Wenn Feuer Spuren hinterlässt

Brandermittler der Kantonspolizei Solothurn im Einsatz

Wenn ein Brand gelöscht ist, beginnt für die Spezialistinnen und Spezialisten der Brandermittlung der Kantonspolizei Solothurn die eigentliche Arbeit. Ihr Ziel: herausfinden, warum es gebrannt hat. Jährlich bearbeiten sie rund 300 bis 400 Brandfälle – vom kleinen Küchenbrand bis zum Grossereignis.

Die Brandermittlung ist rund um die Uhr im Einsatz. In den meisten Fällen wird sie direkt von den ausrückenden Polizeipatrouillen informiert. Ob ein Ausrücken vor Ort nötig ist, wird jeweils individuell entschieden. Während einfache Fälle rasch geklärt sind, können komplexe Brandorte über mehrere Tage hinweg untersucht werden.

Den Spuren auf den Grund gehen

Im Zentrum jeder Abklärung steht die Frage nach dem Brandentstehungsort. Dazu werden Zeugenaussagen, Spurenbilder und der Brandverlauf analysiert. Oft wird der Brandschutt Schicht für Schicht abgetragen – eine aufwändige, aber entscheidende Arbeit. «Wir schaufeln nicht einfach alles weg – wir arbeiten uns Schicht für Schicht vor, weil genau dort die entscheidenden Spuren liegen», erklärt Pascal Wildi, Fachverantwortlicher Brandermittlung der Kantonspolizei Solothurn. Anschliessend folgt das Ausschlussverfahren: Mögliche Brandursachen werden systematisch geprüft und ausgeschlossen, bis im Idealfall die tatsächliche Ursache feststeht.

Die häufigsten Gründe für Brände sind technische Defekte, etwa bei Elektrogeräten oder Akkus, sowie menschliches Verhalten – sei es fahrlässig oder vorsätzlich. Bei Verdacht auf Brandstiftung übernimmt die Brandermittlung auch die weiteren Ermittlungen, die sich über Wochen oder Monate hinziehen können.

Schaufel und Besen sind die wichtigsten Werkzeuge

Die Arbeit erfordert Fachwissen, Erfahrung und Teamarbeit. Viele Brandermittlerinnen und -ermittler bringen unterschiedliche berufliche Hintergründe mit, etwa aus Technik oder Handwerk. Diese Vielfalt hilft, Spuren richtig zu interpretieren. «Wo andere nur ein verbranntes Haus sehen, erkennen wir Spuren und Zusammenhänge», beschreibt es Pascal Wildi.

Unterstützt wird die Brandermittlung durch Feuerwehren, die Gebäudeversicherung und bei Bedarf durch spezialisierte Einsatzmittel wie Bagger oder Spürhunde. Trotz moderner Technik bleiben Schaufel und Besen die wichtigsten Werkzeuge.

Die Botschaft an die Bevölkerung ist einfach: Viele Brände lassen sich durch umsichtiges Verhalten vermeiden. Defekte Akkus, unbeaufsichtigte Kochstellen oder fehlende Rauchmelder bergen Risiken. Absolute Sicherheit gibt es nicht – aber mit einfachen Massnahmen lässt sich die Gefahr deutlich reduzieren.

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