Trockenheit
Trockenheit ist eine Periode mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag, die zu Wasserdefiziten im Boden, in Gewässern und im Grundwasser führt und damit natürliche und menschliche Systeme beeinträchtigt.
Gleichzeitig steigen die Wassertemperaturen, was die aquatische Tier- und Pflanzenwelt gefährdet. Im Extremfall trockenen Bäche aus oder Fische wie Forellen und Äschen werden krank oder sterben. Sinkende Grundwasserstände und versiegende Quellen können zu Engpässen bei der Trinkwasserversorgung führen.
Im Kanton Solothurn gab es in den Jahren 2003, 2011, 2015, 2018, 2020, 2023 und 2025 Trockenphasen, die zum Teil zu Nutzungseinschränkungen führten.
Aktuelle Lage am 8.7.2026; Trockenheit Stufe 4
Die hohen Temperaturen verstärken die Trockenheit. Die Situation wird sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen. Die Trockenheits- Warnung des Bundes befindet sich weiterhin auf Stufe 4. Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten der «MeteoSchweiz» und der Webseite «Trockenheit».
Situation im Kanton Solothurn:
- Die Gewitter Ende Juni / Anfang Juli haben nur eine kurzzeitige Entlastung gebracht, die Pegelstände sind wieder auf das vorherige tiefe Niveau gefallen.
- Aufgrund der trockenen Witterung und der hohen Temperaturen sind die Wasserstände der Fliessgewässer erneut gesunken. Teilweise liegen sie unterhalb der gesetzlichen Mindestrestwassermenge. Die Wassertemperaturen steigen zeitweise auf über 25° an, was insbesondere für Fische problematisch werden kann.
- Grundwasserstände: Aufgrund der trockenen Verhältnisse von März bis Juni liegen die Grundwasserstände und Quellabflüsse in allen Gebieten des Kantons im tiefen bis sehr tiefen Bereich.
- Die aktuellen Messungen von Grundwasserständen, Abflüsse und Wassertemperaturen des Kantons Solothurn können hier abgefragt werden.
Massnahmen
Aufgrund der aktuellen Trockenheit sind Wasserentnahmen aus den Oberflächengewässern teilweise eingeschränkt oder verboten:
- Seit dem 8. Juli sind Wasserentnahmen aus öffentlichen Oberflächengewässern (mit Ausnahme der Aare) nur noch zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen zulässig. Wasserentnahmen für andere Zwecke sind nicht mehr gestattet.
- Es darf weiterhin ausschliesslich zwischen 20 Uhr und 10 Uhr bewässert werden.
- Für einzelne Bäche dürfen LandwirtInnen nur noch abwechselnd Wasser für die Bewässerung entnehmen. Das Amt für Umwelt informiert die Betroffenen regelmässig direkt über die geltenden Einschränkungen.
- Die landwirtschaftlichen Wasserentnahmen aus dem Limpach sind eingeschränkt: Es gilt eine abwechselnde Bewässerung.
- Auch im System Dünnern, Mittelgäubach sind die Entnahmen eingeschränkt (abwechselnde Bewässerung) und der Mittelgäubach ist auf 100 l/s gedrosselt.
- In verschiedenen Bächen im Wasseramt darf auch nur abwechselnd bewässert werden.
- Die Situation wird ständig überwacht und falls nötig angepasst.
- Allgemein wird ein sparsamer Umgang mit Wasser empfohlen.
- Aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr finden Sie hier.
- Schützen Sie sich vor Hitze - weitere Informationen dazu finden sie hier.
Ausblick
- Es sind keine längeren Niederschlagsphasen in Sicht. Lediglich kurze Schauer oder Gewitter sind zu erwarten. Diese führen aber nicht zu einer nachhaltigen Erholung der Wasserstände. Die Niedrigwassersituation dürfte weiterhin anhalten und je nach Entwicklung sind weitere Massnahmen notwendig..
- Die hydrologische 30-Tage-Vorhersage können auf der nationalen Trockenheitsplattform abgefragt werden.
Weitere Informationen: Hydrometrie
Amt für Umwelt
Werkhofstrasse 5 4509 Solothurn
Öffnungszeiten
Montag - Donnerstag
08:00 - 12:00 / 13:30 - 16:30
Freitag
08:00 - 12:00 / 13:30 - 16:00