Einsatz für die Gesellschaft

Unterhaltsarbeiten an Grünanlagen, ein Dorffest aufbauen, soziale Einrichtungen unterstützen: Asylsuchende im Kanton Solothurn leisten regelmässig gemeinnützige Einsätze. Ein Augenschein bei einem Littering-Einsatz in Wangen bei Olten.
Acht junge Frauen und Männer aus Eritrea, der Ukraine und Afghanistan laufen in orangen Leuchtwesten dem Ufer der Dünnern entlang. Sie greifen mit Zangen nach Abfall am Boden und füllen die mitgebrachten Kehrichtsäcke. «Ich säubere heute das Bachufer und die Büsche», erzählt ein Geflüchteter aus der Ukraine. «Ich finde es sehr schön, dass wir gemeinsam etwas Sinnvolles tun können.» Die anderen Teilnehmenden des Littering-Einsatzes nicken. Alle sind motiviert und marschieren gewissenhaft das Ufer ab.
Beitrag zur Integration
Für die jungen Menschen aus dem kantonalen Asylzentrum Fridau ist dieser Nachmittag eine willkommene Abwechslung. «Solche gemeinnützigen Einsätze strukturieren den Alltag der Asylsuchenden und geben der Gemeinschaft etwas zurück», sagt Alain Hervouêt, Leiter Fachbereich Asyl im Amt für Gesellschaft und Soziales. Die freiwilligen Einsätze seien zudem ein wertvoller Beitrag zur Integration der Menschen. «Die Teilnehmenden lernen Schweizer Arbeitsgewohnheiten kennen und können ihre Deutschkenntnisse direkt anwenden.»
Entlastung für die Gemeinden
Seit Anfang 2025 führt der Kanton Solothurn das gemeinnützige Beschäftigungsprogramm in den fünf kantonalen Asylzentren durch. «Das reicht von Littering über Waldarbeiten zur Unterstützung der regionalen Forstbetriebe bis zur Bekämpfung von Neophyten», erzählt Alain Hervouêt. Auch Unterhaltsarbeiten an Vita Parcours oder Grünanlagen, Einsätze für soziale Einrichtungen oder der Auf- und Abbau an Dorffesten, der Fasnacht oder an Weihnachtsmärkten gehören dazu. «Die Teilnehmenden verdienen sich damit ein kleines Sackgeld. Für die Gemeinden bedeuten die Einsätze eine Entlastung. Die Mithilfe der Asylsuchenden ist für die Bevölkerung sichtbar – das kann helfen, Vorurteile abzubauen.»
Zwei Halbtage pro Woche
Jedes kantonale Asylzentrum führt an maximal zwei Halbtagen pro Woche einen gemeinnützigen Einsatz durch. Je nach Nachfrage der Gemeinden finden so aufs Jahr verteilt mehrere Dutzend Einsätze statt. Der Littering-Einsatz an der Dünnern in Wangen bei Olten ist nach ein paar Stunden beendet. Die Ufer sind vom Abfall befreit, die Kehrichtsäcke gefüllt. Die jungen Frauen und Männer kehren zurück in das Asylzentrum Fridau oberhalb Egerkingen.
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