Neuerungen in der Berufsmaturität

Änderung des Reglements über die Berufsmaturität

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten im Frühjahr 2020 die Aufnahmeprüfungen für die Berufsmaturität nach Abschluss der beruflichen Grundbildung (BM 2) nicht regulär durchgeführt werden und das Departement für Bildung und Kultur erliess ein befristetes, notrechtliches Covid-19-Reglement Sekundarstufe II. Gestützt auf dieses Reglement wurden Kandidatinnen und Kandidaten aller Berufsmaturitätsausrichtungen unter bestimmten Voraussetzungen prüfungsfrei zur BM 2 für das Schuljahr 2020/2021 zugelassen.
Da die Erfahrungen mit den besonderen Bestimmungen der Covid-19-Sonderregelungen insbesondere bezüglich Verlauf und Promotionserfolg in den BM-2-Lehrgängen des Schuljahres 2020/2021 sehr positiv waren, wurde entschieden, die Möglichkeit einer prüfungsfreien Aufnahme unter bestimmten Voraussetzungen für gelernte Berufsleute mit EFZ in alle Berufsmaturitätsausrichtungen der BM 2 dauerhaft einzuführen. Sowohl nach bisherigem Recht wie auch nach neuem Recht besteht für Kandidatinnen und Kandidaten, die die Voraussetzungen für eine prüfungsfreie Aufnahme nicht erfüllen, die Möglichkeit einer Aufnahmeprüfung. Neu bleibt eine bestandene Aufnahmeprüfung ohne zeitliche Beschränkung gültig.
Die Reglementsänderung trat per 1. November 2021 in Kraft.
Das aktuell gültige Reglement über die Berufsmaturität finden Sie hier.

 

Neue BM-Lehrgänge am BBZ Olten und BBZ Solothurn-Grenchen

BM 1 Technik lehrbegleitend (BBZ Olten):
Die Berufsmaturität 1 wird lehrbegleitend während der ordentlichen Lehre erworben. Das neue Angebot BM 1 Technik am BBZ Olten kann neu ab dem Schuljahr 2022/23 in drei Jahren (bisher vier) absolviert werden. Die Lernenden besuchen an der Berufsfachschule den Fachkundeunterricht (½ – 1½ Tage in der Woche je nach Berufslehre und Lehrjahr) und zusätzlich während 1 – 1½ Tagen in der Woche den Berufsmaturitätsunterricht. 
Bei einer vierjährigen Lehre ist der Zeitpunkt des BM-Unterrichtes durch das berufsspezifische Ausbildungskonzept an der GIBS Olten bestimmt: Zeichner/-innen Fachrichtung Architektur und Zeichner/-innen Fachrichtung Ingenieurbau EFZ absolvieren die BM 1 während dem 1. – 3. Lehrjahr. Das Qualifikationsverfahren Berufsmaturität schliesst die erweiterte Allgemeinbildung vorgezogen am Ende des dritten Ausbildungsjahres ab. Das Qualifikationsverfahren Berufskunde wird am Ende der Lehre durchgeführt. Automatiker/-innen EFZ absolvieren die BM 1 während dem 2. – 4. Lehrjahr. Das Qualifikationsverfahren Berufsmaturität wie auch das Qualifikationsverfahren Berufskunde werden am Ende der Lehre absolviert.

BM 2 Gesundheit und Soziale Arbeit berufsbegleitend (BBZ Olten):
Die BM 2 im zweijährigen berufsbegleitenden Modell richtet sich an gelernte Berufsleute mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ), welche die Berufsmaturität nach der Lehre absolvieren möchten und neben der Ausbildung noch einer Arbeit nachgehen.
Ab dem Schuljahr 2022/2023 werden neu die BM-Ausrichtungen Gesundheit und Soziale Arbeit, Typ Gesundheit und Typ Soziale Arbeit, berufsbegleitend während vier Semestern am BBZ Olten geführt. Der Unterricht findet am Freitag und Samstag statt. Dazu kommen zusätzliche Unterrichtstage zu Beginn und während des Lehrganges sowie Unterrichtssequenzen im Selbststudium, das heisst, die Absolvierenden bearbeiten Aufträge zur Vorbereitung und/oder Vertiefung selbständig mit Coaching durch die Lehrpersonen. Das selbstorganisierte Lernen steht im Vordergrund. Dies kann mit 50% bis maximal 60% einer Arbeitstätigkeit kombiniert werden.
Je nach Anzahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden die Lehrgänge im Bereich Gesundheit und Soziale Arbeit gemeinsam geführt.

BM 2 Technik berufsbegleitend (BBZ Solothurn-Grenchen):
Ebenfalls ab dem Schuljahr 2022/2023 wird die Ausrichtung Technik berufsbegleitend während vier Semestern am BBZ Solothurn-Grenchen (Standort Solothurn) angeboten. Der Unterricht findet an zwei Wochentagen statt, entweder aufeinanderfolgend oder Freitag und Montag. Welche der beiden Varianten zum Tragen kommt, wird demnächst entschieden. Zusätzlich zum Präsenzunterricht wird ein nicht unerheblicher Anteil Selbststudium zu absolvieren sein, das heisst, die Absolvierenden bearbeiten Aufträge zur Vorbereitung und/oder Vertiefung selbständig mit Coaching durch die Lehrpersonen. Das selbstorganisierte Lernen steht im Vordergrund. Deshalb wird ein Arbeitspensum von 50% bis maximal 60% empfohlen.

 

Weitere Informationen zu den Ausrichtungen sowie zum Aufnahmeverfahren finden Sie unter berufsmatura - Kanton Solothurn.