone Bern und Solothurn haben deshalb ein Projekt ausgearbeitet, das allen Schutzinteressen von Biber, Wald, Natur und Archäologie angemessen Rechnung trägt. Wichtigste Auflage war das Einhalten der Schonzeiten, also keine Störungen während der Brutzeit der Vögel. Deshalb fanden die Arbeiten im Wasser und auf der Insel nur im Herbst und im Winter statt. 

Im Sommer 2025 wurde die Baustelle in der Nähe des Sees eingerichtet, Anfang Oktober 2025 begannen die Arbeiten im Wasser und auf der Insel und im Dezember wurden sie abgeschlossen. Zum Schutz der Insel und der Archäologie wurde ein Gitter über die ganze Insel bis in den See verlegt. Dadurch sind die Biber gezwungen, anderswo am Ufer ihre Burg zu bauen. Es existiert auch bereits eine zweite Biberburg am Südufer des Inkwilersees. Da Biber stark auf ihr Revier schauen, ist davon auszugehen, dass es sich dabei um die gleiche Biberfamilie handelt. Dem Verbleib des Bibers am Inkwilersee steht demnach nichts im Wege. 

  1. Die Insel im Inkwilersee, eine archäologische Fundstelle von nationaler und internationaler Bedeutung. Foto: Kantonsarchäologie Solothurn
  2. Ein Bibergang durchschneidet eine Lage prähistorischer Hölzer im Uferbereich der grossen Insel.
Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Daniel Steffen
  3. Ein eingestürzter Gang auf der grossen Insel, den die Biber quer durch die archäologischen Schichten gegraben haben.
Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Rolf Stettler
  4. Im Vorfeld der Schutzmassnahmen auf der Insel im Inkwilersee werden im Oktober 2025 mit Hilfe eines Helikopters Rodungsarbeiten durchgeführt und das Unterholz entfernt. Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Daniel Steffen
  5. Nach dem Roden zeigten sich die eingestürzten Bibergänge und ausgespülten Buchten im Uferbereich noch besser. Sie wurden im Anschluss mit Kies bzw. mit einem Erde-Häcksel-Gemisch aufgefüllt. Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Johannes Reich
  6. Über dem ausgeebneten Uferbereich wurde eine erste Bahn Nagetiergitter installiert. An diese anschliessend verlegte die Tauchequipe weitere Gitterbahnen auf den Seegrund. Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Johannes Reich
  7. Das Gitter wurde am Seegrund mit einer Deckschicht aus Kies überdeckt. Dabei kam ein Katamaran mit Klappboden zum Einsatz. Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Johannes Reich
  8. Auf der Insel deckt nun ein Erde-Häcksel-Gemisch das Nagetiergitter. Ein Jutenetz sichert es am Ufer vor Erosion. Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Regine Stapfer

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