Trockenheit
Trockenheit ist eine Periode mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag, die zu Wasserdefiziten im Boden, in Gewässern und im Grundwasser führt und damit natürliche und menschliche Systeme beeinträchtigt.
Gleichzeitig steigen die Wassertemperaturen, was die aquatische Tier- und Pflanzenwelt gefährdet. Im Extremfall trockenen Bäche aus oder Fische wie Forellen und Äschen werden krank oder sterben. Sinkende Grundwasserstände und versiegende Quellen können zu Engpässen bei der Trinkwasserversorgung führen.
Im Kanton Solothurn gab es in den Jahren 2003, 2011, 2015, 2018, 2020, 2023 und 2025 Trockenphasen, die zum Teil zu Nutzungseinschränkungen führten.
Aktuelle Lage am 24.7.2026; Trockenheit Stufe 4
In den vergangenen 30 Tagen ist im ganzen Kantonsgebiet sehr wenig Niederschlag gefallen. Im langjährigen Vergleich bedeutet dies ein extremes Niederschlagsdefizit. Die vergangenen und erwarteten Gewitter können lokal die Trockenheit etwas entspannen und die Abflüsse in den Bächen kurzfristig ansteigen lassen. Eine nachhaltige Entspannung der Lage ist aber nicht in Sicht. Die Warnung des Bundes bleibt weiterhin auf Stufe 4. Die Tageshöchstwerte bei den Temperaturen sind zurückgegangen, was sich positiv auf die Wassertemperaturen auswirkt (Rückgang der Spitzen der Wassertemperaturen). Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten der «MeteoSchweiz» und der nationalen Webseite «Trockenheit».
Situation im Kanton Solothurn:
- Die Wasserstände der Fliessgewässer bleiben tief. Die Gewitterregen bringen nur lokal und kurzzeitig eine Entspannung. Die Wassertemperaturen sind etwas zurückgegangen.
- Grundwasserstände: Aufgrund der trockenen Verhältnisse von März bis Juni liegen die Grundwasserstände und Quellabflüsse in allen Gebieten des Kantons im tiefen bis sehr tiefen Bereich.
- Die aktuellen Messungen von Grundwasserständen, Abflüsse und Wassertemperaturen des Kantons Solothurn können hier abgefragt werden.
Massnahmen
Für sämtliche Fliessgewässer mit Ausnahme der Aare, Birs und Emme ist zum Schutz der Wassertiere ein Fischerei- und Betretungsverbot angeordnet.
Wasserentnahmen aus den Oberflächengewässern sind teilweise eingeschränkt oder verboten:
- Seit dem 8. Juli sind Wasserentnahmen aus öffentlichen Oberflächengewässern (mit Ausnahme der Aare) nur noch zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen zulässig. Wasserentnahmen für andere Zwecke sind nicht mehr gestattet.
- Es darf weiterhin ausschliesslich zwischen 20 Uhr abends und 10 Uhr morgens bewässert werden.
- Aus Bächen dürfen LandwirtInnen nur noch abwechselnd Wasser für die Bewässerung entnehmen. Das Amt für Umwelt informiert die Betroffenen regelmässig direkt über die geltenden Einschränkungen:
- Die landwirtschaftlichen Wasserentnahmen aus dem Limpach sind eingeschränkt: Es gilt eine abwechselnde Bewässerung.
- Auch im System Dünnern, Mittelgäubach sind die Entnahmen eingeschränkt (abwechselnde Bewässerung) und der Mittelgäubach ist auf 100 l/s gedrosselt.
- Im Wasseramt (Oesch, Grüttbach) darf die Entnahme aus Bächen nur abwechslungsweise erfolgen.
- Die Situation wird ständig überwacht und falls nötig angepasst.
Allgemeines:
Ausblick
- Im ganzen Kantonsgebiet sind am Wochenende weitere Gewitter möglich. Ab Montag 27. 7. sind keine Niederschläge mehr prognostiziert. Die Temperaturen steigen wieder an. Die Tageshöchstwerte liegen wieder über 30 Grad.
- Es ist mit einem weiteren Rückgang der Wasserstände zu rechnen. Die Niedrigwassersituation dürfte sich weiter verschärfen. Ein generelles Verbot von Wasserentnahmen insbesondere an Dünnern und Limpach ist mittelfristig nicht ausgeschlossen.
- Die hydrologische 30-Tage-Vorhersage können auf der nationalen Trockenheitsplattform abgefragt werden.
Weitere Informationen: Hydrometrie
Amt für Umwelt
Werkhofstrasse 5 4509 Solothurn
Öffnungszeiten
Montag - Donnerstag
08:00 - 12:00 / 13:30 - 16:30
Freitag
08:00 - 12:00 / 13:30 - 16:00