Jugendbrief


                                                                                                                                                        

Steuerpflicht ab Volljährigkeit


Sehr geehrter Herr Muster

Sie sind letztes Jahr volljährig geworden und haben nun – neben den neu erworbenen Rechten - auch die Pflicht, alljährlich eine Steuererklärung einzureichen. In diesem Schreiben erfahren Sie das Wichtigste rund um das Steuerverfahren. Weitere nützliche Informationen finden Sie zudem in der Wegleitung, die Sie mit der Steuererklärung erhalten, sowie im Internet unter steueramt.so.ch.


Steuererklärung             Jeweils im Februar erhalten Sie Ihre Steuererklärung. Sie ist
                                            bis zum 31. März einzureichen. Die Abgabefrist kann auf
                                            Gesuch hin verlängert werden (entweder mit Karte welche Sie
                                            mit der Steuererklärung erhalten oder direkt auf der
                                            Homepage des Steueramtes via Web-Formular).

Was wird besteuert?     Der Kanton, Ihre Wohnsitzgemeinde sowie gegebenenfalls die
                                            Kirchgemeinde erheben eine Steuer auf Ihrem Einkommen und
                                            Ihrem Vermögen. Der Bund besteuert nur das Einkommen.
                                            Bis zu einer gewissen Höhe, die in Lehre und Studium selten
                                            übertroffen wird, fallen jedoch auf dem Einkommen und
                                            Vermögen noch keine Steuern an. Auch wenn Sie diese
                                            Grenzen noch nicht erreichen, haben Sie trotzdem eine
                                            Steuererklärung auszufüllen und darin Ihre Einkünfte und
                                            Ihr Vermögen anzugeben. Zudem schuldet jede Person
                                            eine Personalsteuer, die beim Kanton 30 und bei der Gemeinde
                                            zwischen 0 und 50 Franken beträgt.

Ablauf des Steuer-        Nachdem Sie die Steuererklärung eingereicht haben, erfasst die
verfahrens                       Veranlagungsbehörde Ihre Angaben, kontrolliert diese und nimmt
                                           allenfalls Korrekturen vor. Danach erhalten Sie eine detaillierte
                                           Veranlagungsverfügung mit einer Schlussabrechnung über
                                            geschuldeten Steuern. Auch die Gemeindesteuern werden
                                            aufgrund dieser Veranlagung erhoben. Sollte die Veranlagungs-
                                            verfügung nicht mit Ihren Angaben in der Steuererklärung
                                            übereinstimmen, haben Sie das Recht, innert 30 Tagen seit
                                            Zustellung die Korrektur von Fehlern zu verlangen (Einsprache zu
                                            erheben).

Vorbezugsrechnung     Das Steueramt stellt aufgrund der letzten Steuerveranlagung
                                          (meist  aus einem Vorjahr) für das laufende Jahr eine provisorische
                                          Rechnung zu (Vorbezug). Diese wird für die Staatssteuer am
                                          31. Juli zur Zahlung fällig.Definitiv festgesetzt wird die Steuer
                                          erst aufgrund der Steuererklärung mit der Veranlagung im
                                          folgenden Jahr. Erweist sich der Vorbezug nun als zu hoch,
                                          erhalten Sie den zu viel bezahlten Betrag mit Zins zurück.
                                          War der Vorbezug zu tief, ist die Differenz innert 30 Tagen
                                          nachzuzahlen. Die Gemeinden stellen ihre Steuern selbst
                                          in Rechnung. Der Vorbezug ist gleich oder ähnlich geregelt.

Keine Vorbezugs-         Bei Neueintritt in die Steuerpflicht respektive beim Übertritt
rechnung                        Lehre oder Studium ins Erwerbsleben sind im Regelfall
                                          keine Vorbezugswerte vorhanden. Deshalb haben Sie
                                          noch keine Vorbezugsrechnung erhalten. Trifft dies zu,
                                          melden Sie sich bei uns und geben Sie uns das geschätzte
                                          steuerbare Einkommen und Vermögen bekannt.
                                          Wir können dann eine Vorbezugsrechnung erstellen.
                                          Sie können von uns auch jederzeit leere Einzahlungsscheine
                                          verlangen und damit Zahlungen zu Gunsten der laufenden
                                          Steuern leisten. Bei Ihrer Wohngemeinde können Sie
                                          ebenfalls leere Einzahlungsscheine für die Gemeindesteuern
                                          verlangen.

Höhe der Steuer           Je höher das zu versteuernde Einkommen und Vermögen ist,
                                         desto höher ist auch die prozentuale Abgabe an die Gemeinwesen.
                                         Bei einem jährlichen Bruttolohn von 40‘000 Franken ist mit einer
                                         gesamten Steuerbelastung von etwa 10% zu rechnen, bei
                                         60‘000 Franken hingegen schon von 15%. Mit unserem
                                         Steuerrechner auf steueramt.so.ch (Rubrik „Berechnen Sie Ihre
                                         Steuern“) können Sie Ihre mutmasslichen Staats-,Bundes- und
                                         Gemeindesteuern berechnen.

Gegenwarts-                  Gegenwartsbesteuerung bedeutet, dass die Einkommens- und
besteuerung                  Vermögenssteuern für das Jahr geschuldet sind, in dem das
                                          Einkommen erzielt wird (Steuerperiode). Das Vermögen bemisst
                                          sich nach dem Stand am Ende des Jahres (31. Dezember). Da sich
                                          die definitive Höhe des Einkommens und Vermögens für ein
                                          bestimmtes Jahr naturgemäss erst nach dessen Ablauf feststellen
                                          lässt, erfolgen der Versand der Steuerklärung sowie die Veranlagung
                                          und die Schlussabrechnung für die abgelaufene Steuerperiode erst
                                          im darauf folgenden Jahr. Damit Kanton und Gemeinden trotz
                                          dieser Verzögerung die Mittel für ihre laufenden Ausgaben zur
                                          Verfügung haben, stellen sie die voraussichtlich geschuldeten
                                          Steuern bereits im laufenden Jahr provisorisch in Rechnung
                                          (Vorbezug).

 

Steuerwissen für Jugendliche
Nützliche Tipps und vieles mehr unter www.steuern-easy.ch