Mobilfunk

In der Schweiz kann man heute praktisch überall mit dem Handy telefonieren. Kehrseite dieser flächendeckenden Versorgung ist die landesweite Zunahme der hochfrequenten Strahlung durch Mobilfunkantennen.

Für die Bewilligung und Kontrolle von neuen Mobilfunkanlagen und deren NIS-Beurteilung sind die Kantone und Gemeinden zuständig. Im Rahmen der Baubewilligung für eine Mobilfunkanlage hat das Amt für Umwelt zu prüfen, ob die Anlage die Grenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) einzuhalten vermag. Das Amt gibt seine Beurteilung zu Handen der Baubewilligungsbehörde (bei Anlagen innerhalb der Bauzone: Gemeinde) ab.

Ausnahmsweise kann der Kanton Mobilfunkanlagen auch ausserhalb der Bauzone bewilligen. In diesen Fällen ist das Amt für Raumplanung für die Erteilung der Bewilligung zuständig.

Einführung 5G

Jedes Jahr verdoppelt sich die Datenmenge, die wir über das Mobilfunknetz übertragen. Die Mobilfunkgenerationen 3G (UMTS) und 4G (LTE) haben den Bedarf bisher abgedeckt. Nun stossen diese Technologien an ihre Kapazitätsgrenzen. Der neue Mobilfunkstandart 5G (5. Generation, Bezeichnung «New Radio») soll deshalb für eine deutliche Erhöhung der Datenübertragungskapazitäten sorgen. Damit bietet 5G vor allem in der Entwicklung neuer Technologien wie der Kommunikation zwischen Maschinen etc. entscheidende Vorteile. Doch die Einführung von 5G heizt die Gesundheitsdebatten zur Strahlenbelastung neu an. Deshalb regt sich gegen die Baugesuche für 5G-Antennen Widerstand.

5G auf bestehenden Antennen und Frequenzen

Übersichtskarte 5G-Antennen

Um die bereits angekündigte flächendeckende Einführung von 5G nicht zu verzögern, nimmt die Swisscom seit Kurzem bestehende 3G-Anlagen im 2100 MHz Bereich ausser Betrieb und nutzt ihre Leistung auf den gleichen Antennen neu für 5G. Zwar verspricht die Swisscom damit ihren Kunden ein «superschnelles Mobilfunknetz», doch es ist de facto nur eine Zwischenlösung. Die volle Funktionalität von 5G kann damit nicht gewährleistet werden. Doch die Umnutzung der bestehenden Antennen ist keine Änderung im Sinne der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung NISV. Damit hat die Swisscom einen Weg gefunden, ein Bewilligungsverfahren zu vermeiden. Obwohl diese 5G-Variante die technischen Anforderungen an den neuen Funkstandard nicht vollständig erfüllt, veröffentlicht das BAKOM diese Standorte auf seiner Übersichtskarte als vollwertige 5G Standorte. Das verunsichert die Bevölkerung und irritiert die Gemeindebehörden.

Faktenblatt
Planerischer Spielraum der Gemeinden bei Mobilfunkanlagen innerhalb des Baugebiets