Trinkwasseraufbereitung von Chlorothalonil-Metaboliten

Im Kanton Solothurn sind die Grundwasservorkommen südlich der ersten Jurakette, die zur Trinkwassergewinnung genutzt werden, mehrheitlich mit Abbauprodukten (Metaboliten) des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil belastet. Der Höchstwert von 0.1 µg/l für Chlorothalonil-Metaboliten im Trinkwasser wird vielerorts überschritten. Bei einer Überschreitung des Höchstwertes sind die Wasserversorgungen in der Pflicht, Massnahmen umzusetzen. Mögliche Massnahmen sind das Mischen mit weniger stark belasteten Wasserressourcen aus anderen Bezugsorten oder das Stilllegen von belasteten Fassungen. Beide Varianten benötigen in der Regel erst den Bau von Verbindungsleitungen wie auch den Zugang zu einer einwandfreien Ressource in ausreichender Menge, was vielerorts nicht gegeben ist. Daher kann in Ausnahmefällen auch die Trinkwasseraufbereitung einen Lösungsansatz darstellen. Der Kanton Solothurn sieht die technische Aufbereitung von Rohwasser zu Trinkwasser grundsätzlich als letztmöglicher Ansatz an, da technische Lösungen in der Regel weder nachhaltig noch wirtschaftlich sind. Vielmehr ist der vorsorgliche Ressourcenschutz zu fördern und konsequent umzusetzen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Aufbereitung aber dennoch eine Option darstellen, insbesondere wenn:
- die Ausgangskonzentration von Chlorothalonil-Metaboliten sehr hoch ist (>1 μg/l);
- das Grundwasseralter sehr hoch ist (> 20 Jahre);
- die Grundwasserfassung von regionaler Bedeutung und unverzichtbar ist;
- es keine verhältnis- und zweckmässigen Alternativen gibt, die in nützlicher Frist realisierbar sind.
Eine im Auftrag des Amts für Umwelt erstellte Machbarkeitsstudie zeigt auf, welche Aufbereitungsverfahren unter der Berücksichtigung der relevanten Randbedingungen (z.B. Ausgangskonzentration der Chlorothalonil-Metaboliten, Wassermatrix, Umgang mit Abwasser aus dem Aufbereitungsprozess) für Wasserversorgungen im Kanton Solothurn geeignet sind. Zudem ermittelt die Studie die Grössenordnung der zu erwartenden Investitions- und Betriebskosten für eine Trinkwasseraufbereitung am Beispiel einer kleinen und grossen Wasserversorgung (WV Schnottwil und Reg. WV Gäu). Die Studie schafft somit für die betroffenen Wasserversorgungen wichtige Entscheidungsgrundlagen in technischer, betrieblicher und finanzieller Hinsicht.
Fachberichte und weitere Dokumente:
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